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Im Team mit Gott

Fußball-WM: Wenn sich wieder alles um das runde Leder dreht, könnte das wirklich Wichtige im Leben aus dem Blick geraten. Doch viele Fußballstars bekennen öffentlich ihren Glauben.
Von Tobias Wilhelm und Stefan Seidel
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© picture alliance/ Frederico Gambarini/dpa

Und wieder ist es soweit: Der Ball rollt – zur Ermittlung des neuen Fußballweltmeisters. Wenn vom 14. Juni bis 15. Juli in Russland die Nationalmannschaften von 32 Ländern um die größte Trophäe der Fußballwelt spielen, dreht sich auch hierzulande wieder vieles um das lederne Rund.

Doch wieviel Göttliches steckt eigentlich im Fußball? Für viele Zeitgenossen hat der Stadionbesuch den Kirchgang abgelöst. Man lässt sich dort in Ekstase bringen, singt und betet und erlebt Gemeinschaft. Eng ist aber auch die Verbindung von Fußball und Glaube bei vielen Fußballstars. Immer mehr von ihnen bekennen sich öffentlich zu ihrem Glauben.

Mit Klose, Podolski, Mertesacker und Lahm haben 2014 eine Reihe bekennender Christen ihre Länderspielkarriere beendet. Neu hinzugekommen ist beim Titelverteidiger dafür der Ex-Leipziger Abwehrspieler Joshua Kimmich, der aus einem religiösen Elternhaus kommt und ein Armband mit Kreuz trägt. Sein biblischer Name ist kein Zufall und bedeutet »Gott hilft«. Bei Abwehrchef Jerome Boateng geht die spirituelle Prägung unter die Haut: Auf seinem reich verzierten Körper findet man unter anderem ein Kreuz, Bilder von Jesus und der Jungfrau Maria sowie auf Englisch die Aufschrift »Nur Gott kann mich richten«. Boateng geht gern in Kirchen, genießt dort die Stille und die Gelegenheit, in sich zu gehen. In seiner Verletzungsphase habe ihm der Glaube geholfen: »Ich bete regelmäßig, zum Beispiel vor dem Schlafengehen. Das hat mir viel Kraft gegeben.«

Religiös geprägt sind darüber hin­aus der Katholik Manuel Neuer sowie die früheren Messdiener Mario Gomez und Thomas Müller. Jogi Löw war einst ebenfalls Ministrant. Der Trainer betet »auf seine eigene Art und Weise« und sieht Gott als »höhere Weisheit und eine Form von Liebe und Uneigennützigkeit«.

Doch auch außerhalb der Nationalmannschaft ist der Glaube verbreitet. Der Ex-Leipziger Stürmer und U-21-Europameister von 2017, Davie Selke, sagt: »Christ zu sein, ist gar nicht so uncool.« Er selbst trägt ein großes tätowiertes Jesusbild auf dem Körper. »Mir gibt Jesus mit seiner Liebe für mich unheimliche Kraft und Ruhe. Ich vertraue ihm von Herzen, dass er immer einen guten Weg für mich bereithält«, sagt Selke im neuen Buch von David Kadel mit dem Titel »Was macht dich stark? Fußballstars und ihr Erfolgsgeheimnis«. Überdies mag er Bibelkreise, weil man dort mit anderen über die inneren Themen und den Glauben sprechen könne. Die Bibel sei für ihn »das Buch schlechthin, das man gelesen haben muss«. Beeindruckt sei er immer wieder davon, wie Jesus mit Menschen umgegangen ist.

Auch für den Leverkusener Erfolgstrainer Heiko Herrlich ist Gott das Wichtigste im Leben. Wenn er irgendwie kann, besucht er sonntags die Gottesdienste der freien evangelischen Gemeinde in Dortmund, München oder Kufstein. Bei seinen Ansprachen als Fußballlehrer, verweist er immer mal wieder auf den Höchsten. So berichtete ein Spieler, Heiko Herrlich habe seiner Mannschaft folgenden Impuls gegeben: »Jungs, wir sind jetzt für einen Moment ruhig und danken heute mal einige Minuten dem lieben Gott für unser Leben!«

Herrlich will bewusst auch Botschaften aus der Bibel vermitteln und für Demut, Dankbarkeit und Dienen werben, bekennt er im Buch »Was macht dich stark?«. Sein tiefer Glaube rührt auch aus einer schweren Krankheitszeit, aus der er geheilt hervorgegangen ist. Seine Ziele gehen seither weit über den Sieg im nächsten Spiel hinaus: »Wir müssen darauf achten, dass wir das Vertrauen auf Gott nicht verlieren und ihm Dinge zutrauen.«

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