Abendmahl und Arbeitsmittel

Tageszusammenfassung: Landessynode hat intensiv über Abendmahl diskutiert – Berufseinstieg von Gemeindepädagogen und Kantoren sowie ihre Ausstattung mit Arbeitsmitteln sollen verbessert werden
(so/epd)
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Pause im Sitzungssaal der Landessynode zur Frühjahrstagung im Haus der Kirche in Dresden. © Uwe Naumann

Nach einer ausführlichen Debatte hat Sachsens evangelische Landessynode am Samstag auf ihrer Tagung mehrheitlich ein Papier zur Abendmahlspraxis verabschiedet. Darin wird von digitalen Feiern des Abendmahls abgeraten, sie würden nicht dem theologischen Verständnis entsprechen, hieß es. Hintergrund ist die Corona-Pandemie, während der Gottesdienste temporär ins Digitale verlegt wurden. Zum Teil hatten Kirchgemeinden auch das Abendmahl digital praktiziert.

Sachsens evangelischer Landesbischof Tobias Bilz betonte die Bedeutung einer gemeinsamen Abendmahlsfeier in Präsenz zur Stärkung des Glaubens. Den Rückzug ins Private beim Abendmahl wünsche er sich nicht, vielmehr solle die Gemeinde zusammenkommen.

Falls aus bestimmten Gründen keine Gottesdienste möglich sind, solle auf das gemeinsame Mahl bewusst verzichtet werden, heißt es im verabschiedeten Papier, dass der Theologische Ausschuss erarbeitet hatte. Die Lücke solle mit einer „intensiven Praxis von Gebet und Schriftlesungen“ geschlossen werden. Der Beschluss der Synode ist kein Kirchengesetz, sondern eine Empfehlung.

In der Pandemie gebe es aktuell „eine vielfältige kreative Praxis“, sagte Bilz. Aber es dürfe nicht vergessen werden, was die Kernelemente des Heiligen Mahles sind. „Das stärkste Symbol ist der Gemeinschaftskelch für die Familie Gottes“, sagte der Landesbischof.

Beim Abendmahl teilen Christinnen und Christen Brot und Wein wie Jesus mit seinen Jüngern. Als er Brot und Wein reichte, sagte er: „Dies ist mein Leib“ und „Dies ist mein Blut“. In der evangelischen Kirche ist das Abendmahl eines der zwei Sakramente.

Die Synode hatte zuvor ohne größere Diskussionen sechs Gesetzesvorlagen in erster Lesung zugestimmt. Eines der Gesetze, das auf einer Richtlinie der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) von 2019 basiert, regelt den Schutz vor sexualisierter Gewalt. Es sieht Prävention und Aufklärung sowie die Unterstützung Betroffener vor. Für die Evangelisch-Lutherische Landeskirche Sachsens bringt es eine rechtliche Grundlage, um zum Beispiel Führungszeugnisse bei Personaleinstellungen verlangen zu können.

Laut Sachsens Landeskirchenamtspräsident Hans-Peter Vollbach sind im Bereich der Landeskirche 17 Fälle sexuellen Missbrauchs bekannt. Eine unabhängige Kommission besteht seit 2012. Sie beschäftigt sich laut Vollbach auch mit den Anerkennungsleistungen nach erlittener sexueller Gewalt. Die Summe der bisher geleisteten Zahlungen ist öffentlich nicht bekannt. Laut Vollbach haben bisher acht evangelische Landeskirchen zum Schutz vor sexuellem Missbrauch eigene rechtliche Handlungsgrundlagen geschaffen.

Die Synode beriet auf ihrer Tagung außerdem Änderungen der Verfassung, des Kirchenbezirksgesetzes und der Kirchgemeindeordnung der Landeskirche, um befristet bis 2024 auf allen Ebenen digitale Gremiensitzungen zu ermöglichen. Alle sechs Gesetzesvorlagen sollen am Sonntag nach zweiter Lesung beschlossen werden.

Am Nachmittag und Abend berieten die Synodalen zudem verschiedene Anträge aus den Ausschüssen. Unter anderem wurde darüber diskutiert, wie "erschreckend" die Ausstattung der Gemeindepädagogen und Kantoren mit Arbeitsmitteln ist, sagte die Leipziger Bezirkskatechetin Susanne Stief. Eine Umfrage hätte ergeben, dass nur einzelne Mitarbeitende über Diensthandy oder Dienstlaptop verfügen würden. Das Landeskirchenamt soll nun bei den Anstellungsträgern auf eine Verbesserung hinwirken. Ebenfalls verbessern soll sich der Berufseinstieg der beiden Berufsgruppen durch eine bessere Begleitung, ein sogenanntes Mentoring. Zuletzt wurde ein Antrag beraten, wonach die Kürzung um 50 Prozent bei der Arbeitsstelle Eine Welt rückgängig gemacht werden soll und die drei Stellen der Beauftragten für Frieden, Gerechtigkeit und Bewahrung der Schöpfung in einer Arbeitsstelle zusammengeführt werden soll. Dieser Antrag wurde in den Finanzausschuss verwiesen, der eine Finanzierung der Arbeitsstelle Eine Welt prüfen soll.

Das Kirchenparlament tagt noch bis Sonntag in der Dresdner Dreikönigskirche. Das Treffen wurde coronabedingt von üblicherweise vier auf drei Tage verkürzt. Zur evangelischen Landeskirche in Sachsen gehören derzeit rund 663.000 Mitglieder.

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