Bettina Westfeld zur Synodalpräsidentin gewählt

Im dritten Wahlgang erhielt die Historikerin 54 von 77 Stimmen der Mitglieder der 28. Landessynode
(epd)
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Bettina Westfeld, Landessynode, Präsidentin
Bettina Westfeld (M.) ist zur Präsidentin der 28. Landessynode gewählt worden. © evlks

Die Dresdner Historikerin Bettina Westfeld ist neue Präsidentin der Evanglisch-Lutherischen Landessynode Sachsens. Die 44-Jährige wurde am Samstag auf der konstituierenden Sitzung in Dresden mit deutlicher Mehrheit gewählt. Sie erhielt im dritten Wahlgang 54 von 77 Stimmen und setzte sich damit gegen den Rechtsanwalt Christoph Apitz (53) durch.

Westfeld folgt auf den Rechtsanwalt Otto Guse, der das Parlament seit 2008 leitete und zur Wahl nicht mehr angetreten war. Sie ist die zweite Frau an der Spitze der sächsischen Synode. Von 1996 bis 2008 führte Gudrun Lindner das Parlament. Westfeld war Vizepräsidentin der beiden vorangegangenen Landessynoden.

Sie wolle ein "Klima der Beteiligung" in der Landessynode schaffen und mit Digitalisierung die Arbeitsfähigkeit verbessern. "Ich träume davon, dass sich in der Synode die Stimmung in den Kirchgemeinden abbildet", sagte sie. Kirche und Synode brauchen ihr zufolge eine offene Kommunikation. Als Synodalpräsidentin wolle sie die gesamte Kirche in den Blick nehmen.

Westfeld wurde 1975 in Dresden geboren und wuchs in einem christlichen Elternhaus auf. Nach dem Abitur am Dresdner Kreuzgymnasium studierte sie in ihrer Heimatstadt Neuere und Neueste Geschichte, Wirtschafts- und Sozialgeschichte sowie Philosophie.

Danach war sie am Hannah-Arendt-Institut an der Technischen Universität Dresden sowie in der Stiftung Sächsische Gedenkstätten in verschiedenen Einrichtungen tätig. Ihr thematischer Schwerpunkt war die politische Strafjustiz in der DDR.

Westfeld engagiert sich über die ehrenamtliche Arbeit in der Synode hinaus in ihrer Kirchgemeinde Dresden-Coschütz-Gittersee. Sie ist zudem seit Jahren Mitglied im Trägerverein Gedenkstätte Bautzner Straße Dresden ("Erkenntnis durch Erinnerung") und Vorstandsmitglied im Förderverein des Evangelischen Kreuzgymnasiums.

Als freiberufliche Historikerin arbeitete sie unter anderem zur Geschichte der Frauenordination, der Diakonie Sachsen und der Landessynode. Auf der 12. Vollversammlung des Lutherischen Weltbundes (LWB) 2017 in Windhuk (Namibia) wurde sie in den Rat des LWB gewählt.

Schon früh nahm Westfeld nach eigenen Angaben die Spannung zwischen christlichem Elternhaus und der vereinnahmenden Ideologie des DDR-Staats wahr. Geprägt war ihre Kindheit und Jugend von ihrer Heimatkirchgemeinde in Dresden-Seidnitz. Die Veränderungen von 1989 mit der friedlichen Revolution bedeuteten für die damals 14-jährige "eine Fülle an Freiheiten und Möglichkeiten", sagt sie.

Bettina Westfeld gehört seit 2002 als gewähltes Mitglied des Kirchenbezirks Dresden-Mitte der sächsischen Landessynode an. 2020 wurde sie von der sächsischen Kirchenleitung in die 28. Landessynode berufen. Westfeld ist verheiratet und Mutter von drei Söhnen.

Die Synode ist das gesetzgebende Organ der Landeskirche, der rund 663.000 Mitglieder angehören. Sie tagt regulär jeweils im Frühjahr und Herbst öffentlich. Die konstituierende Sitzung der 28. Landessynode findet noch bis Sonntag in der Dresdner Dreikönigskirche statt.

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