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Einer trage des anderen Last – auch Mühsal gehört dazu

Einer trage des anderen Last, so werdet ihr das Gesetz Christi erfüllen. Galater 6, Vers 2
Ulrich Seidel
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Ulrich Seidel ist Pfarrer in Ruhe und lebt in Markkleeberg. © privat

Diesen Spruch haben früher viele Paare als Trauspruch bekommen. Jungen Paaren von heute sagt er kaum noch zu: »Wir wollen etwas Erfreulicheres fürs gemeinsame Leben«. Keine Lust auf Last!

Doch Mühseligkeiten gehören zum Leben und jeder hat sein sprichwörtliches »Bündel« zu tragen. Auch wenn wir andere um ihr scheinbar glückliches Leben beneiden, sollten wir nicht vergessen: »unter jedem Dach ein Ach«, das oft sorgsam versteckt wird.

Lasten tragen will gelernt sein. Wenn wir als Lehrlinge auf dem Bau etwas wegräumen sollten, haben wir meist die schweren Sachen bis zum Schluss für andere liegen gelassen. So ist der Mensch! Aber es gehört dazu, anderer Last zu sehen und zu helfen, wo es in unseren Kräften steht. Das lehrt die innere Stimme des Christentums und das gibt uns die oft fehlende Wärme ins Leben.

Dennoch: es will ebenso gelernt sein, sich helfen zu lassen. Wer gibt schon gerne zu, auf Hilfe angewiesen zu sein? Meist versuchen wir – bis es nicht mehr geht –, allein klar zu kommen und bringen uns um eine ganz positive Lebenserfahrung.

»Einer trage des anderen Last« – ehe ich mich frage, wie ich dazu komme, anderer Lasten zu schultern, sollte ich nicht vergessen, dass auch ich für andere eine Last sein kann: mit meinen Charakterschwächen, Angewohnheiten oder meinem Schicksal. Wir erfüllen »das Gesetz Christi« in Liebe und Hingabebereitschaft für andere. Dabei gibt es sicher keine Obergrenze, aber Gott fordert auch nicht mehr, als wir tragen können. Jesus verlangt nichts von uns, was er nicht selber getan hätte und ist damit zum Fluchtpunkt unseres Lebens geworden.

Quelle
DER SONNTAG, Nr. 25 | 24.6.2018 Artikel drucken Artikel im ePaper anzeigen
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