Segen auch für Soldaten

Bundeswehrmusiker spielten in der Dresdner Frauenkirche – danach gab es Diskussionen
Tomas Gärtner
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Das Musikkorps III der Bundeswehr aus Erfurt im Altarraum der Dresdner Frauenkirche beim Gottesdienst, der geleitet wirde von Pfarrer Holger Treutmann. © Steffen Giersch

Der musikalische Gottesdienst am 30. April in der Dresdner Frauenkirche mit einem Musikkorps der Bundeswehr hatte schon im Vorfeld Proteste und kontroverse Diskussionen ausgelöst. Vor Beginn verdeutlichten auf dem Neumarkt mehrere Dutzend Demonstranten ihre Ablehnung mit Transparenten, auf denen stand: »Kein Bündnis zwischen Militär und Kirche«. In der Kirche versuchten zwei junge Frauen in FDJ-Hemden kurzzeitig, den Anfang des Gottesdienstes zu stören. Sie riefen »Bundeswehr raus!«. Ließen sich dann aber ohne Widerstand hinausgeleiten.

Zu meinen, man könne Frieden schaffen, indem man Soldaten aus der Gesellschaft hinausdränge, bezeichnete Pfarrer Holger Treutmann in seiner Predigt als »kurzsichtig«. Ob die Welt friedlicher aussähe, wenn es keine Soldaten gäbe, sei fraglich. In einer Diskussion mit fast hundert Teilnehmern in der Unterkirche äußerten sich nach dem Gottesdienst Gegner wie auch Befürworter.

»Ich hatte den Eindruck: Der Frieden war in schweren Schuhen in diesem Gottesdienst«, sagte Matthias Gürtler. Der Greifswalder Dompfarrer gehörte zu den ersten Unterzeichnern einer Protesterklärung, die bundesweit rund 800 Personen unterschrieben. Wenn ein Kirchgebäude für eine militärische Formation zur Verfügung gestellt werde, gebe die Kirche damit ihre Zustimmung zu militärischer Gewalt. Dies jedoch passe nicht zusammen mit der Gewaltfreiheit der Bergpredigt.

Frauenkirchen-Pfarrer Sebastian Feydt wies den Vorwurf, im Gottesdienst sei Militärmusik gespielt worden, zurück. Tatsächlich hatte das Orchester in grauen Bundeswehruniformen lediglich geistliche und weltliche Werke intoniert. Sachsens Innenminister Markus Ulbig (CDU) erinnerte daran, dass die Bundeswehr während des Elbehochwassers im Juni 2013 in Dresden Großartiges geleistet habe. Auf seine Frage an den Bundeswehr-Kommandeur, wie er seine Dankbarkeit dafür ausdrücken könne, habe sich dieser einen Gottesdienst in der Frauenkirche gewünscht. Für eine Armee, die auf der Basis der freiheitlich-demokratischen Grundordnung handle, sei ein Dank-Gottesdienst eine Selbstverständlichkeit, so Ulbig.

Bei internationalen Konflikten müsse der Diplomatie eine Chance gegeben werden, betonte Oberst Michael Knop vom Landeskommando Sachsen der Bundeswehr. »Aber es gibt Situationen, wo der Gewalt nur durch Gegengewalt Einhalt geboten werden kann«, fügte er hinzu. Statt Protesterklärungen hätte er sich ein Gespräch der Kritiker mit ihm gewünscht. 

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2 Lesermeinungen zu Segen auch für Soldaten
Gert Flessing schreibt:
25. Juni 2014, 13:33

Wie gehabt- anstatt miteinander zu sprechen wird nur gemotzt. Das wird dann "Protesterklärung" genannt. Besonders bemerkenswert sind die beiden Damen in FDJ Hemden. Der alte Ungeist ist noch lebendig, der nicht erkennt, das auch Soldaten Teil unserer demokratischen Gesellschaft sind und so gut, wie jeder andere, ein Anrecht darauf haben, Gott zu danken und sich unter seinen Segen zu stellen.
Gert Flessing

Hella schreibt:
12. Januar 2016, 12:52

Soldaten sind von Gott verflucht, wie jeder Gewalttäter!

Ihre Anwesenheit in einer Kirche ist Gotteslästerung.

Wer das Schwert aufgreift, kommt darin um.

Mit Gestalten die auf Gewalt setzen wird nicht mehr diskutiert - denn das hat seit Jahrtausenden nichts gefruchtet - wer auf Gewalt setzt, stellt sich damit außerhalb JEDER menschlichen Gemeinschaft, denn Gemeinschaft und Gewalt schließen einander vollständig aus.

Mögen sich die Gewaltbefürworter gegenseitig auslöschen! ALLE!
Denn Vernuft kann man von diesen offensichtlich nicht mehr erwarten.

Ihre "Gottesfurcht" ist pure, höhnische Heuchelei!

Also sei es denn:
Ein Aug für ein Auge einen Zahn für einen Zahn.
Mögen die Gewaltbefürworter und Gewalttäter auf diesem Wege sich gegenseitig in den Untergang treiben! Denn dann wäre die Erde sie los und damit friedlicher und sicherer.
Amen

Quelle
DER SONNTAG, Nr. 19 | 11.5.2014 Artikel drucken Artikel im ePaper anzeigen
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