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Siebtes Reich statt Himmelreich?

Der Bestsellerautor Dan Brown sucht in seinem neuen Roman »ORIGIN« erneut mystische Spuren in der Gegenwart
Von Matthias Caffier
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Der durch seinen Roman »Sakrileg« berühmt gewordene amerikanische Autor Dan Brown (53) beschäftigt sich in seinen Romanen – allesamt Welterfolge – gern mit dem Kampf böser Mächte gegen wissenschaftliche Entdeckungen. In seinem neuesten Werk »ORIGIN« übernimmt die Rolle des Aufklärers der bekennende Atheist und Zukunftsforscher Edmond Kirsch, der eine »bahnbrechende Entdeckung« gemacht hat, die Relevanz für Millionen Gläubige auf der ganzen Erde haben könnte.

Der Wissenschaftler kündigt darin eine Antwort auf zwei wichtige Menschheitsfragen an: »Woher kommen wir?« und »Wohin gehen wir?« und »Welche Rolle messen wir dabei Gott zu?«

Verständlich, dass davon vor allem der Klerus alarmiert ist. Edmond Kirsch weiß das. Bevor er seine Entdeckung in einer Live-Show aller Welt enthüllt, trifft er sich deshalb mit drei führenden Religionsvertretern, um sie darauf vorzubereiten. Das Ergebnis schockiert die Geistlichen zutiefst. Kurz darauf sind zwei von ihnen tot und auch Edmond Kirsch wird vor laufenden Kameras Opfer eines Attentats; die Präsentation wird dadurch verhindert.

Klar, dass nun alle Welt wissen möchte, um welche Art von Entdeckung es sich dabei handelt. Der Mann, der das in einem Supercomputer verschlüsselte Geheimnis lüften helfen kann und will, heißt Robert Langdon, ist Symbolforscher aus Harvard und einstiger Lehrer Edmond Kirschs. Doch mächtige Gegner versuchen das mit aller Macht zu verhindern. Ob es Langdon gelingt, rechtzeitig ein ellenlanges, kryptisches Passwort zu finden, um die Botschaft seines Schülers doch noch publik zu machen, soll an dieser Stelle nicht verraten werden.

Aber so viel schon: Es bleibt spannend bis zum Schluss des 670 Seiten langen Romans, weil Dan Brown sein schriftstellerisches Handwerk perfekt beherrscht, indem er mehrere Handlungsstränge nebeneinanderher laufen lässt, deren Zusammenhang dem Leser erst sehr spät verständlich wird, er sehr geschickt falsche Fährten legt, immer wieder neue Wendungen mit neuen Personen ersinnt und dabei trotzdem noch auf hohem Niveau den zentralen Fragen seines Romanhelden nachgeht und das alles im Lauf einer einzigen langen Nacht.

Und das siebte Reich? Es stellt die Essenz von Kirschs Entdeckung dar; dessen Anbruch steht seiner Ansicht nach unmittelbar bevor. Das würde vor allem eine Neuordnung des Verhältnisses von christlicher Glaubenslehre und Wissenschaft nötig machen. Der Futurologe sieht darin die Chance, »der Menschheit bei der Errichtung eines moralischen Gerüsts zu helfen und sicherzustellen, dass die künftigen Technologien uns besser machen (…), anstatt uns zu zerstören«. Aber lesen Sie selbst, welche Vision der Autor dazu entwirft!

Dass es Dan Brown mit »ORIGIN« nicht nur um eine Fiktion geht, beweist auch die präzise Verortung seines Werkes im heutigen Spanien. Neben guter Unterhaltung bietet er uns Lesern damit die reizvolle Möglichkeit, den Spuren und Gedanken seiner Protagoni­sten nachzugehen oder nachzusinnen; bis zum Erscheinen seines nächsten Romans.

Dan Brown: ORIGIN. Thriller. Verlag Bastei Lübbe 2017, 670 Seiten, 28 Euro.

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1 Lesermeinungen zu Siebtes Reich statt Himmelreich?
L. Schuster schreibt:
04. Januar 2018, 1:22

Ein Triller und sicherlich noch verfilmt wird, erfolgreich in den Kinos startet.
Der die Kirche ausnutzend, das war`s - trotzdem sicher ein spannender Triller und vielleicht sehr lesenswert. Ob viele über diesen Triller nachsinnen ist unwahrscheinlich, noch ihm recht negativ kritisieren. Noch über die alberne Frage hier, schon weil von eines Atheisten gestellt, woher wir kommen oder wohin gehen , ist genauso unwahrscheinlich das da einer recht nachsinnt. Dazu noch vor dem Hintergrund eines Trillers, was unser Glauben an Gott nicht erschüttert im Gegenteil und das Gott/Christus unantastbar ist, egal welche Visionen von Erklärungen es Autoren zu ihm vormacht, dürfte auch Brown wissen. Wenn dieser Triller ins Kino kommt werde ich ihm mir ansehen.

Vielleicht werden sich auch einige Leser oder Kinozuschauern dadurch daran erinnert oder beginnen zu wissen, das Gott ihm das Leben gab.
Ein Leben, wo wir einen eigenen Standpunkt einnehmen können, auch Gott leugnen. Wer jedoch solche Fragen nach seinem Lebens- und unserem Lebenssinne richtig beantworten will kann Gott nicht leugnen, selbst wenn er dem Supercomputer hierzu aus diesen Roman tatsächlich je gebe.

Schade nur das unsere Kirche diesen Lebenssinn und unseren Glaube worauf ja dieser Triller erinnert oft politisch einfärbt und kann nicht oft genug gesagt werden.
Eine Kirche die sich von der deutschen Politik ausnutzen lässt, was viel schlimmer ist, als wenn dieser neue Roman/Triller sie wahrscheinlich wieder reichlich, auch sehr beleidigend benutzt.

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