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Mut zur Begegnung mit dem Islam

Landessynode beschließt Papier zum Dialog der Religionen
Andreas Roth
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Mit einem Papier zur Begegnung der Religionen will die sächsische Landessynode Gemeinden und kirchlichen Mitarbeitern Orientierung beim Umgang mit dem Islam geben. "Wir ermutigen, diese Begegnungen mutig aufzunehmen und sich diesen Fragen zu stellen."

Christen "begegnen religiösen Überzeugungen außerhalb des christlichen Glaubens mit Achtung und Gesprächsbereitschaft", heißt es in dem Papier. Sie sollten ihren Glauben bezeugen, zu ihm einladen und zugleich mit "der Möglichkeit von Offenbarungen des einen Gottes auch außerhalb des Christentums" rechnen. Die Achtung anderer religiöser Überzeugungen bestehe aber auch darin, "dass wir Unterschiede in Lehre und Praxis nicht überspielen, sondern ernst nehmen." Dazu gehörten auch Respekt vor Speisegeboten und Festen anderer Religionen.

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6 Lesermeinungen zu Mut zur Begegnung mit dem Islam
Gert Flessing schreibt:
15. November 2016, 9:39

Lieber Herr Roth,
es wundert mich immer wieder, wie weit wir es schaffen, uns zu verbiegen. "...mit der Möglichkeit von Offenbarungen des einen Gottes, auch außerhalb des Christentums, zu rechnen..."
Mit diesem Satz führen wir den Missionsauftrag, nach dem wir in alle Welt gehen sollen um zu lehren, was Jesus, der Christus uns befohlen hat und zu taufen und Gemeinde zu gründen, ad absurdum.
Wenn, auf solch einem Hintergrund, Bischöfe, die eine Moschee besuchen, ihr Kreuz verstecken, wundert mich das nicht.
Es wundert mich aber, dass wir diese geistlichen Verrenkungen gerade jetzt machen und gerade im Blick auf den Islam.
Seit Jahren gibt es hinduistische Bewegungen auch in Deutschland. Seit Jahren gibt es Buddhisten hier. Da wurden derart Mätzchen nicht gemacht.
Ein klares Bekenntnis, das auch deutlich macht, das es, für uns, eben keinen anderen Weg zu Gott und zur Freiheit der Kinder Gottes gibt, als den gekreuzigten und auferstandenen Jesus, den Christus, sollten wir nicht derart verwässern.
Gert Flessing

Beobachter schreibt:
15. November 2016, 18:00

Man fragt sich, von welchem Gott da geredet wird.
Gut, daß es noch Pfarrer gibt, die das biblischer sehen!

manuel schreibt:
17. November 2016, 7:44

Also ich sehe den hier kritisierten Satz nicht so dramatisch: Mit Offenbarungen Gottes außerhalb des Christentums zu rechnen ist lediglich ein Anerkennen der Allmacht Gottes, der unsere Grenzen durchaus übersteigt. Es bedeutet meiner Ansicht nach nicht sofort ein Anerkennen aller Religionen als gleichwertig und auch keinen Verzicht auf Mission. Vielleicht findet Herr Roth bei genauerem Hinsehen noch etwas, was von Einladung zum Glauben spricht. Ich habe mir das Papier inzwischen mal zeigen lassen - und siehe da - genau das steht da auch drin. Leider erwähnt der Sonntag das nicht - passt wohl nicht in die Zeit. Medien verkünden eben meist nur Teilwahrheiten - nach jeweils eigenem Filter.

Beobachter schreibt:
17. November 2016, 15:47

Ja, lieber manuel, man beobachtet hier öfter den Trend, daß hier tendenziös "vorsortiert" berichtet wird. Ähnlich war es ja vor Kurzem mit der Stellungnahme Renzings zur Homosegnungfreigabe. Seine Mahnung, daß alle sich vor dem Richter rechtfertigen müssen, wurde einfach weggelassen,...!
Ja, die (Einheits)Medien verkünden eben meist nur Teilwahrheiten - nach jeweils eigenem Filter. Das sind wir ja inzwischen gewohnt, als gelerneter DDR-Ler liest man eben zwischen den Zeilen. Von einer kirchlichen Zeitung dürfte man wohl aber besseres erwarten können

Gert Flessing schreibt:
17. November 2016, 11:16

Nur ein kleiner Gedanke. Immerhin hat der Papier - Sonntag dem Tempelberg eine Seite gewidmet:
Du trägst das Kreuz, es ist deine Pflicht.
Wie blinkt es hell, steht dir gut zu Gesicht.

Du lächelst freundlich und tust das gern.
Bist du ein wahrer Bekenner des Herrn?

Dein Amt, es führt dich durch Deutschlands Auen.
Du kannst in manche Gemeinde schauen.

Das Kreuz, es zeigt, dass du ein Führer bist.
So schaut auf dich mancher gläubige Christ.

Spürst du, was die Menschen bewegt?
Spürst du, was sich in ihnen regt?

Sie sehen dein Kreuz und sie hoffen auf Kraft,
die ihnen in dieser Welt niemand schafft.

Du trägst es für den, der die Kraftquelle ist.
Etwas, was uns von Gott her gegeben ist.

Dein Amt, es führt dich hinaus in die Welt.
Auch dort bist du zum Zeugnis bestellt.

Und dann stehst du dort, in jener Stadt,
in der das Kreuz des Erlösers gestanden hat.

Spürst du das Raunen der Ewigkeit?
Das Kreuz, es ragt auch in deine Zeit.

Ahnst du, wie viele auf dich blicken?
Was willst du ihnen an Hoffnung schicken?

All die Christen, die hier bedrängt.
Denen das Kreuz täglich Kraft geschenkt.

Sie sehen dein Handeln nur zu genau.
Doch werden sie aus deinem Handeln schlau?

Du stehst auf dem Berg, wo der Tempel einst stand.
Das Kreuz abgelegt, wie weltlichen Tand.

Du lächelst freundlich, doch etwas fehlt.
Es scheint, als ob das Kreuz nicht mehr zählt.

Als du es abnahmst, hast du erwägt,
das ein anderes Kreuz dir nun auferlegt?

Möge der Ewige Kraft dir geben,
mit dem Kreuz der Verachtung zu leben.
Gert Flessing

Beobachter schreibt:
17. November 2016, 15:38

Lieber Gert,
vielen Dank für deises tolle Gedicht! Du bringst es auf den Punkt, um was es geht, und was dort angerichtet wurde!
Schicke es doch bitte an den Herrn Bischof!
Gruß Joachim

Tageslosung

Du unser Gott, du großer Gott, mächtig und schrecklich, der du Bund und Treue hältst, achte nicht gering all das Elend, das uns getroffen hat.

(Nehemia 9,32)

Bartimäus schrie: Du Sohn Davids, erbarme dich meiner! Und Jesus blieb stehen und sprach: Ruft ihn her! Und sie riefen den Blinden und sprachen zu ihm: Sei getrost, steh auf! Er ruft dich!

(Markus 10,48-49)

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