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Religionsfreiheit gilt für alle

Von Ruth Weinhold-Heße
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Nach dem letzten Wochenende, an dem Deutschland womöglich dem Terror knapp entkommen ist, atmet man erleichtert auf. Doch schnell wird wieder Kritik an den Gutmenschen laut, weil die ja jeden hereinließen. Da werden Muslime unter General-Terrorverdacht gestellt. Das Abendland wird vereinnahmt aus Angst vor Flüchtlingen. Welche Rolle spielen die Kirchen dabei?

Die Betonung, dass christliche Nächstenliebe sich nicht auf ­Christen oder Menschen eines Kulturkreises beschränkt, ist wichtig. Doch wer fordert, dass wir Neuankömmlinge annehmen, egal welcher Religion sie angehören, sagt nur die halbe Wahrheit.

Da entsteht ein gefährliches Vakuum, das nur zu gern von Rechtspopulisten gefüllt wird. Denn was wir uns selbst richtigerweise abverlangen, sollten wir auch von anderen fordern: Dass ein Mensch seine Religion frei wählen kann. Religionsfreiheit ist in vielen Ländern nicht selbstverständlich: Der IS geht am brutalsten gegen Christen, aber auch andere Minderheiten vor. Die Wiege der christlichen Kirche wird vor unseren Augen zerstört. Manch islamistische oder andere repressive Regierung sieht in anderen Religionen eine Gefahr ihrer Macht. Auch Flüchtlinge sind vorgeprägt, oft sind sie einfach falsch über das Christen­tum informiert – auch da gibt es Angst vor dem Fremden.

Die Kirchen in Deutschland sollten sich eindeutig positionieren. Religionsfreiheit zu gewähren, muss für alle gelten. Dazu gehört Aufklärung über das Unbekannte und Begegnung mit Menschen. Aber eben zuerst klare Worte.

Wenn Christen für ihre Geschwister einstehen, könnte das den rechten Kritikern Wind aus den Segeln nehmen.

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1 Lesermeinungen zu Religionsfreiheit gilt für alle
Gert Flessing schreibt:
18. Oktober 2016, 14:13

Das Christen für ihre Glaubensgeschwister einstehen, sollte eine Selbstverständlichkeit sein und hat nichts, aber auch gar nichts mit einem Kampf gegen Rechts zu tun.
Vor Jahren habe ich, in Istanbul, erlebt, wie notwendig das ist und wie wenig da oft geschieht.
Natürlich haben Menschen, die hier her kommen, die Freiheit der Religionsausübung. Das ist ein Grundrecht. sie haben auch die Freiheit, ihre Religion zu wechseln. Das gehört zur Freiheit der Religion, bei uns, dazu.
Diese Freiheit gibt es in anderen Ländern nicht. Vor allem dort nicht, wo der Islam, mehr oder weniger, vorherrschende Religion oder gar Staatsreligion ist.
Weil es dort diese Freiheit nicht gibt, fehlt auch vielen Muslimen, die, von dort, nach hier, kommen, das Grundverständnis für solche gesellschaftlichen Feinheiten.
Auch ich bin davon überzeugt, das wir nicht einfach "jeden herein lassen" können, sondern das wir jeden, der herein möchte, zu überprüfen haben. Er sollte nicht nur offen legen, was ihn getrieben hat, sondern auch, wie er sich ein Leben in einer Gesellschaft, in der, für einen Moslem, so vieles "haram" ist, vorstellt.
Ebenso bin ich davon überzeugt, dass es selbst bei derartigen Überprüfungen, kaum möglich ist, das Einsickern von Menschen zu verhindern, die ein Gefahrenpotential darstellen.
Wir sind noch einmal davon gekommen.
Aber es ist noch nicht vorbei.
Gert Flessing

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