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Der Glaube – kein Wohlfühlprogramm

Wir müssen alle offenbar werden vor dem Richterstuhl Christi. 2. Kor. 5, Vers 10
Christoph Noth
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Christoph Noth ist Pfarrer in Ruhe. Bis April 2018 war er Superintendent in Freiberg. © Foto: E. Mildner

Das ist ein unbequemer Gedanke, das sind schmerzhafte Worte, die auf den ersten Blick keine angenehmen Gefühle aufkommen lassen. Und das könnte für manchen in diesen Wochen noch besonders verstärkt werden, in denen das Herz schwer ist durch den Gedanken der Endlichkeit unseres Lebens und der Trauer um Verstorbene. Wäre nicht ein freundlicherer, wärmerer Ton an der Zeit?

Allerdings scheint es mir zu kurz gegriffen, wollten wir die christliche Botschaft und den Glauben verstehen als ein Wohlfühlprogramm, wie es überall angeboten wird in der Werbung für Hotels, in Studios oder auch in der Flut von Ratgeberliteratur aller Art. Etwas anderes rückt hier in unseren Blick, nämlich der Gedanke, dass jeder Mensch Verantwortung trägt für sein Tun und Lassen. Es scheint mir unbestreitbar, dass Verantwortung ein Alleinstellungsmerkmal für unser menschliches Wesen ist oder anders: dass der Gedanke der besonderen Menschenwürde nicht auf den Aspekt der Verantwortung verzichten kann. Es geht um erwachsenes, mündiges Leben und nicht um eine Zuflucht in die Infantilität.

Und auch das darf schließlich nicht übersehen werden: die großen und rettenden Worte von Gnade und Vergebung erhalten ihren Glanz und ihre Hoffnung erst dann, wenn sie auf dem Hintergrund der Verantwortung des Menschen gesehen werden. Dass wir dabei nicht darum herum kommen zu erkennen, wie oft wir unserer Verantwortung eben auch nicht gerecht geworden sind, liegt auf der Hand. Nur wer etwas weiß von der Realität und Größe der Vergebung, kann sich auf diese Erkenntnis wirklich einlassen, ohne sie zu verdrängen oder eigenes Ungenügen anderen zuzuschieben. Wir sollten wohl nicht vergessen: Es geht nicht um Wohlfühlen, sondern um unsere Rettung.

Quelle
DER SONNTAG, Nr. 46 | 18.11.2018 Artikel drucken Artikel im ePaper anzeigen
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