Ein verlorenes Jahr?

Der Menschensohn ist gekommen, zu suchen und selig zu machen was verloren ist. Lk. 19,10
Bettine Reichelt
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Bettine Reichelt, Wochenspruch
Bettine Reichelt ist Schulpfarrerin im ­Leipziger Land und Pfarrerin im Kirchspiel Muldental (Seelsorgebereich Pomßen-Belgershain und Köhra). © Marion Gustrau

Ein verlorenes Jahr, sagen viele. Tage, Wochen, Monate der Unsicherheit. Das Vertrauen? Verloren! Und wie viele sind allein und einsam verstorben, mussten ihre Nächsten allein und ohne Begleitung gehen lassen. Verlorene Gemeinschaft. Der Schmerz – und bisweilen auch die Wut – über das Verlorene des vergangenen Jahres sitzt tief. Man hätte gern einen Verantwortlichen, den man dafür bestrafen kann. Man hätte gern einen, eine, den/die man als Ersatz verloren geben kann. Bei genauerem Hinsehen entdeckt man, dass es uns alle betrifft. Ein Virus lässt nicht mit sich reden, lässt sich nicht von Besserung überzeugen. Und Menschen versuchen, mit einer Situation umzugehen. Das gelingt ihnen mal besser und mal schlechter. Sie machen Fehler, verletzen einander und verirren sich im Gewirr der Möglichkeiten. Was wirklich gut und richtig gewesen wäre, wissen wir vielleicht in 10 Jahren. Im Moment spüren die meisten wohl vor allem den Schmerz über die Verluste und tanzen sich wie mit neuen roten Schuhen durch die schmale Freiheit, von der keiner weiß, ob sie uns tragen kann. Man will ja nicht verlieren. Nicht dieses Jahr, nicht die neue Zeit und schon gar nicht das, was das Leben bunt und schön macht. Nichts ist schlimmer in dieser Gesellschaft, als zu den Verlierern zu gehören.

Gibt es etwas, was die Verlorenen besonders macht, was ihnen Würde und Schönheit verleiht? Es scheint so zu sein. Ganz tief in ihnen sieht Gott eine andere Art der Schönheit. Machtfrei und entwicklungsoffen. Es sind Menschen, die noch nicht angekommen sind, die noch nicht perfekt und fertig sind mit allem. Menschen, denen man noch etwas schenken kann. Sie sind noch offen für ein Glück, das über die Lebensgrenze hinausreicht: Seligkeit.

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