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Bitte um Einheit – Erklärung zum Rücktritt des Landesbischofs

Die Landessynode verabschiedet nach dramatischer Debatte eine Erklärung zum Rücktritt von Carsten Rentzing
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Verabschiedung Bischof Rentzing EVLKS
Carsten Rentzing wurde am Freitag in einem Gottesdienst in Dresden als Landesbischof verabschiedet. © Giersch

Nach einer langen und dramatischen Debatte verabschiedete die Landessynode am späten Montagnachmittag einen Erklärungstext zum Rücktritt von Landesbischof Rentzing. Darin wird einerseits Betroffenheit über den Rücktritt und Dankbarkeit für das Wirken Carsten Rentzings geäußert. Andererseits wird an die Bemühungen um Einheit der Landeskirche appelliert. »In allen Unterschieden und Konflikten trägt uns eine geistliche Basis: Die Gemeinschaft aller Schwestern und Brüder gründet in der gemeinsamen Zugehörigkeit zu Christus«, heißt es. Beklagt wird, dass es nicht gelungen sei, das Miteinander mit Respekt und Wertschätzung zu gestalten und sich trotz unterschiedlicher Positionen nicht zu verurteilen. Für die Einheit der Landeskirche soll gebetet werden, Beichte, Gnade und Vergebung als Weg zu einem Neuanfang zu sehen und einen respektvollen Umgang miteinander zu pflegen. Wichtig sei, sich trotz unterschiedlicher Positionen nicht zu verurteilen. Es wird darum gebeten, den Buß- und Bettag auch als Gebetstag für das Verständnis untereinander und für die Einheit der Landeskirche zu nutzen. Weiter heißt es: »Die Ereignisse der letzten Wochen auch als Chance zu nutzen, um zu einer Gesprächs- und Kommunikationskultur in unserer Landeskirche zu kommen, die klar, transparent und verlässlich ist.« Am meisten diskutiert wurde der Satz: »Öffentliche Petitionen gegen Personen und Amtsträger sind kein Mittel zur Klärung von Sachfragen und beschädigen unsere Strukturen.« Er kam schließlich nach gesonderter Abstimmung in die Erklärung.

Vorausgegangen war eine abermalige dramatische und stundenlange Debatte um die Bewertung des Rücktritts Rentzings. Zur Debatte standen hauptsächlich zwei Erklärungsentwürfe – einer des Theologischen Ausschusses und einer des Landessynodalen Rolle, dem sich 12 weitere Synodale angeschlossen hatten und in dem die Absage an Petitionen als Diskursmittel enthalten war. In diesem Erklärungstext fehle die Bitte um Vergebung, kritisierte Leipzigs Superintendent Martin Henker während der Aussprache. Außerdem kritisierte er, dass darin öffentliche Petitionen gegen Personen und Amtsträger bezeichnet werden als »kein Mittel zur Klärung von Sachfragen«. Dieser Satz erwecke den Eindruck, so Henker, dass die Petition Ursache für den Rücktritt Rentzings gewesen sei. Dies sei aber so nicht der Fall. Zwischenzeitlich wurde die Debatte sogar unterbrochen, um eine Zusammenkunft des Ältestenrates zur Sache zu ermöglichen. Schließlich wurde die Absage an Petitionen in den Text des Theologischen Ausschusses integriert, woraufhin der Synodale Rolle seine Erklärung zurückzog. Die Erklärung wurde mit 9 Gegenstimmen angenommen. In den Text ist nach der Debatte auch dieser Satz eingeflossen: »Als Landessynodale nehmen wir auch unter uns keine einmütige Beurteilung der letzten Wochen wahr. Wir klagen über die entstandenen Verwerfungen.«

Quelle
VERÖFFENTLICHT AM 18.11.2019 Artikel drucken

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