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Vom Unglück, nicht aufgerufen zu werden

»So spricht der HERR, der dich geschaffen hat, Jakob, und dich gemacht hat, Israel: Fürchte dich nicht, denn ich habe dich erlöst; ich habe dich bei deinem Namen gerufen; du bist mein!« Jesaja 43, Vers 1
Christian Tiede
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 Christian Tiede ist Pfarrer der Kirchgemeinde St. Petri Bautzen. © Holger Hinz
Christian Tiede ist Pfarrer der Kirchgemeinde St. Petri Bautzen © Holger Hinz

Als Kind mochte ich es überhaupt nicht, wenn wir am Ende des Sportunterrichts noch eine Runde Fußball gespielt haben. Ich war nicht besonders gut darin. Wenn überhaupt, dann war mein Platz irgendwo ganz hinten in der Verteidigung. Und so kam es, wenn die Mannschaften ausgewählt wurden, dass ich regelmäßig bis zuletzt dastand, und darauf wartete, dass mein Name endlich aufgerufen würde. Wurde er aber nicht, denn alle anderen Jungs spielten um Längen besser Fußball als ich. Meistens wurde ich dann von unserer Sportlehrerin einer der beiden Mannschaften zugeteilt, was die Sache aber nicht besser machte. Denn obwohl ich Fußball nicht besonders gerne spielte, das Gefühl in diesen Momenten nicht dazuzugehören, mochte ich noch viel weniger. Einiges hätte ich dafür gegeben, wenn mein Name einmal als allererstes gerufen worden wäre.

Der Wochenspruch aus dem Buch des Propheten Jesaja lässt niemanden in der Schwebe. Niemand muss erst lange von einem Bein auf das andere treten, niemand bleibt ungenannt stehen. »Ich habe dich bei deinem Namen gerufen, du bist mein.« Alle können es hören, zu allererst, wie im Traum. Der Vers ist ein beliebter Tauf- oder Konfirmationsspruch. Jedes Mal, wenn wir taufen, nennen wir den Namen gemeinsam mit dem Namen des dreieinigen Gottes, den Segen erhalten die Konfirmanden ganz persönlich zugesprochen. Den eigenen Namen zu hören in der Gegenwart Gottes und vor der versammelten Gemeinde ist ein wundervolles Zeichen: es ist als würde Gott selber den Namen rufen. Der eigene Name erklingt, niemand muss sich erst beweisen. Und niemand bleibt am Ende ungenannt zurück.

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