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Alle können satt werden

Aller Augen warten auf dich, und du gibst ihnen ihre Speise zur rechten Zeit. Psalm 145, Vers 15
Friederike Hecker
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Friederike Hecker ist Pfarrerin im Schwesternkirchspiel Ebersbach. © privat

Dunkle große Kinderaugen schauen uns an. Der Blick spiegelt etwas zwischen Vorwurf und Resignation, Zutrauen und Hoffnungslosigkeit wider. Wir leben in einem reichen Land. Dank politischer und geographischer Gegebenheiten. Weniges davon haben wir uns tatsächlich ausgesucht oder selbst erarbeitet. Das meiste haben wir, weil die äußeren Gegenbenheiten einfach günstig sind. Politiker können dazu auch nur das wenige Menschliche tun.

Das hat auch der Beter des 145. Psalms erkannt. Der Psalm ist wahrscheinlich in der Zeit nach dem Babylonischen Exil entstanden, als das Königtum in Israel endgültig am Ende war.

Diese späte Datierung vermutet man vor allem aufgrund der Begriffs »Königtum«, der in den älteren Psalmen nicht vorkommt, der uns Christen aber bestens aus der Verkündigung Jesu vertraut ist. Gottes Königtum ist ein ewiges und ein universales. Kleinstaaterei ist ungerecht, aber auch vergänglich.

In Gottes Königreich widerfährt allen Gerechtigkeit, alle werden satt werden. Menschen und Tiere.

Wo die realpolitische Ordnung in Gottes geschaffener Ordnung aufgeht und der Mensch erkennt und bekennt, dass alle gute Gabe von Gott allein kommt, da bricht das Reich Gottes an.

Wie nah sind wir dran? Wie weit her ist es mit unserem Bekenntnis, dass auch wir alle guten Gaben von Gott haben – wie wir es alljährlich zum Erntedankfest singen? Und in wieweit sind wir bereit, mit dieser Erkenntnis Gottes Reich Raum unter uns zu geben, so dass alles, was lebt, satt wird?

Quelle
DER SONNTAG, Nr. 40 | 6.10.2019 Artikel drucken Artikel im ePaper anzeigen

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