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Wer bin ich?

So spricht der Herr, der dich geschaffen hat: Fürchte dich nicht, denn ich habe dich erlöst; ich habe dich bei deinem Namen gerufen; du bist mein. Jesaja 43,1
Christoph Seele
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Oberkirchenrat Christoph Seele ist Beauftragter der sächsischen Landeskirchen beim Freistaat Sachsen. © Steffen Giersch

Wer bin ich? – diese Frage haben wir uns als wir jung und pubertär waren zweifellos das erste Mal ganz bewusst gestellt. Seit dem lässt sie uns nicht mehr los.

Mit wechselndem Lebensalter und aufgrund veränderter Lebensbezüge finden wir immer wieder neue Antworten. Manchmal gelingt es, den, der ich bin sogar in Übereinstimmung zu bringen, mit dem, der ich gerne sein möchte ... Öfters aber sind wir wohl so, wie wir sein müssen – um allen Anforderungen und Erwartungen zu entsprechen. Spätestens dann sind wir mit uns nicht immer zufrieden.

Unsere Ecken stören uns, unsere Fehler allzumal. Wer immer wir sind – die Summe dessen was wir sind oder auch nicht sind macht unseren Namen aus. Er umfasst unsere ganze Biografie – von Kindesbeinen an bis zu unserem letzten Atemzug und gibt unserem Dasein einen unverwechselbaren Klang.

Einen Klang, der seinen Ursprung und Anfang bei Gott hat – erinnert uns Jesaja. Gott kennt unsere ganze Person mit allen Ecken und Kannten, mit allen Stärken und Schwächen. Er hat uns mit all dem in unser Leben hineingerufen.

Dieser Ruf begleitet uns unser Leben lang – in den fröhlichen und hellen Momenten des Lebens ebenso wie in den Zeiten, die für uns zur Herausforderung werden. Selbst dann, wenn uns die Furcht ereilt und Angst ergreift, können wir darauf vertrauen, dass Gott uns mit seinem Wort Trost und Hoffnung zuruft. Wir aber sollten dann mindestens in Hörweite Gottes sein!

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1 Lesermeinungen zu Wer bin ich?
Gert Flessing schreibt:
04. Juli 2018, 23:31

Wann, um Gottes Willen, sind wir denn nicht, in seiner Hörweite?
Gott, im Gegensatz zu Menschen, ist uns immer nah.
Er liebt uns.
Deshalb ist er ja so weit gegangen, in seinem Sohn fü uns zu sterben.
Dem dürfen wir vertrauen und dem dürfen wir uns anvertrauen.
Das ist es, was uns der Jesajatext sagen will.
Wer ich bin? Der, den Gott gerade so geschaffen hat, wie er nun hier rumwerkelt.
Nicht mehr, nicht weniger.
Da muss ich nicht groß rumfeilen. Passt schon. Gott hat es so gemacht. Ich bin sein.
Gert Flessing

Quelle
DER SONNTAG, Nr. 27 | 8.7.2018 Artikel drucken Artikel im ePaper anzeigen

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