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Glaubwürdige Ausnahmen

Uwe Naumann
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Die Kutte macht nicht den Mönch. Diese Redewendung beschreibt, dass es nicht äußere Zeichen sind, die den gläubigen Mensch ausmachen. Trotzdem orientieren wir uns zuerst daran, achten bei unserem Gegenüber auf Äußerlichkeiten, die Erfüllung von Normen, bei Geistlichen ganz besonders. Die Redewendung könnte auch heißen: Eine Hochzeit macht keine gute Beziehung. Und ein christlicher Partner macht keine gute Pfarrerin oder guten Pfarrer.

Die Spielregeln für Pfarrer orientieren sich natürlich am christlichen Ideal: Ehe, am besten evangelischer Partner, Kinder. In früheren Zeiten kam noch die Hausfrau dazu. Letztlich war dies das Ideal für alle protestantischen Beziehungen. Doch die Zeiten ändern sich, auch wenn manche Ideale bleiben. Das Pfarrdienstrecht spricht von vorbildhafter Lebensführung. Äußerliche Kriterien sollen die Glaubwürdigkeit erhöhen. Aber ist es glaubwürdig, wenn ein Pfarrer heiraten muss, um mit seiner Partnerin im Pfarrhaus seine Beziehung festigen zu können? Ist es glaubwürdig, wenn eine Pfarrerin besser keinen Partner hat als einen »Ungläubigen«? Von Homosexualität ganz zu schweigen.

Wo unter Druck und Zwang Glaubwürdigkeit hergestellt werden soll, wird der Vorgang unglaubwürdig. Besser gesagt: Er wird des Glaubens unwürdig. Besonders für diejenigen, die sich anpassen müssen. Es sind doch vielmehr die Ausnahmen, die uns glaubwürdig erscheinen lassen, wenn der Mensch im Mittelpunkt steht, in seinen verschiedenen Situationen. Es geht nicht um die Veränderung des Ideals. Sondern um die Glaubwürdigkeit, wie wir als Menschen versuchen, dahin zu kommen. Es gibt nämlich auch Mönche, die keine Kutte tragen.

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5 Lesermeinungen zu Glaubwürdige Ausnahmen
Gert Flessing schreibt:
23. August 2017, 19:58

Es gibt Momente, da fühlt man sich wie in der Vorzeit.
Glaubwürdigkeit durch Trauschein?
Wenn es denn mal so einfach wäre.
Aber eine eheliche Gemeinschaft garantiert weder eine sachbezogene und gute Predigt, noch ansonsten irgend etwas anderes, als das im Pfarrhaus halt eine Ehepaar wohnt.
Wenn das aber, durch äußeren Druck hervorgerufen, Maxime der Kirche ist, ist es ein gerader Weg zu Unglaubwürdigkeit, zu Verschleierung und Täuschung.
Die Ehe ist "ein weltlich Ding". Sie ist, in lutherischen Landen, kein Sakrament und damit nicht sakrosankt.
Gert Flessing

Johannes schreibt:
24. August 2017, 9:31

Dem kann ich nur vorbehaltlos zustimmen.
Johannes Lehnert

Beobachter schreibt:
24. August 2017, 10:26

"Die Spielregeln für Pfarrer orientieren sich natürlich am christlichen Ideal: Ehe, am besten evangelischer Partner, Kinder!"
Nein, daß sind nicht nur "Spielregeln", daß sollte selbstverständlich sein! Ebenso, wie vorbildhafter Lebensführung! "Ungläubige" oder Anders"Gläubige" (Moslems) birgen vielfältige Gefahren in sich!
Homosexualität hat dort gar nichts zu suchen, weil es IHM EIN GRÄUEL ist!
Druck, Zwang und "Anpassung" sind schlechte Ratgeber sind aber auch für Menschen, die ihren Auftrag Ernst nehmen und IHM zu Ehre tun, vollkommen unnötig!

Gert Flessing schreibt:
26. August 2017, 21:39

Ich weiß schon, dass Du das nicht verstehst. Aber ein Trauschein ist keine Garantie für ein gelingendes Zusammenleben.
War es nie. Auch und vielleicht gerade nicht in Pfarrhäusern.
In den Jahren meines Dienstes habe ich einiges erlebt. Vor allem auch an Leid.
Ich habe erlebt, wie ein Kollege, bei Nacht und Nebel vor seiner Frau geflohen ist.
Ich habe es erlebt, das eine Pfarrfrau Alkoholikerin wurde, weil sie das Leben in diesem Ghetto "Dorfpfarrhaus" nicht mehr ertragen hat, wo sie "funktionieren" musste.
Ich habe erlebt, wie ein Pfarrer seine hoch schwangere Ehefrau Kohlen rein schippen ließ. Er saß in seinem Studierzimmer.
Soviel zur vorbildlichen Lebensführung.
Nach außen hin war ja alles in Ordnung, nicht wahr.
Heute leben junge Menschen anders, als früher. Sie wohnen zusammen. Sie haben zusammen Kinder. Sie lassen diese Kinder taufen.
Vor mir liegt eine Taufanmeldung da steht drauf, das die Trauung für das nächste Jahr vorgesehen ist. Es ist die zweite Taufe bei den beiden.
Nach außen? Wilde Ehe, nicht wahr.
Nein, es ist nicht der Trauschein, es ist die Liebe, die eine Gemeinschaft beständig sein lassen kann.
Ich wünschte, das würde wirklich mal begriffen werden.
Gert Flessing

Beobachter schreibt:
27. August 2017, 22:16

Lieber Gert, jetzt wirst wieder mal zynisch! Das kann ich auch! Ist ja schon mal von Vorteil, daß Du das wenigstens begreifst! Aber , mal Spaß bei Seite: Auch ich weiß, ein Trauschein ist keine Garantie für ein gelingendes Zusammenleben.
Troztzdem sind Deine Beispiele, die es leider bei Menschen (allzumal Sünder) immer gibt, nicht geignet, um dem Thema hier auch nur halbwegs gerecht zu werden!
Gruß Joachim

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Das Volk, das im Finstern wandelt, sieht ein großes Licht, und über denen, die da wohnen im finstern Lande, scheint es hell.

(Jesaja 9,1)

Jesus Christus hat sich selbst für uns gegeben, damit er uns erlöste von aller Ungerechtigkeit und reinigte sich selbst ein Volk zum Eigentum, das eifrig wäre zu guten Werken.

(Titus 2,14)

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