Gottes Gnade und Wahrheit gehen mit durchs neue Jahr

»Wir sahen seine Herrlichkeit, eine Herrlichkeit als des eingeborenen Sohnes vom Vater, voller Gnade und Wahrheit.« (Johannes 1,14b)
Arnd Haubold
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Pfarrer i. R. Dr. Arndt Haubold
Pfarrer i. R. Dr. Arndt Haubold lebt in Meuselwitz bei Leipzig. © privat

Weihnachten ist das Fest des Sehens! Es ist eine Augenfreude, die Christbäume, erleuchteten Fenster, Pyramiden, Schwibbögen, Krippen und nicht zuletzt die Geschenke zu sehen. Während Gottes Reich nach Luther zuerst ein »Hör-Reich« ist – wir hören die frohe Botschaft –, ist es zu Weihnachten auch ein »Seh-Reich«, eine Schau-Botschaft. Dennoch spricht Johannes hier nicht von der Krippe, die er gar nicht kannte. Er meint nicht die Herrlichkeit des neugeborenen Kindes, nicht die Schönheit des holden Knaben im lockigen Haar. Nein, er spricht von der Herrlichkeit des eingeborenen Sohnes vom Vater! Keine menschliche, sondern göttliche Herrlichkeit! Der »eingeborene« Sohn befremdet uns heute, weil wir den Begriff »Eingeborene« für indigene Völker vermeiden. »Eingeboren« bedeutet aber im Falle Jesu die Inkarnation (»Fleischwerdung«, Menschwerdung oder Wortwerdung) Gottes. »Das Wort ward Fleisch und wohnte unter uns, und wir sahen seine Herrlichkeit…«, so der Wochenspruch. »Eingeboren« bedeutet zum andern »einziggeboren«. Es gibt keine Wiederholung einer Menschwerdung Gottes in einem anderen Menschen. Jesus ist Gottes einmaliger, einzigartiger Sohn. Keine andere Menschengestalt kann es mit ihm aufnehmen. Von Gottes Herrlichkeit zu sprechen, ist uns ungewohnt. Wir sprechen von seiner Macht, Liebe und Gerechtigkeit. Die orthodoxe Kirche ist hier näher an der Botschaft des Johannes. Sie schaut die Herrlichkeit Gottes in ihren Ikonen und gestaltet sie sichtbar in ihrer feierlichen, nie hemdsärmligen Liturgie. »Voller Gnade und Wahrheit« – es sind Wesenszüge, nicht Gesichtszüge Gottes. Dieser Epiphanias-Festglanz wird mit uns gehen durch das neue Jahr.

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