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Altbischof Johannes Hempel gestorben

Früherer sächsischer Landesbischof starb am 23. April im Alter von 91 Jahren im Dresdner Altenzentrum der Diakonissenanstalt
(so)
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Johannes Hempel, Landesbischof, Sachsen, Tod
Der frühere sächsische Landesbischof Dr. Johannes Hempel – hier 2007 – ist im Alter von 91 Jahren gestorben. © Archiv

Der sächsische Landesbischof im Ruhestand Johannes Hempel ist tot. Er starb am 23. April im Alter von 91 Jahren im Altenzentrum der Dresdner Diakonissenanstalt. Das teilt die Landeskirche auf ihrer Internetseite mit. Hempel war von 1972 bis 1994 sächsischer Landesbischof und von 1991 bis 1997 stellvertretender Vorsitzender des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD). Über die Grenzen der Landeskirche hinaus galt Hempel als ein hervorragender Theologe und Prediger, würdigt ihn die Landeskirche. Seine letzte Amtsjahre waren geprägt von den Vorereignissen der Friedlichen Revolution und der Umgestaltung der gesellschaftlichen Verhältnisse, die auch erhebliche Auswirkungen für die Kirchen hatten.

Der amtierende Landesbischof Tobias Bilz habe Johannes Hempel als eine eindrückliche Persönlichkeit erlebt, die ihm als jungem Theologen tiefen Respekt eingeflößt habe, heißt es in der Erklärung. »Er war eine Autorität. Schwierige Situationen zu ordnen und das wegweisende Wort zu sprechen, war eine seiner großen Stärken«, sagt Tobias Bilz über den Verstorbenen.

Johannes Hempel folgte 1972 auf den ein Jahr zuvor verstorbenen Gottfried Noth ins Bischofsamt. Für Hempel seien neben dem Bischofsamt vor allem die Kontakte zu Kirchen anderer Länder prägend gewesen, heißt es von der Landeskirche. So war er seit 1975 Mitglied des Zentralausschusses und des Exekutivausschusses des Ökumenischen Rates der Kirchen (ÖRK) in Genf und ab 1983 einer der sieben Präsidenten des ÖRK. 1981 wurde er leitender Bischof der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche in der DDR und ab 1982 Vorsitzender der Konferenz der ostdeutschen Kirchenleitungen. Seine Perspektive der ostdeutschen Landeskirchen sei in die Beratungen des ersten Rates der wiedervereinigten BRD eingebracht worden und habe wesentlich zu einer Integration der unterschiedlichen kirchlichen Traditionen in der neuen EKD beigetragen, teilt die Landeskirche mit.

Johannes Hempel wurde 1929 in Zittau geboren und studierte nach dem Abitur zunächst in Tübingen Philosophie, Germanistik und Geschichte. 1950 entschied er sich in Heidelberg zusätzlich für das Theologiestudium und wechselte 1951 an die Kirchliche Hochschule Berlin. Er wurde später Pfarrer in Gersdorf im damaligen Kirchenbezirk Glauchau.1958 nahm Hempel seinen Dienst an der Leipziger Thomas-Matthäi-Kirchgemeinde auf, wo er gleichzeitig als Studieninspektor am Predigerkolleg St. Pauli in Leipzig tätig wurde. In dieser Zeit promovierte Hempel zum theologischen Thema »Vision und Offenbarung in Franz Werfels Romanen »Jeremias« und »Das Lied von Bernadette«. Von 1963 bis 1967 war Johannes Hempel Studentenpfarrer in Leipzig, bevor er 1967 bis zu seiner Bischofswahl 1972 als Studiendirektor an das Predigerkolleg zurückkehrte.

Hempel wurde 2003 mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet und dafür geehrt, dass er immer wieder Menschen half, die in der DDR wegen ihres Glaubens in Konfliktsituationen gerieten. Auch sein aktiver und gestalterischer Beitrag im politischen und gesellschaftlichen Umbruch wurde in diesem Zusammenhang gewürdigt.

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