Glücklich nach Gottes Weisung leben

»Glücklich ist die Nation, deren Gott der HERR ist! Freuen kann sich das Volk, das er als sein Eigentum erwählte.« Psalm 33, Vers 12
Dorothee Lücke
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Dorothee Lücke
Dorothee Lücke ist Pfarrerin der Kirchgemeinde St. Jakobi-Kreuz Chemnitz. © privat

»Wieso fühlt ihr euch eigentlich als Gottes auserwähltes Volk?« – vor einiger Zeit fragte ich eine jüdische Freundin danach. Sie erklärte mir, dass der Begriff »Auserwählung« in der Bibel gar nicht vorkommt. Die Texte sprechen vielmehr davon, dass Gott das jüdische Volk »gewählt« hat. Diese Wahl Gottes bedeute aber keine Bevorzugung, sondern einen Vertrag Gottes mit den Jüdinnen und Juden. In 2. Mose 19 wird erzählt, wie Gott ihnen die Gebote übergibt und verspricht: Wenn Ihr gut auf mich hört und meinen Bund haltet, dann werdet Ihr mein liebstes Volk sein, denn mir gehört die ganze Welt.

Ich verstand: Das jüdische Volk ist erwählt durch seinen Bund mit Gott. Der bedeutet keine Privilegien, sondern die Selbstverpflichtung, nach den Geboten zu leben. 613 sind das und meine Freundin meint, manchmal wären sie eine ganz schöne Last. Aber sie erlebt auch, dass sie ihr helfen, ihr Orientierung für den Alltag geben. Sie betet täglich im traditionellen Morgengebet: »Gelobt seist du, Ewiger, unser Gott, König der Welt, der uns erwählt hat aus allen Völkern und uns seine Tora gegeben.« Gerne diskutiert sie, wie die Texte der Tora verstanden werden können. Manchmal tun wir dies auch miteinander und tauschen uns aus.

Der Wochenspruch spiegelt also die Erfahrung wider, wie glücklich es machen kann, nach Gottes Weisung, nach seinem Wort zu leben. Diese Erfahrung teile ich mit meiner Freundin. Sie zeigt, wie viel uns als Juden und Christen miteinander verbindet. Obwohl sie zu Gottes bleibend erwähltem Volk gehört, habe ich keinen Grund, neidisch zu sein, sondern kann mich mitfreuen.

Quelle
DER SONNTAG, Nr. 32 | 8.8.2021 Artikel drucken Artikel im ePaper anzeigen

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