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Bewertung des Lebens

Von Katja Schmidtke
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Es ist also entschieden: In Zukunft übernehmen die Krankenkassen den Test, mit dem das Blut schwangerer Frauen auf Gen-Trisomien des Fötus untersucht werden kann. In begründeten Einzelfällen und nach ärztlicher Beratung soll dies möglich sein. Rechtlich und medizinisch ist das gut begründet: Immerhin ersetzt der Bluttest die risikoreiche Frucht-wasseruntersuchung.

Trotzdem ist die Entscheidung des Gemeinsamen Bundesausschusses im Gesundheitswesen ein Fehler. Der Test wird unsere Welt ärmer und kälter machen, weil er gesamtgesellschaftliche Fragestellungen ins Private verdrängt. Er wird den Druck auf werdende Eltern erhöhen und er wird Menschen mit Down-Syndrom weiter ausgrenzen.

Unser Leben ist ein Geschenk Gottes. Er haucht uns mit dem Atem aber kein Anrecht auf 100-prozentige Sicherheit, ewiges Glück und vollkommene Gesundheit ein. »Leben ist immer lebensgefährlich« (Erich Kästner).

Unterziehen wir Ungeborene einem Test, hat dies auch Folgen für unser Dasein. Sind Menschen mit einem »schweren Schicksal« per se unglücklich? Was ist, wenn wir als (vermeintlich) Gesunde alt und gebrechlich werden, wenn wir Unfälle erleiden oder wegen schwerer Krankheiten nicht mehr so leben können wie vorher? Der Gen-Test ist ein weiterer Schritt auf dem Weg zur Leistungsfixierung, zur Bewertung des menschlichen Daseins an Performance und Rentabilität.

Unsere Kinder sind unsere Kinder, sie wachsen in uns heran, wir bringen sie auf die Welt, stillen und nähren sie. Wir lieben sie, aber sie sind nicht auf der Welt, um unsere Träume zu erfüllen. Sie sind unsere Kinder – aber sie gehören nicht uns. Wir haben kein Recht über ihr Leben zu entscheiden.

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