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Pfarrermangel absehbar

Uwe Naumann
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Quereinsteiger als Lehrer in der Schule, als Hilfspolizisten bei der Polizei, als Erzieher in Kindertagesstätten. Weil es an Fachkräften mangelt, müssen auch Fachfremde eingestellt werden, der Erfolg ist begrenzt. Ab 2020 wird auch bei Pfarrern mit Engpässen gerechnet: Geburtenstarke Jahrgänge gehen in den Ruhestand, heißt es. Schon jetzt meldet das Landeskirchenamt etwa 60 unbesetzte Pfarrstellen. Durch die anstehende Strukturreform darf zunächst nur die Hälfte davon wiederbesetzt werden. Doch das hilft nicht lange. Denn ein Blick auf die Landesliste der Theologiestudenten in Leipzig zeigt, dass die Zahlen seit Jahren zurückgehen. Bald können nicht mehr alle Vikariatsplätze besetzt werden – von Auswahl ganz zu schweigen.

Der Alarmknopf wurde längst gedrückt. Werbekampagnen für den Pfarrberuf und das Theologiestudium wurden gestartet, auch deutschlandweit. Mit stärkerer Begleitung und Unterstützung, auch finanzieller Art, werden Studierende zur Landeskirche gelockt. Der Abwärtstrend aber bleibt ungebrochen. Wichtig also, mit denen gut zu arbeiten, die auf der Landesliste stehen. Das um ein halbes Jahr verlängerte Vikariat bereitet besser auf das Pfarramt vor. Auch das Auswahlgespräch nach zwei Jahren bietet jetzt die Möglichkeit, auf Zweifel an der Eignung aufmerksam zu machen – um noch etwas ändern zu können. Denn bislang wurden einige Vikare nach Abschluss des Vorbereitungsdienstes eiskalt von der Ablehnung erwischt.

Und schließlich sollte auch der Probedienst seinen Namen wieder verdienen, indem dabei Pfarrer, deren Eignung nicht ganz zweifelsfrei ist, erprobt werden. Das bringt beiden Seiten mehr Klarheit und vielleicht auch mehr Personal – solange man die Auswahl noch hat.

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1 Lesermeinungen zu Pfarrermangel absehbar
Gert Flessing schreibt:
11. April 2018, 20:22

Was ist denn die Aufgabe eines Pfarrers? Er soll, so erinnere ich mich, das Evangelium rein verkündigen. Er soll die Sakramente spenden. Er soll lehren und als Seelsorger für die Gemeinde da sein.
Es ist nicht seine Aufgabe, politische Ratschläge zu geben, sich in den "Kampf" gegen "Links" oder "rechts" zu stürzen (man bemerke, das ich völlig neutral schreibe), oder sich in andere Auseinandersetzungen hinein ziehen zu lassen.
Irgend jemand schrieb einmal, und es ist wohl lange her - jedenfalls wurde es während eines Pfarrertages zitiert: "Das Pfarramt ist das köstlichste überhaupt..."
Das kann es sein, wenn der Pfarrer das tut, was seine Aufgabe ist. Wenn er sich aber von allen möglichen, scheinbar wichtigen Dingen, zerreiben lässt, oder wenn er, weil es ja auch noch eine kirchliche Bürokratie gibt, unter Formularen und Druckerzeugnissen, begraben wird, wird es schnell ein wenig gallig werden.
Nun ja, wenn ich lese, welche Begründungen es heute für eine Ablehnung zu geben scheint, die einem Bewerber zu teil wird, dann ahne ich, das auch ich vermutliche heute diese "Köstlichkeit" nicht erfahren würde.
Gert Flessing

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