Das bedeutet die Geburt Jesu für mich ...

Fünf sächsische Christen geben Auskunft darüber, was ihnen das Geheimnis der Weihnacht persönlich bedeutet
(so)
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Mike Weller, Ehrenamtlicher der St. Nicolaigemeinde Aue, wurde vor einem Jahr bei einem Messerangriff während der Weihnachtsfeier für Bedürftige im Pfarrhaus lebensbedrohlich verletzt. © C. Zehrfeld

Brigitte Böhlke, Koordinatorin im ambulanten Hospizdienst des Christlichen Hospizes Ostsachsen: 

In unserem Dienst erlebe ich zurzeit trotz der Pandemie einen enorm großen Einsatz der ehrenamtlichen und hauptamtlichen Mitarbeitenden, die mit Schutzkleidung sterbende Menschen begleiten, oder am Telefon zuhören oder über den Gartenzaun Begleitungen und Zuspruch ermöglichen. Gerade auch jetzt in der Weihnachtszeit, in der uns allen die Kontaktbeschränkungen besonders schwer sind, dürfen wir hoffen und glauben: Jesus wurde für uns geboren, als Licht der Welt. Diese Zusage Gottes an uns darf uns hoffen lassen und stärken und in der Gewissheit leben lassen, dass Gott uns begleitet und trägt – immer.

Diakon Christoph Jung, Bezirks­katechet Aue:

Weihnachten hat für mich einen besonderen Klang. Das »O du fröhliche« (mittlerweile leider ohne Zimbelstern), welches noch immer ein Kribbeln hervorruft. Natürlich haben sich im Erleben des Weihnachtsfestes die Perspektiven verschoben. Sind es jetzt vor allem die eigenen Kinder, die ins Blickfeld rücken. Geheimnisse wurden entzaubert, auch durch Krisenerfahrungen. Auf diesem Hintergrund klingt die Botschaft der Engel auf einmal ganz anders: »Euch ist heute der Heiland geboren«. Ja, inzwischen kann ich auch mit dem Wort Heiland etwas anfangen. So vieles in mir, um mich herum soll wieder heil werden. Doch das braucht vermutlich noch ein bisschen. Bis das soweit ist, erfreue ich mich an dem von Camille Saint-Saëns komponierten Weihnachtsoratorium, einem besonders ergreifenden Klangerlebnis.

Mike Weller, Ehrenamtlicher in der St.-Nicolaikirchgemeinde Aue, der vor einem Jahr Opfer einer Messerattacke im Pfarrhaus wurde:

Wenn Jesus in mein Herz hineinkommt, dann wird Weihnacht, dann bin ich in ihm geboren. Das habe ich vor etlichen Jahren bei einer Zusammenkunft in Bad Blankenburg bei einer Predigt von Theo Lehmann erlebt, wo mir das Wort Gottes wichtig gemacht wurde. Durch mein »Ja« zu Jesus ist diese Veränderung in mein Leben hineingekommen. Seither spüre ich dieses Gehaltensein von Gott und seiner Liebe. Und davon möchte ich etwas mit meinen Gaben an andere weitergeben, zum Beispiel bei der jährlichen Weihnachtsfeier für Einsame in unserer Gemeinde. Jesus lebt in mir und dadurch bin ich auch schon zum Wegweiser für andere geworden. Von diesem Leben in der Liebe Gottes kann mich auch ein böser Angriff auf mein Leben und meine Gesundheit nicht abbringen. Die Kraft und die Liebe Gottes sind stärker. Gott gibt mir auch die Kraft dafür, mit den seitherigen Einschränkungen und Beschwernissen zu leben. Ich lebe von dem Wort »Lass dir an meiner Gnade genügen«.

Dr. med. Birgit Merten, Ärztin und Vikarin, Dresden:

Die Geburt Jesu bedeutet für mich Licht in der Dunkelheit dieser Welt. Wenn mir Krankheit, Sterben und Tod in diesen Tagen beruflich oder ganz privat nahekommen, gibt es mir Hoffnung, dass es Gott doch gut mit uns meint, dass ich bei ihm Geborgenheit erfahren kann.

Bettina Westfeld, Präsidentin der im Juni 2020 neu zusammengetretenen 28. Ev.-Luth. Landessynode Sachsens

Die Geburt Jesu ist für mich wie die zärtliche Umarmung Gottes für unsere Welt in Aufruhr. Eine Umarmung, auf die wir als Menschen untereinander zum Schutz vor anderen derzeit Abstand nehmen müssen. Auf Gottes Umarmung muss ich nicht verzichten. Jesu Geburt macht seinen Beistand für mich deutlich.

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