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Muslimische Feiertage tabu?

Von Stefan Seidel
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Mit diesem Vorstoß hat Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) vergangene Woche Freund und Feind überrascht. Bei einer Wahlkampfveranstaltung hatte er gesagt: »Ich bin bereit, darüber zu reden, ob wir auch mal einen muslimischen Feiertag einführen.« Und zwar in den Regionen, in denen viele Muslime wohnen. Denn Allerheiligen sei auch nur dort ein Feiertag, wo viele Katholiken leben.

Dass de Maizière für diese Äußerungen sogleich Prügel bezog – vornehmlich aus den eigenen Reihen – ist ungerecht. Denn warum darf man nicht laut über Fortschritte in der Integration Andersgläubiger nachdenken? Ob es dafür sinnvoll ist, einen muslimischen Feiertag einzuführen, sollte doch zumindest diskutiert werden dürfen.

Stattdessen greift sofort ein bedenklicher Abwehrreflex. Der Islam scheint zum roten Tuch nicht nur der Rechtspopulisten geworden zu sein. Die Frage stellt sich: Hat die in den letzten Jahren beständig vorgetragene Islamfeindlichkeit der Rechten eine gesunde Beurteilung des Islam eingeschränkt? Auch wenn das medial transportierte Bild mitunter ein anderes ist, muss betont werden: die übergroße Mehrheit der Muslime sind friedliebende Gläubige.

Es dürfte an der Zeit sein, ein Signal der Entspannung an die muslimischen Mitbürgerinnen und Mitbürger zu senden. Insofern tat de Maizières Äußerung gut. Wir brauchen ein Klima des Verstehens und der Verständigung. Und keines der Feindschaft und des Hasses. Was verlieren wir, wenn wir muslimischen oder jüdischen Mitbürgern weitgehende Rechte auf die Ausübung ihrer Religion einräumen? Nichts. Aber wir gewinnen viel: Nämlich, dass die Scharfmacher der Nation nicht schleichend die Werte unserer Gesellschaft bestimmen.

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22 Lesermeinungen zu Muslimische Feiertage tabu?
Britta schreibt:
19. Oktober 2017, 13:17

Ein weiterer Schritt zur Übernahme durch den Islam... Nordafrika und der Libanon lassen grüßen. Wehret den Anfängen!

Beobachter schreibt:
20. Oktober 2017, 8:37

"eine gesunde Beurteilung des Islam eingeschränkt? Auch wenn das medial transportierte Bild mitunter ein anderes ist, muss betont werden: die übergroße Mehrheit der Muslime sind friedliebende Gläubige."
Lieber Herr Seidel, haben Sie Wahrnehmungsprobleme?
Das medial und politisch transportierte Bild ist doch überwiegend, der Islam bestehe fast nur aus friedliebende Gläubigen. Der Islam als solches ist es aber mitnichten friedliebend!
"Was verlieren wir, wenn wir muslimischen weitgehende Rechte ...einräumen? Letzenlidch unsere Freiheit auf die Ausübung unserer Religion!
Ja, "wir gewinnen viel": Nämlich, dass die Scharfmacher des Islam und des Korans schleichend die Werte unserer Gesellschaft bestimmen!

manuel schreibt:
20. Oktober 2017, 9:41

Man muss sicher über alles reden können, keine Frage.
Bei den Feiertagen ist es sicher wirtschaftlich irgendwann der bessere Weg, einige der christlichen Feiertage einzudampfen (Allerheiligen, Maria Himmelfahrt usw., den Bußtag hat es ja schon vor einer ganzen Weile getroffen), als zusätzliche einzuführen. Aber das nur nebenbei.
Ob Deutschland mit der Willkommenskultur, den zahlreichen Hilfen, der großen Menge an aufgenommenen Flüchtlingen, dem Bau Hunderter Moscheen in Deutschland, dem islamischen Religionsunterricht in inzwischen vielen Bundesländern uvm. nicht irgendwann auch mal genug "Signale der Entspannung" ausgesendet hat, würde ich mal offen lassen. Dergleichen "Signale der Entspannung" an die Christen in muslimischen Ländern würde ich mir durchaus manchmal wünschen.
Ärgerlich aber - weil es die sachliche und freie Diskussion immer wieder erschwert - ist die sofortige Instrumentalisierung auch dieser Diskussion wieder für den Kampf gegen die "Scharfmacher der Nation". Ich muss also - um deutlich zu machen, dass ich nicht zu den "Scharfmachern" gehöre - nun für die Einführung eines muslimischen Feiertags sein. Freie Diskussion sieht anders aus. Die DDR hat das übrigens genauso gemacht: "Seid für den Frieden - und damit für die Kandidaten der Nationalen Front" (u.a.m.). Und wer nicht zur Wahl geht, ist ein imperialistischer Scharfmacher.... Wie gesagt: Freie Diksussion sieht anders aus.

Britta schreibt:
20. Oktober 2017, 13:39

Lieber Manuel,
sicher kann man über alles reden, das macht eine funktionierende Demokratie aus. Es ist für den Zustand dieser kennzeichnend, welche Themen wichtig erscheinen. Ich sehe es wie Sie, daß genig "Signale zur Entspannung" ausgesendet wurden. Da darf eine selbsternannte Islamwissenschaftlerin mit Migrationshintergrund den "schon länger hier lebenden" verbieten, daß sie eine bestimmte Partei in Nds. wählen dürfen? Da darf eine Integrationsbeauftragte mit Migrations- und salafistischen Hintergrund der Wirtsgesellschaft die Kultur außerhalb der Sprache absprechen? Da darf ungestraft in Moscheen fremdsprachig gehetzt und zum Dschihad aufgerufen werden, entsprechende Internetseiten sind trotz "Netzwerkdurchsetzungsgesetz" nicht ahndbar? Bei jedem neuen Terroranschlag im Namen dieser Religion wird fieberhaft versucht, mit noch mehr Überwachung unbescholtener Leute zum Tagesgeschäft über zu gehen - wieviel Entgegenkommen denn noch? Verhalten sich so Gäste, die (angeblich) aus schwierigen Lebenssituationen hier Zuflucht fanden?
Vielleicht sollte man sich ernsthaft mit dieser Religion beschäftigen, um die Gefahr zu erkennen: eine Moschee ist nicht nur ein Gotteshaus, sondern eine Landmarke, welches Gebiet der Islam für immer beansprucht. Um so unverständlicher, daß sich gerade die Kirche für Moscheebauten einsetzt, auch die angeblich so friedlichen Ahmadiyya kennen Ehrenmorde und haben offen das Ziel islamischer Weltherrschaft (erinnert irgendwie an die "Weltrevolution" vor einigen Jahrzehnten). Wer das alles nicht glaubt, sollte die Augen öffnen: die ersten christlichen Länder sind heute islamisch, der Libanon vorrangig aufgrund der vielen palästinensischen Flüchtlinge - schleichend islamisiert. Da sehe ich durchaus Parallelen. Jeder sollte sich die Fatawa und den Koran, vielleicht auch die Hadith, genau ansehen und SELBER denken, statt sich einlullen zu lassen. Sogar die Warner aus den Reihen der muslimisch geprägten Gesellschaft mehren sich.
Wenn mich einige als Scharfmacher sehen, dann stehe ich in guter Tradition, auch Jesus war scharf, wenn es um die Sache ging, z.B. als er die Geldwechsler aus dem Tempel jagte. Zuweilen muß man im Leben in aller Härte konsequent sein.
Viele Grüße
Britta

Johannes schreibt:
21. Oktober 2017, 15:29

Auch die angeblich so friedliche Christenheit kennt Ehrenmorde...

Beobachter schreibt:
23. Oktober 2017, 8:24

Wem wollen Sie da wieder was untestellen?

johannes schreibt:
23. Oktober 2017, 22:13

niemanden! Ich denke nach zwei Seiten - die eine ist der christliche Rufmord, der aus dem Rheinland an Andersglaubenden hier im Forum geschieht - alles unter der Behauptung, dass das die christliche Nächstenliebe vorschreibe. Die andere Seite ist: Unter dem Anspruch eines "positiven Christentums" und der Behauptung eines Auftrags der Vorsehung wird nicht nur Ehrenmord, sondern Völkermord begangen - eine Unterstellung?

Johannes schreibt:
21. Oktober 2017, 15:25

Oh weh, wenn mal jemand eine Meinungsäußerung "rechts" nennt, schreien die AfDler und ihre Claqueure Zeter und Mordio. Wenn mal ein Redakteur schreibt: "Ob es dafür sinnvoll ist, einen muslimischen Feiertag einzuführen, sollte doch zumindest diskutiert werden dürfen." scandieren dieselben: "Wehret den Anfängen!" - Ist schon ein sonderbares Verständnis von Meinungsfreiheit: Darf etwa nur die mir fremde Meinung be- oder gar verurteilt werden?

Britta schreibt:
22. Oktober 2017, 19:06

Das Verständnis von Meinungsfreiheit und Demokratie konnte unlängst auf der Buchmesse in Frankfurt und heute im Regierungsviertel in Berlin beobachtet werden.
Übrigens vergaß ich noch, daß die Ahmadiyya noch in ihrem Programm stehen haben, das Kreuz zu brechen und das Schwein zu töten, das weißt Du natürlich auch, nicht wahr, Johannes?
"Ich bin sicher, dass wenn der Endsieg des Islams kommt – und er wird bestimmt kommen –, dies durch die Ahmadiyya der Fall sein wird." (4. Kalif, Freitagsansprache vom 19.04.1996)
Wenn solche Sachen schon in einer so "friedliebenden Sekte" Programm sind, wie sieht es mit dem "Mainstreamislam" aus? Lies! Koran, Fatawa, Hadith... Sieh! Libanon, Nordafrika, westeuropäische Großstädte... Rechne! 1 und 1 zusammen!

Johannes schreibt:
22. Oktober 2017, 23:56

Du weißt schon, liebe Britta, dass die Ideologen des "positiven Christentums" die Endlösung der Judenfrage mit fast 11 Mio. toten Juden in ihrem Programm hatten und dass die Spitzen einer Partei, die sich um die besorgten Bürger kümmern will, den Stolz auf die Leistungen der deutschen Soldaten im 1. und 2. Weltkrieg als Banner vor sich hertragen und die Holocaustleugner in ihrer Partei dulden? Rechne 1 und 1 zusammen...

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