5

Gott ist auf das Gute bedacht

Von Enno Haaks
  • Artikel empfehlen:
Pfarrer Enno Haaks ist Generalsekretär des Gustav-Adolf-Werk e.V. © Foto: GAW

Gott ist auf das Gute bedacht. Lass dich nicht vom Bösen überwinden, sondern überwinde das Böse mit Gutem. 

Römer 12, Vers 21 

Neun Jahre habe ich in Chile in einem Land gearbeitet, das gefangen ist in den Strukturen der Gewalt. Der Militärputsch vom 11. September 1974 hat das Land geprägt – bis heute … Die lutherische Kirche zerbrach bei der Frage, wie sie sich in der Gesellschaft positionieren soll. Soll sie zustimmen? Soll sie sich öffentlich mit ihrer Theologie aus allem raushalten? Oder soll sie den Mund für die Opfer auftun?

Paulus schreibt im Römerbrief diese Worte, weil »Gott nicht Böses mit Bösem vergilt.« Gott handelt anders mit uns. Das ist die Kernbotschaft der Bibel. Gott rächt sich nicht an seinen Geschöpfen und bestraft sie. Und gerade dort, wo sich Menschen gegen Gott richten, wendet er sich ihnen trotzdem zu. Das ist der Zusammenhang, in dem Paulus seinen Text schreibt. Von dieser Geschichte Gottes mit uns leben wir. Gott wendet uns in Jesus Christus sein freundliches Angesicht zu. Gott ist aufs Gute bedacht, nicht aufs Böse. Wir haben einen menschenfreundlichen Gott, der uns zugute Mensch wird. Gott macht Frieden zwischen sich und uns.

Wenn du dich mit dem gnädigen Gott identifizieren kannst, so wie du ihn in Jesus Christus kennengelernt hast, dann wirst du niemandem Böses mit Bösem vergelten wollen. Dann wirst du Frieden halten können. Du wirst nicht Rache auf eigene Faust üben wollen. Du wirst deinem Feind zu essen geben wollen, wenn er Hunger hat und ihm zu trinken geben, wenn er Durst hat. Du wirst lernen, dich nicht vom Bösen überwältigen zu lassen, sondern das Böse durch das Gute. Diese Dynamik zum Guten hin sieht Paulus als Weg der Christenmenschen. Wir werden seine Güte weitertragen. Weil dieses Glück keiner für sich behalten kann. Das möge nicht nur in Chile Raum gewinnen, sondern genauso bei uns.

Diskutieren Sie mit

5 Lesermeinungen zu Gott ist auf das Gute bedacht
L. Schuster schreibt:
19. Oktober 2018, 13:03

Wo das Problem bei uns, wie sich die Kirch positioniert ist doch völlig anders als in Chile. Wo unser wichtigstes Problem sein sollte, dass bei uns die Zahl der Christen schrumpft, bei eine stetige wachenden Bevölkerungsanteil der tatsächlich denkt „Ungläubig sind diejenigen, die sagen: Gott ist Christus, der Sohn der Maria (Sure 5, Vers 17).
Maria, die selbst die vor Pinochet geflüchteten Kommunisten und von der DDR aufgenommen verehrten.

"Dass möge nicht nur in Chile Raum gewinnen, sondern genauso bei uns." hier irgendeinen Zusammenhang zu Deutschland zu erkennen braucht es wirklich viel Phantasie.

Gert Flessing schreibt:
21. Oktober 2018, 10:23

"Lass dich nicht vom Bösen überwinden..." Ja, eine Kirche kann an der Frage, wie sie sich, in einer Gesellschaft, positionieren soll, zerbrechen. Sie wird daran zerbrechen, wenn sie nicht begreift, das es hier und besonders für sie, nicht um eine politische Dimension von rechts oder links geht, sondern darum, zu verbinden und zu vermitteln.
Wer sagt denn, dass sich "böses" grundsätzlich einer bestimmten politischen Gruppierung zuordnen lässt?
Wer bestimmt außerdem, was nun, für unsere Gesellschaft, wirklich gut ist?
An der Stelle zerren doch alle möglichen Gruppierungen an uns, um die Kirche auf ihre Seite zu bekommen.
Aber wir sind nicht Kirche einer bestimmten politischen Ausrichtung. Wir sind Kirche Gottes, von ihm herausgerufen aus den allgemeinen Streitereien der Welt.
Gleichzeitig in diese Welt gestellt, auch nach dem Grundsatz, "der Stadt Bestes zu suchen", um den gnädigen Gott sichtbar werden zu lassen.
Das führt uns zu allen Menschen. Einige und ihre Grundsätze, werden uns ferner sein. Dennoch werden wir ihnen beistehen, wenn sie das nötig haben. Darüber hinaus bin ich der Meinung, das Kirche die einzige Plattform sein kann, auf der Menschen verschiedener politischer Lager, miteinander ins Gespräch kommen können. "... überwindet das Böse mit Gutem." bedeutet auch, die Sprachlosigkeit der Menschen, die oft genug nur noch Parolen zu schreien vermögen, überwinden zu helfen.
Um die Zukunft, für uns als Kirche, und für die Gesellschaft nicht zu verlieren, müssen wir es wagen, das Denken in Blöcken und Feindbildern, aufzubrechen, das ja auch in unseren eigenen Reihen Schaden anrichtet.
Bruderliebe, "Ehrerbietung" gegeneinander und eines Sinnes zu sein, kann dabei helfen. Vor allem aber das Vertrauen in den gekreuzigten und auferstandenen Herrn. Er ist die Quelle, aus der die Kraft, so zu leben, kommen kann.
Allen eine gesegnete Woche.
Gert Flessing

L. Schuster schreibt:
24. Oktober 2018, 6:51

Nur sehr wenige teilen in Sachsen öffentlich mit wem sie bei der Wahl ihre Stimme gaben und schon daher sollte die Kirche möglichst unpolitisch sein, noch kann sie kaum Plattformen bieten um über Politik ins Gespräch zu kommen u.a. stößt sie so mehr Leute ab als die sie gewinnt.

Wie haben heute auch keine Diktatur, wie in der DDR wo die Kirche unfreiwillig in einer politischen Ecke stand oder 1989/90 wo um die Herstellung der Demokratie wichtig war. Das ist heute nicht mehr so und daher wünsche ich mir jetzt in der Demokratie eine möglichst unpolitische Kirche.

Oder auch „…müssen wir es wagen, das Denken in Blöcken und Feindbildern, aufzubrechen,…“ , lieber Herr Flessing, ersten sehe ich nicht gleich Feindbilder, bei keiner Partei die z. Z. im Bundes- oder Landtag sind.
Zweitens, wie solle denn diese, ihre Anregung überhaupt funktionieren wenn der Ratsvorsitzende der EKD hilft, dass sich solche politische Blöcke bilden. So hat er diesen Sommer die CSU wegen ihrer Flüchtlingspolitik kritisiert, für mich war das Werben, Wahlkampf für die Grünen in Bayern und träg bestimmt nicht dazu bei, dass mehr Menschen an Gott, dem Vater und dem Sohn und dem heiligen Geist glauben. Den Punkt, um diesem Glauben wo es unserer EKD heute vor allen gehen sollte.

Gert Flessing schreibt:
24. Oktober 2018, 10:30

Lieber Herr Schuster,
wer mich nur ein wenig kennt, der weiß, dass mich Würdenträger der EKD nicht interessieren, weil diese Menschen relativ hilflos im politischen Wind treiben.
Mir geht es um das, was Gemeinden, denn sie sind die Basis der Kirche, zu tun vermögen.
Jede Gemeinde kann in ihre Planung Zeit aufnehmen, die sie dem Gespräch mit den Kräften der Gesellschaft widmet.
Wir hatten einst, in Lunzenau, eine monatliche Reihe, die nannte sich Lichtblicke. Untertitel war: "Gespräche über Gott und die Welt."
Wir haben das gemeinsam mit der landeskirchlichen Gemeinschaft organisiert.
Da wurde über die Bibel gesprochen, aber auch über weltliche Dinge. So war Eva Hermann bei uns, der Fraktionsvorsitzende der CDU im Landtag, einmal, um den Volkstrauertag herum ein hoher Militär. Es waren anregende und gute Gespräche. Auch mit unserem Bürgermeister, der einige Male da war.
Es geht also.
Eine Gemeinde muss es nur wollen.
Gert Flessing

L. Schuster schreibt:
25. Oktober 2018, 9:54

Lieber Herr Flessing,
die Gemeinde vor Ort ist eine Sache und hier habe ich mich z. B. sehr gefreut als zu meinen Geburtstag überraschen der Pfarrer vorbeischaute aber man sieht doch auch sehr auf die höheren, den kirchlichen Würdenträger der EKD. Wie sie sich grundsätzlich äußern, u. a. zu der beängstigenden Zuwanderungspolitik der offenen Grenzen, den stetigen steigenden muslimischen Bevölkerungsanteil.

Umfrage
Sollen Glocken mit Nazi-Inschriften weiterhin läuten?
Bitte beantworten Sie folgende Sicherheitsfrage.
Diese Abfrage soll vor automatischen SPAM-Einträgen schützen.
* Pflichtfelder

Folgen Sie Sonntag Sachsen:

Aktuelle Veranstaltungen
  • , – Weischlitz
  • Orgelkonzert
  • Salvatorkirche Kürbitz
  • , – Bad Schandau
  • Konzert
  • St. Johanniskirche
  • , – Leipzig
  • Vortrag und Gespräch
  • Missionswerk
Audio-Podcast

Der Twitter-Sonntagticker
Sonntag Sachsen @sonntagticker
Urteil gefallen: Mehr als neun Jahre Haft für Syrer, der vor einem Jahr einen Chemnitzer tötete. #Chemnitz https://t.co/32XNO3I3zj
heute
Sonntag Sachsen @sonntagticker
Gemeinsamer Block von Kirche, Diakonie und Caritas bei der #unteilbar Demonstration am Sonnabend in #Dresden @evlks… https://t.co/dtAxhqym3t
heute
Sonntag Sachsen @sonntagticker
»Wir begrüßen es, dass Lehrern an staatlichen Schulen nun die Möglichkeit der Verbeamtung geboten wird« steht im Bl… https://t.co/1QzFEsqM5r
vor 7 Tagen
Sonntag Sachsen @sonntagticker
Schulstiftung der @evlks begrüßt Verbeamtung von Lehrern in #Sachsen, owohl es freie Schulen benachteiligt.… https://t.co/gfaAypcjhb
vor 7 Tagen