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Von den Kugelstoßern lernen

Alle eure Sorge werft auf IHN; denn ER sorgt für euch. 1. Petrus 5, Vers 7
Dorothee Markert
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Dorothee Markert ist Pfarrerin in Sohland am Rotstein. Foto: privat

Werfen?! Das war noch nie meine Sache. Bei einigen Jungs in der Klasse sah das immer ganz einfach aus. Auch kraftvoll. Cool. Das war beim Schlagballweitwurf. In höheren Klassen sollten wir mit einer »Handgranate« werfen. Da habe ich nicht mitgemacht.

Neulich, bei der Europameisterschaft in Berlin, sah ich die Entscheidung beim Kugelstoßen der Frauen. Gekonnte Drehung im vorgezeichneten Kreis, dabei aus der gebückten Haltung nach oben kommen, ein Schrei und die Vier-Kilo-Kugel landet weit im Grünen. Ich war beeindruckt: Über 19 Meter flog die Kugel bei den zwei ersten Paulina Guba und Christina Schwanitz. So weit bin ich mit Werfen nicht gekommen.

Aber so müsste es doch aussehen, wenn wir »alle Sorgen auf Christus werfen«. Ich bleibe da gern mal im Bild. Wie oft ich mich im Kreis drehe! Und um mich herum – noch immer in »meinem Kreis« – liegen die Sorgen und Lasten wie Kugeln und Bälle, manche auch wie Granaten. Hochexplosiv!

Es gelingt mir zu selten, mich mal zu drehen und solch eine Sorge wirklich abzuwerfen. Raus aus meinem Kreis. Ein Schrei. Ein Gebet. Wie befreiend ist beides! Weg mit der Last! Muss doch keine 19 Meter sein. Auch keine acht Meter. Aber weg von mir. Und darauf vertrauen: Christus kommt. ER liest die Sorgen auf. Wie die Kampfrichter die Kugeln im Stadion. Darum muss ich mich nicht kümmern.

Das klingt so simpel. Nach Ausruhen. Es ist alles andere als das. Es ist Arbeit. Betet! Werft! Das heißt doch: Dreht euch! Richtet euch auf! Schreit! Also: Wir können es diese Woche besonders trainieren: Uns Christus zudrehen. Beten. Sorgen werfen. Raus! Weg! – Christus sorgt für uns. Wir sind befreit!

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1 Lesermeinungen zu Von den Kugelstoßern lernen
Gert Flessing schreibt:
11. September 2018, 17:08

Ist es so schwierig? Der Ausgangspunkt unseres Wochenspruches ist ja, das wir bereit sind, uns völlig Gott anzuvertrauen. Seine schützende Hand will ja über uns sein. Er ist es, der für uns sorgen will.
Wenn ich das weiß, so kann ich das, was mich belastet los lassen, abwerfen, wie eine Last, die ich bisher getragen habe.
ER sorgt für uns. Wenn er für uns sorgt, "was helfen uns die schweren Sorgen..."?
Woher kommen denn die Dinge, die uns so oft das Loslassen schwer machen? Warum sind wir oft voller Sorge?
Ich habe Menschen kennen gelernt, die in schwerer Krankheit und im Angesicht des Todes völlig gelöst waren, weil sie um die Hand dieses ewigen Gottes wussten und auf Jesus und das, was er uns gegeben hat, an Gnade und Hoffnung, vertrauten. Immer wieder haben sie Angst und Sorge in diese Hand gelegt.
Ich habe Menschen kennen gelernt, die hatten keinerlei persönliche Not und waren doch voller Sorge, aufgrund so mancher Berichte, die uns ja täglich, frei Haus, geliefert werden.
Aber genau deshalb geht der Text ja weiter und wir sind zu Nüchternheit und Wachsamkeit aufgerufen. Das gehört dazu. die Welt und das, was geschieht, nüchtern betrachten und wachsam zu sein gegenüber denen, die immer wieder versuchen, uns mit Bildern und Worten, Ängste und Sorgen ins Herz zu pflanzen.
Nein, das ist keine Journalistenschelte, sondern gilt vor allem dem, was an Informationsschnipseln und Müll, auf unendlich vielen privaten Seiten des Netzes geteilt wird.
Hier ist mitunter wirklich der Teufel los.
Wenn wir nüchtern und wachsam und vor allem Gott, in Demut zugewandt, bleiben, dann werden wir erfahren können, das er für uns sorgt. Wo aber er für uns sorgt, da können wir das Sorgen getrost sein lassen.
Gert Flessing

Quelle
DER SONNTAG, Nr. 36 | 9.9.2018 Artikel drucken Artikel im ePaper anzeigen

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