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Diakonische Konferenz verabschiedet in Dresden Erklärung zum gesellschaftlichen Zusammenhalt

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Mit einem Gottesdienst in der Dresdner Frauenkirche war am Mittwoch die diesjährige Konferenz Diakonie und Entwicklung eröffnet worden. © Foto: Steffen Giersch

Die Konferenz Diakonie und Entwicklung, die derzeit in Dresden tagt, hat eine "Erklärung zu Migration und gesellschaftlichem Zusammenhalt" verabschiedet, das erklärte die evangelische Hilfsorganisation heute.

Hier eine Zusammenfassung:

Erklärung der Konferenz Diakonie und Entwicklung

"Wenn ein Fremdling bei euch wohnt in eurem Lande, den sollt ihr nicht
bedrücken. Er soll bei euch wohnen wie ein Einheimischer unter euch, und du
sollst ihn lieben wie dich selbst; denn ihr seid auch Fremdlinge gewesen in
Ägyptenland. Ich bin der HERR, euer Gott." (3. Mose/ Lev 19,33f)

Für gesellschaftlichen Zusammenhalt – in Deutschland, Europa und weltweit!

Dresden ist die Stadt, in der mit viel bürgerlichem Engagement die Frauenkirche
wieder aufgebaut wurde als Symbol der Versöhnung nach den Verbrechen, die unter
der Nazi-Herrschaft Millionen von Menschen zur Flucht zwangen. Vor diesem
Hintergrund macht es uns besonders betroffen, dass diese Stadt von Neonazis und
Pegida-Anhängern als Plattform für Rassismus und Ausgrenzung genutzt wird.
Deshalb erinnern wir gerade hier daran, dass die Angehörigen des Volkes Gottes
selber Fremde waren in Ägypten, und ermutigen dazu, Verständnis für die Not und
die Bedürfnisse der Geflüchteten zu zeigen.

Kriege, Hunger, Armut, Gewalt, Klimakatastrophen, Ungerechtigkeit und
Perspektivlosigkeit haben ihren Ursprung nicht nur in den Ländern, aus denen
Flüchtlinge kommen. Auch die Europäische Union und Deutschland sind
Mitverursacher. Sie - und damit wir alle - sind aufgerufen, Verantwortung zu
übernehmen.

Damit Migration und Zusammenhalt gelingen, bleibt es wichtig,
- bestehende soziale Problemlagen in den Aufnahmegesellschaften weltweit von
Anfang an mit den Blick zu nehmen,
- die Entwicklungszusammenarbeit mit Herkunftsländern von Flüchtlingen, ebenso
wie mit deren Nachbar- und anderen Aufnahmeländern, zu verstärken und nicht an
Konditionen und Maßnahmen zu knüpfen, die primär der Flüchtlingsabwehr statt der
Entwicklung des Landes dienen,
- die Unterstützung für Flüchtlinge dort nicht auf eine reine Nothilfe zu
beschränken und  nachhaltig entwicklungsförderliche Konzepte mit dieser Hilfe zu
verknüpfen,
- den Schutz der Geflüchteten in Europa als gemeinsame Aufgabe der EU-
Mitgliedstaaten zu gewährleisten.

Integration ist immer mit Lern- und Veränderungsprozessen sowohl für die
aufnehmende Gesellschaft als auch für die Aufgenommenen verbunden. Eine
nachhaltige öffentliche Zustimmung hängt auch von einer umsichtigen Beachtung
und Wahrung der sozialen Balance ab. Sie bedarf unterstützend eines öffentlichen
und auf Ausgleich und Offenheit zielenden Dialogs. Integration kann nur
gelingen, wenn Staat, Kirche und Zivilgesellschaft gemeinsam daran arbeiten.
Dies gilt für die Länder, in denen die meisten Flüchtlinge Aufnahme finden,
genauso wie für Europa und Deutschland.

Zu Unrecht werden die Flüchtlinge als Ursache schon lange bestehender
innergesellschaftlicher Probleme verantwortlich gemacht. Aus dieser Zuschreibung
speisen sich in vielen Ländern Abwehr und Gewalt, Hassreden, Rassismus und
ausgrenzende, menschenfeindliche Ideologien. Dem treten Kirche und Diakonie
gemeinsam  mit allen Menschen guten Willens entschieden entgegen.

Entscheidend für gelingende Integration ist die lokale Ebene. Hier kommt es zu
Begegnungen zwischen Menschen. Es braucht gemeinsam verbrachte Zeit, um
Kulturen, Traditionen und Werte des anderen kennen und akzeptieren zu lernen.
Insbesondere auf der kommunalen Ebene müssen daher Begegnungsräume und
Dialogmöglichkeiten geschaffen und Unterstützungs- und Hilfsangebote gut
koordiniert werden. Geflüchtete brauchen so schnell wie möglich einen sicheren
Aufenthaltsstatus, Zugang zu Sprachunterricht, Ausbildung und Arbeit. Auch der
Ausbau und die Aufrechterhaltung eingehender und umfassender individueller
Beratung, Ausbildungs- und Arbeitsförderung sind unabdingbar, wenn
Desintegration und sozialer Unfriede vermieden werden sollen. Die
Traumatisierung vieler Geflüchteter bedarf besonderer Aufmerksamkeit und
gezielter Unterstützung bei der Bewältigung.

Alle Menschen besitzen nach christlicher Überzeugung die gleiche Würde. In
dieser Überzeugung arbeiten Kirche und Diakonie weiterhin daran, dass Migration
und Zusammenhalt gelingen. Hindernisse auf diesem Weg müssen überwunden werden.
Wo aber gegen Andere gehetzt wird, wo Menschen bedroht und die Grundlagen
rechtsstaatlicher Demokratie angegriffen werden, ist - wie es in einem offenen
Brief sächsischer Theologinnen und Theologen aus dem Februar dieses Jahres heißt
- 'neutral bleiben keine Option für Christen'. Diese Verantwortung hat die
Konferenz für Diakonie und Entwicklung in Dresden bekräftigt.

Die komplette Erklärung finden Sie in Kürze auf www.diakonie.de

Mit einem Gottesdienst in der Dresdner Frauenkirche war am Mittwoch die diesjährige Konferenz Diakonie und Entwicklung eröffnet worden. Vor dem Hintergrund heftig geführter Debatten über Fremdenfeindlichkeit und Migration war die Integration von Flüchtlingen ein inhaltlicher Schwerpunkt des Treffens, das bis zum Donnerstag andauert. Mehr als 110 Delegierte waren anwesend.

Die Konferenz Diakonie und Entwicklung ist das oberste Beschlussorgan des 2012 gegründeten Evangelischen Werks für Diakonie und Entwicklung. Unter diesem Dach arbeiten die Diakonie Deutschland und "Brot für die Welt" zusammen, auch die Diakonie Katastrophenhilfe ist darin eingeschlossen. Die Konferenz Diakonie und Entwicklung entscheidet über allgemeine Grundsätze der diakonischen Arbeit, der humanitären Hilfe und der Entwicklungszusammenarbeit.

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(Jesaja 60,20)

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(1.Petrus 1,3)

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