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Epiphanias – das Leben feiern

Fabian Vogt
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© angieconscious/pixelio.de

Der Epiphanias-Tag ist einer der ältesten Feiertage der Christenheit. Vielleicht sogar der älteste überhaupt. Vor allem aber ist er der ursprüngliche Weihnachtstag.

Ja, in der frühen Kirche wurde vor allem in Ägypten der 6. Januar als Geburtsfest Jesu gefeiert, weil man dort der groflen Feier zur Ankunft der von einer Jungfrau geborenen Gottheit Aion etwas entgegensetzen wollte. Für die ägyptischen Christen war schließlich klar: Der wahre Herrscher über Zeit und Ewigkeit ist Jesus Christus, nicht Aion.

Als sich in der Kirche im Lauf der Zeit dann doch der 25. Dezember als Geburtstag Jesu durchsetzte, musste der Epiphanias-Tag verständlicherweise neu legitimiert werden. So wurde er unter anderem zum Feiertag für die Taufe Jesu, zum Fest seines ersten Wunders bei der Hochzeit zu Kanañ und schließlich zum Tag der »Heiligen Drei Könige«. Drei Anlässe, die inhaltlich alle passten – schließlich heißt Epiphanias übersetzt »Erscheinung des Herrn«, also Gott, bzw. das Göttliche offenbart sich. Trotzdem setzten sich die weitgereisten Gabenbringer aus dem Orient als Hauptmotiv durch.

Dazu muss man allerdings kurz erwähnen, dass die Bibel gar nicht von »Drei heiligen Königen« spricht. Um ehrlich zu sein: Es sind weder drei, noch sind sie heilig, noch sind es Könige. Das Matthäusevangelium berichtet einfach von einer Gruppe von Sterndeutern, ob das 2 oder 20 waren, bleibt offen.

Für die junge Christenheit aber wurde diese Gelehrtenschar zum Symbol: Wer den König Jesus anbetet und beschenkt, der muss selbst königliches Blut haben, und weil man damals nur drei Kontinente kannte (Europa, Asien, Afrika) lag es nahe, dass jeder dieser Kontinente einen Vertreter geschickt hatte. So wurde einer der drei jetzt gekrönten Besucher auch kurzerhand zu einem dunkelhäutigen Afrikaner gemacht. Um zu zeigen: Schon im Stall betete die ganze Welt den Sohn Gottes an.

Der vollständige Text ist in der aktuellen Ausgabe des SONNTAG auf Seite 4 zu lesen. https://www.sonntag-sachsen.de/publikationen

Der Autor ist Theologe, Schriftsteller und Kabarettist.

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