»Der SONNTAG schafft es Woche für Woche, in mir Neugier auszulösen«

Für Landesbischof Tobias Bilz weitet die Kirchenzeitung den Blick und manchmal sorgt sie für etwas Aufregung – doch auch das schätzen Protestanten.
Von Landesbischof Tobias Bilz
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Tobias Bilz ist seit 1. März 2020 Landesbischof der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsens. Zuvor war er zwei Jahre lang als Dezernent auch für die Medienarbeit der Landes­kirche zu­ständig – und als Vorsitzender des Evangelischen Medien­verband Sachsens Herausgeber des SONNTAG. Der dreifache Vater stammt selbst aus einem Pfarrhaus und war ab 1991 Pfarrer im ­erzgebirgischen Erlbach-Kirchberg und ab 2007 Landes­jugendpfarrer in Sachsen. © Steffen Giersch

Wenn man zum Geburtstag gratuliert, sind zwei ­Dinge besonders wichtig: Die Wünsche sollten nicht zu allgemein, sondern persönlich sein – und die Wertschätzung steht im Vordergrund. In diesem Sinne schreibe ich gern drei Aspekte auf, die ich seit Jahren mit dem SONNTAG verbinde: wichtige Horizonter­weiterung, kritische Wegbegleitung und inspirierende Impulse.

Natürlich ist der SONNTAG eine Wochenzeitung, die einen Berichtsteil hat. Man findet ihn zum Beispiel unter »Aktuelles« oder auf den Regionalseiten. Was passiert gerade an anderen Orten unserer Landes­kirche und darüber hinaus? Das weckt mein Interesse, sorgt aber auch dafür, dass ich mich frage, wie das, was mich umtreibt, zu dem steht, was andere beschäftigt. Der SONNTAG präsentiert ein vielfältiges Panorama kirchlichen Lebens. Ich behaupte: Er trägt damit wesentlich dazu bei, das evangelisch-lutherische Christen das Bewusstsein präsent haben, nicht nur zu einer Kirchgemeinde, sondern auch zu einer Landeskirche zu gehören. Das weitet den Blick und beugt Engführungen vor. Das freut mich sehr!

Der SONNTAG thematisiert Spannungen, die er innerhalb unserer Kirche und zwischen ihr und anderen Glaubensgemeinschaften oder gesellschaftlichen Akteuren feststellt. Klar, alle Medien »profitieren« auch von Konflikten, besonders dann, wenn sie aktuell und die Beteiligten bekannt sind. Aber sie bilden für die Verarbeitung von Spannungen auch eine sinnvolle Plattform. Der SONNTAG legt viel Wert darauf, durch Grundsatzartikel und Recherchen Hintergrundinformationen solide aufzubereiten. Seine Kommentare sind meinungsstark und die abgedruckten Leserbriefe spiegeln verschiedene Positionen wider. Manchmal frage ich mich, ob dadurch nicht auch eine »Sache« groß gemacht wird, die das gar nicht wert ist. Aber wir Protestanten lieben den gepflegten Diskurs. Dazu gehört neben guten Argumenten auch ein wenig Aufregung. So soll es sein!

An vielen Stellen im SONNTAG finde ich persönliche Beiträge von Menschen und über Menschen. Das beginnt vorn beim »Wort zur Woche« und endet beim »Blickwechsel« auf der letzten Seite. Wer die Leute sind und was es von ihnen selbst oder über sie zu erzählen gibt, das gehört in diese Zeitung. Natürlich freue ich mich, wenn ich hier Bekannte wiedertreffe oder Unbekannte kennenlerne. Was bedeutende Geister, engagierte Kirchenmitglieder und sogenannte schlichte Gemüter denken, kommt hier zusammen und wird zur Sprache gebracht. Das macht mir richtig Eindruck. Bei alledem ist der SONNTAG weder ein Boulevardblatt noch ein lan­deskirchlicher »Bote«. Dazu beglückwünsche ich die Redakteure und alle, die sich hier zu Wort und Bild melden!

Zum Schluss bekenne ich, dass mich der SONNTAG, sobald ich das aktuelle Exemplar auf dem Tisch habe, immer dazu auffordert, doch gleich mal aufzublättern und mir zumindest einen Überblick zu verschaffen. Es hat Zeiten gegeben, da ist mir das nicht so gegangen. In diesem Sinne gratuliere ich dem SONNTAG dazu, dass er es Woche für Woche schafft, in mir Neugier auszulösen.

Herzlichen Glückwunsch an »meine« Kirchenzeitung! Möge es so bleiben!

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