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Leuchtet die Kirche noch ein?

Kirche unter Spannung: Zum Reformationstag stellt sich die Frage nach dem Kurs der evangelischen Kirche. Viele hadern mit ihr – und geben sie dennoch nicht auf. Wohin soll die Kirche steuern?
Von Willi Wild
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In der Osternacht vor drei Jahren hat Göran Westphal den Entschluss gefasst, aus der Kirche auszutreten. Er hat lange mit sich gerungen. Am Ende kommt er zu dem Schluss, dass ihn mit der Institution nichts mehr verbindet. Die Verlautbarungen der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) zu politischen Themen stören ihn. Er vermisst mutmachende Hirtenworte des EKD-Ratsvorsitzenden Heinrich Bedford-Strohm. Die Verkündigung des Evangeliums kommt ihm zu kurz.

Auf der anderen Seite engagiert er sich ehrenamtlich in seiner Kirchgemeinde. Das tut er gerne und auch nach seinem Austritt weiter. Wenn Mitarbeiter gesucht werden, Westphal ist dabei und hilft, wo er gebraucht wird. Es sind die persönlichen Kontakte, die Vertrautheit, die er an seiner Kirchengemeinde schätzt. Ehrenamtliches Engagement sind für ihn nicht an eine Kirchenmitgliedschaft gebunden.

Die steht für Uta Mittelbach außer Frage. Auch sie sieht die Institution Kirche kritisch. Im Gegensatz dazu gehöre aber die »lebendige Kirche Gottes, die das Wort verkündet«, zu ihrem Leben. Sie kommt aus einem kirchlichen Elternhaus und engagiert sich ehrenamtlich in der Kirchgemeinde. Den Gemeindenachmittag zu organisieren oder im Projektchor mitzusingen, möchte sie nicht missen. »Ich lebe beim Singen geradezu auf«, erklärt sie begeistert. Die Gemeinschaft bedeutet ihr sehr viel. Sie möchte gern ein Feuer des Glaubens in den Herzen der Menschen entfachen und ihre Leidenschaft mit anderen teilen.

Für Gerhard Jahreis ist Kirche nicht allein die Kirchenleitung, sondern die Gemeinschaft aller Gläubigen, unabhängig von der Konfession: »Einander lieben können wir nur, wenn wir uns treffen und gemeinsam Gottesdienst feiern.« Er habe vor dem Mauerfall keinen Ausreiseantrag gestellt, so Jahreis, weil er glaubte, »wer ausreist, verlässt nur, aber verändert nicht; außerdem schwächt er die Zurückgebliebenen«.

Ähnlich argumentiert er im Zusammenhang mit der Kirchenmitgliedschaft. Der engagierte Kirchenälteste ist sich sicher: »Wer bleibt und sich einbringt, kann verändern.« Gute Anzeichen sieht er etwa bei den Erprobungsräumen der mitteldeutschen Landeskirche, dem Projekt »Zeit zum Aufstehen« (eine Initiative für die Zukunft der Kirche) oder der »Church@Night«, einem Modellprojekt der EKD für junge Menschen. Alle drei Gemeindeglieder betonen unabhängig voneinander die Ortsgemeinde als Keimzelle und Basis der Kirche.

Der Schriftsteller und Kirchenkritiker Klaus-Rüdiger Mai, der kürzlich das Buch »Geht der Kirche der Glaube aus?« veröffentlichte, empfiehlt der Kirchenleitung deshalb, alles zu tun, um die Gemeinden zu stärken. Das wünscht sich auch Gerhard Jahreis: »Ich hoffe, dass geisterfüllte Visionäre wirken, die den selbstzerstörerischen Stellenabbau an der Basis stoppen.« Jahreis wirbt für die einladende Gemeinde: »Dort, wo ein lebendiger Leib Christi wabert, fühlen sich Jung und Alt wohl.«

Eine Studie des Bistums Essen hat erstmals ausführlich nach den Motiven für den Kirchenaustritt gefragt. Die Ergebnisse sind vermutlich auch auf andere Regionen übertragbar: 60 Prozent der Befragten bezweifeln, dass die Kirche Antworten auf ihre Fragen hat. Neben der Kirchensteuer ist die fehlende Bindung der meistgenannte Austrittsgrund. Die Autoren der Studie haben ferner festgestellt, dass Tradition und Spiritualität für viele eine wichtige Rolle spielen. Vielleicht müssten die bestehenden Angebote nur ansprechender an die Zielgruppe gebracht werden.

Trotz aller Kritik an der Amtskirche will Klaus-Rüdiger Mai der Institution nicht den Rücken kehren. Denn: »Nicht Funktionäre, sondern Jesus Christus ist das Haupt der Kirche.«

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52 Lesermeinungen zu Leuchtet die Kirche noch ein?
Gert Flessing schreibt:
24. Oktober 2018, 13:31

Leuchtet Kirche noch?
Oder stellt sie ihr Licht unter den Scheffel?
Ich kann Menschen verstehen, die sich an bestimmten "Funktionären" der Kirche ärgern.
Aber es stimmt, wenn Herr Mai meint, nicht diese Menschen, sondern Jesus, der Christus, sei da Haupt der Kirche.
Das sollten wir nie vergessen. Jesus, der Christus, der Erlöser, der Befreier aus den Zwängen weltlichen Denkens und Handelns, ist es, der Haupt und Mitte ist.
Dieser Jesus ist dort gegenwärtig, wo zwei oder drei in seinem Namen beisammen sind. In seinem Namen! Nicht im Namen irgend einer politischen Überzeugung, nicht im Namen weltlicher Vorstellungen von dem, was "gut" und "gerecht" ist.
Wer Jesus vor seinen weltlichen Karren spannen möchte, der endet letztlich im Nichts. Ich erinnere an den Lehrtext des heutigen Mittwoch:"Seht zu, dass euch niemand einfange durch die Philosophie und leeren Trug, die der Überlieferung der Menschen und den Elementen der Welt folgen und nicht Christus.
Kolosser 2,8 "
Genau das ist aber die Gefahr, die ich in der Kirche sehe und bei bestimmten Frauen und Männern, die sie zu führen meinen.
Die Antworten auf das, was Menschen uns, als Kirche fragen, liegen nicht in politisch korrektem Kalkül. Sie liegen in der knappen Botschaft vom Kreuz. von unserer eigenen Unfähigkeit, Gerechtigkeit zu erzeugen und der Gnade, die uns, eben in jenem Kreuz, vor Gott gerecht spricht.
Dort werden wir zu der Grundlage gerufen, die Gott unserem Handeln in der Welt gibt, durch sein Handeln in Christus: Zu der Liebe, die Gemeinde zu einer Heimat für jene macht, die schon immer in ihr waren und für jene, die vielleicht zaghaft, nach Heimat fragen. Denn genau das ist, in unserer Zeit, di viele Menschen entwurzelt, eine ihrer quälendsten Fragen. Wie das nun gelebt werden kann, muss in jeder Gemeinde bedacht werden. Die Gaben sind da. Das Haupt ist gegenwärtig. Nur Mut! Stellt euer Licht nicht unter den Scheffel. Leuchtet!
Gert Flessing

L. Schuster schreibt:
24. Oktober 2018, 16:27

Von der EKD, von Gott hört man meist nur noch in den Medien, im Zusammenhang mit Nächstenliebe wo man dieses sein Gebot regelrecht ausquetsch betreff unserer deutschen Flüchtlingspolitik und das auch nur hier oder wo wir durch ihn gefordert wären seine Schöpfung im Sinn der deutschen grünen Politik zu behandeln, wo vorgetäuscht wird das nur ihr tun heilsam ist. Was die EKD fördert ohne zu hinterfragen und das auch obwohl in einer Demokratie eine so große Kirche wie die EKD doch möglichst unpolitisch sein sollte.

Nicht wie ihr Ratsvorsitzender im Sommer die CSU wegen ihrer Flüchtlingspolitik kritisiert, welches vor allen Wahlkampf für die Grünen in Bayern war und träg bestimmt nicht dazu bei, dass mehr Menschen an Gott, dem Vater und dem Sohn und dem heiligen Geist glauben.
Ich habe daher den Text eines aktuellen Lieds der der Sängerin Bianka eingestellt, es erinnert mich, so war´s in der Diktatur DDR glaube an den Vater gab uns Stärke und auch heute mir u. a. Kraft gibt, wie jedem der an ihn glaubt, Vielleicht trägt so ein Text aus Ecke der Volksmusik mehr dazu bei, den für die Leute wichtige Glauben zu begreifen als das was der Ratsvorsitzende kundtut.

Im Namen des Vaters

Verbannt und verboten
von Macht und Despoten
ein Symbol, das dem Glauben geweiht

Es hat nie verloren,
wird immer neu geboren,
für die Menschen, als Zeichen der Ewigkeit,

Im Namen des Vaters
und des Sohnes und des heiligen Geistes.
Wie Du warst, vor aller Zeit,
so bleibst Du in Ewigkeit,

In welchen Gefahren,
die Menschen auch waren.
das Kreuz gab die Kraft,
gab den Mut

Lies Wunder geschehen,
lies Kummer vergehen,
denn wer zum Kreuz schaut
der schaut auch hinauf zu Gott

im Namen des Vaters und des Sohnes
und des heiligen Geistes
Wie Du warst vor all der Zeit
so bleibst Du in Ewigkeit.

Im Namen des Vaters…

Marcel Schneider schreibt:
25. Oktober 2018, 8:00

Jesus war jemand, der gerade auf die Menschen zugegangen ist, die zu seiner Zeit verachtet und an den Rand gestellt wurden. Auch auf diejenigen, vor denen man Angst hatte (etwa die Aussätzigen) und die man verdächtigt hat, sich nur bereichern zu wollen (etwa die Zöllner). Und obwohl die religiöse Elite vor 2000 Jahren auf Andersgläubige sehr geringschätzig herabgeschaut hat, hat sich Jesus auch mit der Frau am Jakobsbrunnen oder der Syrophönizierin liebevoll auseinandergesetzt. Ja, er nimmt sogar einen Samariter als Vorbild für die Nächstenliebe. Insofern steht Jesus immer für einen herzlichen und offenen Umgang mit allen, die in Not sind, auch Flüchtlinge. Ihn für irgendwelche Positionen gegen Flüchtlinge vereinnahmen zu wollen, wäre höchst unbiblisch.
Verwundert bin ich eher über die massive Angst, die manche Christinnen und Christen bei diesen Themen entwickeln - schließlich ist Jesus derjenige, der uns immer wieder ermutigt, auf die Kraft Gottes zu vertrauen und uns nicht zu fürchten. Mit dem Jesus, der sagte „Sorge dich nicht um Morgen“ und der selbst sein Leben für die Welt gab, hat das wenig zu tun.

Gert Flessing schreibt:
25. Oktober 2018, 12:32

Lieber Herr Schneider,
Sie haben Recht - und sie irren.
Sie haben Recht, denn Jesus ist auf Menschen zugegangen und er stand ihnen bei. Damit hat er sich von frommen Sprücheklopfern seiner Zeit unterschieden. Bevor sie aber zu übermütig werden, lassen Sie sich gerade das Gespräch mit der Syrophönizierin noch einmal auf der Zunge zergehen.
Jesus war Jude. Er lebte durchaus in dem, was seine Religion vorgab. Er war bereit, um Gottes Liebe willen, die er den Menschen bringen wollte, die Verengungen dieser Religion zu überwinden.
Aber er war und blieb seinem Glauben und dem Gott seines Volkes, den er Vater nannte, verbunden.
Dazu kommt, das alle seine "Grenzüberschreitungen" sehr persönliche Handlungen waren. Ja. Geh hin und tue desgleichen. Das gilt uns.
Sie irren, denn es gibt zwei Ebenen. Die eine Ebene ist die unseres Handelns aus dem Vertrauen in den gnädigen Gott. Sie bringt uns dazu, dort zu helfen, wo Hilfe nötig und möglich ist. Da denke ich auch und gerade an den Bettler vor Ihrer Kirchentür. Da denke ich an das, was Gemeinden leisten, um Flüchtlingen zu helfen, sich in unsere Gesellschaft einzufügen.
Die andere Ebene ist die des Staates. Er muss abwägen, was die Gesellschaft, für die er Verantwortung trägt, zu leisten vermag, ohne dabei, in ihren Grundfesten, erschüttert zu werden.
Es geht nicht um die Ängste von diesem oder jenem Menschen, es geht um eine tiefe Verunsicherung der Gesellschaft, die sich vielleicht ebenso on denen, die Politik zu machen haben, verlassen fühlen, wie die Gesellschaft des römischen Imperiums im Jahr, als Petrus und Paulus Märtyrer wurden.
Eine Gesellschaft, die das Gefühl hat, das ihre Cäsaren nur noch Schauspieler zu sin scheinen, bebt und kann zerbrechen.
Nein, ich sorge mich gewiss nicht. Ich weiß, das ER für uns sorgt. Aber ich bin nicht naiv genug, doe Probleme, die noch kommen werden, nicht zu sehen.
Gert Flessing

Johannes schreibt:
25. Oktober 2018, 18:10

Lieber Herr Flessing,
wenn Sie mit " Er muss abwägen, was die Gesellschaft, für die er Verantwortung trägt, zu leisten vermag, ohne dabei, in ihren Grundfesten, erschüttert zu werden."- wenn sie damit Jesus meinen, spricht gerade die Erzählung vom Zinsgroschen ein ganz andere Sprache. Jesus hat nicht erwogen, was die jüdische Gesellschaft unter römischer Knute zu leisten vermag. Er hat klar und deutlich gesagt:" Dann gebt dem Kaiser zurück, was dem Kaiser gehört. Wir aber gehören zu JHWH." Insofern haben Sie recht, er lebte in tiefem jüdischen Glauben an den, der in der Geschichte Israels sich immer wieder als ihr Gott erwiesen hat und zu dem er "Abba" sagt. - Wir gehören nicht dem Kaiser; wir gehören Gott. sind allein SEIN Eigen.

Johannes Lehnert

Gert Flessing schreibt:
26. Oktober 2018, 9:11

Lieber Herr Lehnert,
es ist interessant, dass Sie die Zinsgroschengeschichte erwähnen. Denn so eindeutig, wie Sie diese Geschichte auslegen, ist sie nicht.
Zum einen ist es übertrieben, von einer "römischen Knute" zu reden. Das Imperium gewährte den Menschen einiges an Freiheit, die sie so wohl in einem eigenen Staat nicht gehabt hätten. Dazu kommt auch, dass die jüdische Religion als einzige vom "Kaiseropfer" befreit war.

Zum anderen hat Jesus das römische Primat nie in Frage gestellt. Selbst nicht, als er vor Pilatus stand. Er gestand Pilatus zu, weltliche Macht zu haben. Jesus sprach keinerlei Rebellion ein Recht zu, ja, in seinem "Weinen über Jerusalem" wird deutlich, das er spürt, wie wenig sein Volk begriffen hat, was seinem Frieden hätte dienen können.
Die Steuermünze, ein Denar, ist jene Seite des Lebens, die der Welt angehört. Sie ist mit der weltlichen Macht verbunden. Jesus sagt nicht, dass diese weltliche Macht kein Recht hat, Steuern zu erheben. Der Denar kommt von dieser Macht und er geht dort wieder hin.
Der Mensch aber ist Gott zugehörig, er ist ja von ihm geschaffen, so wie die Münze von "der Welt". Von daher geben Menschen ihr Herz Gott.
Jesus wusste freilich, dass es gerade bei denen, die ihn herausfordern, nicht so einfach ist, das Eine vom Anderen zu trennen. Die Pharisäer lebten ja von ihren Geschäften, die sie mit und in dem römischen Staatswesen, machten und sie profitierten davon, wie ja auch der Besitz des Denar deutlich macht.
Wie Sie wissen, halte ich viel von der "Zwei Reiche Lehre" und finde sie auch hier nicht wirklich in Frage gestellt.
Gert Flessing

Johannes schreibt:
03. November 2018, 9:38

Lieber Herr Flessing,
in unseren Texten scheint immer ein wenig "Gesinnungsethik versus Verantwortungsethik" durch. - Die Auslegung der Zinsgroschengeschichte ist nicht aus meinem Gehirn entsprungen, sondern stammt von dem Theologen Pinkas Lapide, der das zweite Testament aus jüdischer Sicht liest. Und seine Interpretation ist mir sehr einleuchtend. Er begründet aus der Historie die äußerst kritische Sicht auf die römische Herrschaft und die jüdischen Kollaborateure. Und die römische Steuermünze, an der jüdisches Blut klebt, ist in der Erzählung ein Symbol für die ganze Situation.
- Natürlich kenne ich Ihre Auslegung der Geschichte, ist sie doch seit Jahrhunderten die Deutung der Kirche, die gern mit der Macht zusammenarbeitet und dem Kaiser, König, Fürsten usw. das Recht auf Gewalt zuspricht (und in deren Schatten auch von der Macht profitiert!) Das kritisiert nach Lapides Auslegung, die mir sehr einleuchtend ist, indem er Jesus so versteht: Gebt dem Kaiser z u r ü c k , was dem Kaiser gehört. A b e r wir gehören ihm nicht, sondern JHWH. - Ich habe mit dem Denkmodell der Zweireichelehre noch nie richtig etwas anfangen können. Mir ist das "Wir sollen Gott mehr gehorchen als den Menschen" sehr viel näher an dem, was Jesus vorgelebt und gepredigt hat.

Mit freundlichem Gruß
Johannes Lehnert

Gert Flessing schreibt:
04. November 2018, 23:25

Lieber Herr Lehnert,
ich lese die Bibel, wie auch andere Schriften, durchaus mit den Augen eines Menschen, der sich mit der Geschichte und eben auch der Geschichte der Zeit Jesu, befasst hat.
Es ist, so denke ich, ein recht neutraler Blick. Ich kann die Sicht von Herrn Lapide durchaus verstehen. Er steht damit in einer guten Tradition jener Leute die damals einen wesentlichen Teil des Judentums repräsentierten und die uns Flavius Josephus sehr schön nahe bringt.
Aber diese Sicht ist eben auch nur eine Teilwahrheit.
Man kann das römische Imperium auch als die größte Inovationsmaschine der Geschichte betrachten und als einen entgrenzten Raum, wie ihn sich manche guten Europäer heute wünschen würden.
Das es dabei auch immer um Wirtschaft und Handel geht und das es dabei nicht nur Gewinner gibt, ist wohl deutlich.
Natürlich müssen wir Gott mehr gehorchen, als Menschen. Dennoch denke ich, wie Paulus, das, da wir hier auf Erden wandeln, die Obrigkeit, wie er es nennt, Teil der notwendigen Ordnungen Gottes ist. Erst da, wo diese Obrigkeit versagt, ist es geboten, um Gottes Willen, ihr zu widerstehen.
Aber ich denke, das auch Sie spüren, dass wir hier einen schmalen Pfad betreten. Gerade heute und in dieser Zeit.
Wenn weiter unten von dem Riss die Rede ist, der Gesellschaft und eben auch Kirche zu spalten droht, so weiß ich sehr wohl, das er real ist. Ich weiß aber auch, das wir ihn kaum heilen können, wenn wir die Schuld bei denen suchen, die dafür sorgen, das Steuermünzen gezahlt und verwendet werden.
Das sind irgendwie wir alle, denke ich. Ich lese hin und wieder die Aushänge, die man am Büro der Linken in der Demmeringstraße bewundern kann. Vom Hambacher Forst, bis hin zur Abschaffung der Gefängnisse, was von anarchistisch geprägten Leute gefordert wird, weil alle Obrigkeit nur repressiv ist. Ich kann und will mich mit derartigen Vorstellungen nicht solidarisieren. Ich bin auch nicht davon überzeugt, das eine Gesellschaft so funktionieren kann, wie mancher dort zu denken scheint.
Also werde ich weiter "dem Kaiser geben, was ihm zusteht" (ein guter Steuerberater hilft das in Grenzen zu halten), aber Gott gehört mein Herz und meine Kraft, die mir hilft, dort, wo ich es vermag, mit der Liebe für Menschen da zu sein, zu der wir gerufen sind.
Man kann mehr wollen. Man kann mehr erhoffen für die "geknechtete Schöpfung". Aber ich weiß, das es Gott ist, der das uns geben will und wird. Nicht wir selbst.
Eine gute Woche wünscht
von Herzen
Gert Flessing

Beobachter schreibt:
25. Oktober 2018, 12:49

Ja, Jesus war jemand, der gerade auf die Menschen zugegangen ist, die zu seiner Zeit verachtet und an den Rand gestellt wurden. Auch auf diejenigen, vor denen man Angst hatte (etwa Pegidaisten und AfDler samt Wähler)) und die man verdächtigt hat, sich nur bereichern zu wollen (Schlepper und deren Helfern und Unterstützern oder Proviteure des Geldsegens für die Asylindustrie).
Verwundert bin ich eher über die Naivität und Leichtgläubigkeit, die manche Christen, oft in "leitenden" Positionen, bei diesen Themen entwickeln - schließlich ist Jesus derjenige, der uns immer wieder ermutigt, auf die Kraft Gottes zu vertrauen und klug und aufmerksam (nicht töricht!)bereit zu sein!

L. Schuster schreibt:
25. Oktober 2018, 15:48

"Sorgt euch also nicht um morgen; denn der morgige Tag wird für sich selbst sorgen. Jeder Tag hat genug eigene Plage". so heißt es genau bei Matthäus 6, 34. Es geht um die Probleme die heute sind, und da ist ein sehr extrem die beängstigende die Zuwanderungspolitik der offenen Grenzen. Auch wenn Sie hier von diesen Plagen oder Angst vielleicht in ihren Elfenbeinturm nichts mitbekommen oder Vorfällen wie z. B Silvester vor den Kölner Dom erst recht verschliefen, was natürlich Ihre Entscheidung ist, Ihr freier Wille ist aber es gibt auch viele Christen die Ihne das Übel nehmen.

Wo ich glaube unser Vater, Jesus erhofft aber, dass wir nicht schlafen sondern leben bzw. nicht bequem wie sie es vielleicht nur sind. Nicht nur um die Bibel besser zu verstehen sondern auch nicht zu bequem sind die uns gegebene Vernunft auch wirklich und richtig zu gebrauchen, wo es hier heute nur heißen kann macht die EU-Außengrenze zu.
Fast keine Tote im Mittelmehr oder in der Sahara mehr, für die Herkunftsländer wäre ein verbleibenden der Weggehenden dort besser, wie für die EU und unserem Land auch.

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