
Christinnen und Christen haben am Samstag in Chemnitz ein ökumenisches Kulturkirchenfest gestaltet. Viele Angebote fanden unter freiem Himmel statt. Höhepunkt war ein Konzert von fast 70 Chören von Freiberg bis Zwickau und aus Tschechien gemeinsam mit der Elblandphilharmonie auf dem Chemnitzer Neumarkt. Das zweitägige Fest ist Teil des Kirchenprogramms anlässlich der Kulturhauptstadt 2025.
Mehrere Tausend Menschen wurden erwartet. Am Sonntag sollte das Fest, das unter dem Motto „Geht und seht“ steht, mit einem Open-Air-Gottesdienst seinen Abschluss finden. Das Programm bot zahlreiche Konzerte, Diskussionen, Bibelarbeiten und Begegnungen. In der Chemnitzer Jakobikirche wurde zur Meditation eingeladen. Wer wollte, konnte sich segnen lassen.
Zu Gast beim Fest war unter anderem der Erzbischof des italienischen Bistums Gorizia, Carlo Roberto Maria Redaelli. Die slowenisch-italienische Stadt Nova Gorica/Gorizia ist wie Chemnitz 2025 Europas Kulturhauptstadt. Redaelli betonte die Chance, Verbindungen zwischen Menschen zu schaffen. „Mögen diese Beziehungen uns helfen, in Verständnis und Einmütigkeit zu wachsen“, sagte Redaelli beim Kulturkirchenfest. Er wünsche sich, dass von den Kulturhauptstädten ein „wichtiges Zeichen der Hoffnung für dieses Europa“ ausgeht.
Sachsens evangelischer Landesbischof, Tobias Bilz, betonte, dass Kirchen auch mit Kunst und Kultur „in die Welt hineinwirken“ sollten. Er rief Christinnen und Christen dazu auf, sichtbar zu sein, in öffentliche Räume zu gehen und sich mit ihren Themen zu zeigen. Das Kulturkirchenfest sei ein mutmachendes Beispiel dafür. Kunst habe für den Glauben und die Art, wie über Glauben gesprochen werde, große Bedeutung.
Die katholische Beauftragte für die europäische Kulturhauptstadt, Ulrike Lynn, sagte: Chemnitz 2025 sei mehr als ein Veranstaltungsprogramm. Die Kulturhauptstadt habe Kreativität angestoßen. „Viele haben gespürt, dass sie mitgestalten können“, sagte Lynn. Das habe viele aktiviert. Kirche sei in der Minderheit. Da sei es schön, sichtbarer zu werden. Vor allem aber verstehen die christlichen Kirchen ihren Auftrag darin, Menschen sichtbar zu machen und Verborgenes ans Licht zu holen.
Für den Chemnitzer Oberbürgermeister Sven Schulze (SPD) ist die Kirche nicht nur ein Ort der Andacht, sondern auch lebendiger Kulturträger. „Glaube und Gemeinschaft eröffnen uns neue Perspektiven.“
Der Bischof des katholischen Bistums Dresden-Meißen, Heinrich Timmerevers, ist überzeugt, dass die gemeinsamen Aktivitäten der Kulturkirche Chemnitz 2025 die Konfessionen stärker zusammengebracht haben. „Da ist Ökumene gewachsen“, sagte Timmerevers. Allein dafür habe sich die Anstrengung gelohnt. Er erlebe die Zusammenarbeit als ein „konstruktives, frohes Miteinander“.
Für Samstagabend waren beim Kulturkirchenfest etliche Konzerte geplant. Erwartet wurden unter anderem der Liedermacher Gerhard Schöne und der Popsänger Samuel Rösch. Chemnitz ist noch bis Ende November europäische Kulturhauptstadt. Das Programm steht unter dem Motto „C the Unseen“.
Hier finden Sie Impressionen vom Samstag.
Impressionen vom Elbe-Tauffest
Impressionen vom Elbe-Kirchentag in Pirna