»Wir müssen reden«

Podiumsdebatte: DER SONNTAG lädt zum Gespräch über die Spannungen in der Gesellschaft
(so)
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Gert Pickel, Gisela Kallenbach und Stefan Seidel sprechen am 31. Januar in der Leipziger Bethlehemsgemeidne über die Krise der Gesellschaft.

Vielfach wird in diesen Tagen der Satz beschworen: »Wir müssen reden.« Denn die Gesellschaft driftet auseinander. Immer lauter werden die politischen Ränder und immer tiefer scheint der Riss durch die Gesellschaft zu werden. Bestimmte Reizthemen wie Migration oder Europa polarisieren die Menschen. »Im Freundeskreis und in der Familie gehen die Ansichten über den Zustand unserer Gesellschaft oft weit auseinander. Gemeinsinn und Eigennutz stehen gegeneinander. Das macht auch vor unseren Kirchentüren nicht Halt – im Gegenteil«, sagt die Leipziger Christin und Politikerin Gisela Kallenbach.

Deshalb hat sie zusammen mit dem SONNTAG eine Podiumsdiskussion in der Leipziger Bethlehemsgemeinde organisiert. Denn: »Ein offener Diskurs kann helfen, die Positionen zu hinterfragen«, so Kallenbach.

Am Donnerstag, den 31. Januar, ab 19 Uhr diskutieren im Gemeindehaus der Bethlehemgemeinde (Kurt-Eisner-Straße 22) der Leipziger Religionssoziologe Gert Pickel mit dem Leitenden Redakteur des SONNTAG, Stefan Seidel, sowie Gisela Kallenbach über das Thema »Die Gesellschaft vor der Spaltung? Ist der neue ›Kulturkampf‹ die richtige Antwort auf die Krise?«

Gert Pickel wird auf der Basis seiner Forschungen über die Themen Angst, Populismus sowie Umgang mit der Religion des Islam sprechen. Gefragt wird: Ist der Islam wirklich die Hauptursache aller gegenwärtiger Probleme?

Religion könne in diesen Tagen beides sein, so Pickel: Konfliktfaktor oder Begegnungsort. Wenn allerdings eine Gruppe pauschal abgelehnt und als nicht-zugehörig betrachtet werde, sei der Zusammenhalt gefährdet und es entsteht ein Konflikt, so Pickel.

Stefan Seidel hat in seinem Buch »Für eine Kultur der Anerkennung« (2018) gezeigt, wie wichtig die Erfahrung der Anerkennung im Leben und in der Gesellschaft ist. Mangelnde Anerkennung seien Gründe für Konflikte – in der Familie wie in der Gesellschaft. Eine Spaltung sei demnach immer eine schlechte Lösung. Denn sie löst kein Problem, sondern verschärft es in der Regel. Gesucht werden sollte nach Wegen, Anerkennung für sich und andere zu gewährleisten. Hierbei sei auch die Kirche gefordert.

Das Gespräch moderiert Gisela Kallenbach. Zum Mitdiskutieren ist das Publikum herzlich eingeladen. Der Eintritt ist frei. Beginn ist 19 Uhr mit einer musikalischen Einstimmung durch den Pianisten Tilmann Löser (»Klänge der Hoffnung«). Das Podiumsgespräch beginnt dann um 19.30 Uhr.

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