125 Jahre Allianzkonferenz

Jubiläum: 1886 gründete Anna von Weling die christliche Gemeinschaft – sie wird in diesem Jahr besonders gewürdigt. Das Treffen darf mit Einschränkungen stattfinden.
Von Margitta Rosenbaum
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Allianzkonferenz, Bad Blankenburg, Christentreffen, Anna von Weling
Vor der Allianzkonferenz trafen sich 40 Jugendliche im Internationalen Jugendcamp – historische Kostüme werden diesmal eine Rolle spielen, weil an die Gründerin Anna von Weling erinnert wird. © M. Rosenb­­aum

Zum 125. Mal lädt die Evangelische Allianz in Deutschland an diesem Wochenende zur Allianzkonferenz nach Bad Blankenburg ein. Als Anna von Weling 1886 das erste Mal zu »Gemeinschaft und brüderlichem Austausch« einlud, konnte niemand ahnen, dass daraus die älteste christliche Konferenz in Deutschland werden sollte. Dieses Treffen fand seither jährlich, außer in Kriegszeiten und bei Überschwemmung, statt. Ein großer Teil der Besucher kommt traditionell aus Sachsen. Erstmals können in diesem Jahr nicht alle Gäste eingelassen werden. Aufgrund der Pandemie muss ein strenges Hygienekonzept umgesetzt werden und die Anzahl der Besucher ist limitiert. Die Veranstalter nutzen die Chance, die Konferenz im Internet und in vier verschiedenen Sprachen zu streamen. Das entspricht dem Anliegen der Gründer, die schon in den ersten Jahren internationale Gäste begrüßten. Reinhardt Schink, Generalsekretär der Evangelischen Allianz in Deutschland (EAD) sagt dazu: »Wir sind dankbar, dass die Konferenz als Präsenzveranstaltung stattfinden kann. Aber natürlich bedauern wir den Aufnahmestopp, denn wir hatten uns eine große Jubiläumskonferenz gewünscht.« Aber die Anmeldungen zeigten auch: »Die Allianzkonferenz ist attraktiv, die Nachfrage übersteigt das Angebot und es wollen mehr Menschen an der Allianzkonferenz teilnehmen, als wir Plätze anbieten können«, so Schink. Er verweist darauf, dass die Konferenz seit ihrer Gründung im 19. Jahrhundert ein Herzstück der EAD ist, weil hier die Einheit der Christen sichtbar und erlebbar wird.

Das Thema der diesjährigen Konferenz lautet »zusammenwachsen«. Die Konferenz wird von einem Team aus unterschiedlichen Gemeinden und Kirchen vorbereitet, dessen Vorsitz Michael Eggert innehat. Er ist Pfarrer der Evangelischen Kirche Mitteldeutschland mit Beauftragungen zur Krankenhausseelsorge und zur Allianzarbeit. Das Thema ist ihm wichtig, »weil wir in einer Zeit leben, in der weltweit der Leib Christi zusammenwächst und weil die Frage, ob Jesus und sein Wort oder andere Ideologien im Mittelpunkt stehen, entscheidend ist. Dabei kommt es nicht auf unterschiedliche Traditionen an, sondern auf die Herzensverbindung zu Jesus.«

Zur Jubiläumskonferenz kommt das Leben der Gründerin, Anna von Weling, auf die Bühne. Hinter ihr standen Männer verschiedener Glaubensprägungen, denen die Einheit der Christen im politisch und geistlich zersplitterten Deutschland wichtig war. Im September 1886 drängten sich 18 Personen in ihrem provisorisch für Gäste eingerichteten Wohnzimmer. Seither geht es hier um Vorträge und Gespräche zur Bibel, um Austausch und Gebet. Damals trugen die Gäste spontan ihre Gedanken zu einem biblischen Thema vor, heute werden namhafte Referenten eingeladen. Freundschaften sind gewachsen, Ehepaare haben zusammengefunden und manch einer erzählt bei dem Stichwort »Allianzkonferenz« auch »Da bin ich zum Glauben gekommen«. 1906 entstand innerhalb von zehn Wochen die Allianzhalle mit über 1600 Sitzplätzen, in der heute noch die Hauptveranstaltungen stattfinden. In der NS-Zeit war das Gelände von der SS besetzt. Doch schon 1950 kamen wieder 1000 Besucher. Auch die SED-Regierung konnte dieses Treffen von Christen aus der ganzen DDR nicht verhindern. Im Gegenteil. Die Konferenz entwickelte sich zum Anlaufpunkt für die Jugend, die in Zelten unterkam. In den 80-er Jahren zählte man 5000 angemeldete Besucher. Die Stasi musste erstaunt festhalten, dass über zwei Drittel davon junge Leute waren. Nach der Wiedervereinigung nahm die Besucherzahl ab. Es entstanden andere Konferenzen und Camps. Doch die Allianzkonferenz blieb beliebter Treffpunkt in den Sommerferien.

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