Sächsische Städte erinnern an den Volksaufstand in der DDR

Gedenken in Dresden, Leipzig, Görlitz
epd
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17. Juni 1953, DDR, Volksaufstand, Martin Dulig, Ministerpräsident Michael Kretschmer
© S. W./pixelio.de

In mehreren sächsischen Städten ist am Donnerstag an den Volksaufstand in der DDR 1953 erinnert worden. 68 Jahre nach der gewaltsamen Niederschlagung des Protests gegen das SED-Regime fanden Gedenkveranstaltungen unter anderem in Chemnitz und Görlitz statt. Sachsens stellvertretender Ministerpräsident, Martin Dulig (SPD), erinnerte am Gedenktag des DDR-Volksaufstandes daran, dass Freiheit und Demokratie keine Selbstverständlichkeiten sind. „Der 17. Juni ist für uns immer auch die Erinnerung daran, dass wir aktiv für unsere offene und freiheitliche Art zu leben, kämpfen müssen“, erklärte Dulig. Der Tag würdige die „mutigen Menschen, die ihren Einsatz mit persönlichen Nachteilen, mit Gefängnisstrafen oder sogar mit ihrem Leben bezahlen mussten“.

Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) nahm an der Feier in Görlitz teil. „Wir gedenken heute des Muts der Menschen, die am 17. Juni 1953 friedlich gegen die Unrechtsherrschaft eines menschenverachtenden Systems auf die Straße gegangen sind“, twitterte er. „Wir müssen Demokratie und Freiheit verteidigen.“

Auch in Leipzig sollte an die Opfer der kommunistischen Diktatur erinnert werden. Das Bürgerkomitee hatte unter anderem für den späten Nachmittag in Kooperation mit der Vereinigung der Opfer des Stalinismus und anderer Verfolgtenverbände zu einer Schweigeminute an der Gedenktafel in der Straße des 17. Juni eingeladen.

In Dresden sollte am Abend eine Diskussion live im Internet übertragen werden. Sie stand unter dem Titel: „Der 17. Juni 2021 – Der vergessene Gedenktag? 1953, 1956, 1981, 1989 – Der lange Weg zur Freiheit“. Der SPD-Ostbeauftragte Dulig appellierte, Haltung zu zeigen. Das sei vor dem Hintergrund wichtig, dass „demokratiefeindliche Parteien salonfähig werden, dass sie immer weiter in die Mitte der Gesellschaft eindringen“. Es werde auch versucht, Tage wie den 17. Juni 1953 zu vereinnahmen. „Dieser Tag ist unvergessen. Er hat die Geschichte verändert“, erklärte Dulig.

Am 17. Juni 1953 seien mit der brutalen Niederschlagung des Aufstandes der Arbeiterinnen und Arbeiter die Verhältnisse in der DDR zementiert worden. Erst im Herbst 1989 habe jener Aufstand seine Vollendung gefunden. In der gesamten DDR gingen rund um den 17. Juni 1953 rund eine halbe Million Menschen auf die Straße, um für bessere Lebensverhältnisse, Demokratie und Freiheit zu demonstrieren. Dabei starben Schätzungen zufolge mindestens 55 Menschen, etwa 15.000 kamen in Haft. In Sachsen waren neben Leipzig und Dresden auch Görlitz, Niesky und Chemnitz sowie das Erzgebirge Zentren der Proteste.

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