Der Sonntag und ich

Leserzuschriften mit persönlichen Geschichten zum SONNTAG anlässlich des 75. Jubiläums
(so)
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Dem ganzen Medienhaus gebührt mein allerherzlichster Glückwunsch zu Euren 75 Jahren. Als ich 1957 heiratete, lasen wir vorerst »Die Kirche« – aber seit ungefähr dieser Zeit eben den Sonntag. Er ist einfach – so meinte mein Mann auch – unbezahlbar. Ich schneide vieles aus und reiche weiter und verschenke auch Abos – wie lange noch mit fast 88 Lenzen?

In Nr. 19 – ich legte die Seite 3 in meine Heilige Schrift mit Bildern Ludwig Richters, ich meine die Erklärung des Vaterunsers. Seit eben diesen Ausführungen von Herrn Messerschmidt lebe ich täglich damit. Großartig!

Obwohl wir beide mit beiden Töchtern und deren Kindern in meist kirchlichen Zentren urlaubten, konnten wir sie nicht ganz in unser Glaubensleben einführen (es kommt viel auf den Partner an – und den fand ich im Älterenwerk Michaelis!). Ich bete täglich für alle – doch den Weg zu Gott müssen sie selbst suchen und finden. Mit Prof. Hans Seidel waren wir Anfang der 90er Jahre in Israel/Jordanien, auch Malta war sehr informativ. Jedenfalls freue ich mich wöchentlich auf jede Seite vom Sonntag. Anita Weigel, Leipzig


 

Als Leser des Sonntag bin ich schon lange mit der Zeitung verbunden. Im September 1975 begann meine Lehre als Buchdrucker im Grafischen Großbetrieb »Völkerfreundschaft«, Betriebsteil Königsbrück. Dort wurde die Zeitung einfarbig im Buchdruck hergestellt. Der Satz erfolgte über Zeilengußmaschinen. Die Überschriften wurden im historischen Handsatz erstellt. Gedruckt wurde auf einer Maschine »OM 2«, die in Leipzig hergestellt wurde.

Bis 1983 war ich einer von mehreren Druckern, die diese Maschine aufwändig eingerichtet haben und dann neben ihrer eigentlichen Maschine »nebenbei« mitlaufen ließen. Die Auflage von 20 000 war bei diesen langsam laufenden Maschinen eine hohe Auflage und es dauerte mindestens zwei Schichten, bis sie fertig war. Die Qualität war mit dem heutigen Offsetdruck überhaupt nicht zu vergleichen. Wie alle größeren Druckereien in der DDR war auch dieser Betrieb Teil der »Zentrag«, einer von der SED gesteuerten Organisation. Dadurch konnte man Kontrolle über dieses kirchliche Produkt ausüben. In dieser Zeit wurde die Zeitung zweimal von der Staatssicherheit konfisziert. Einmal bei der Selbstverbrennung von Pfarrer Brüsewitz. Das zweite Ereignis habe ich leider vergessen.

Weiterhin bemerkenswert war die Tatsache, dass in dieser Druckerei die Stimmzettel für die Volkskammerwahlen hergestellt wurden. Da der Betriebsteil mit weniger als 50 Mitarbeitern relativ klein war, konnte man die Produktion mit einigen Mitarbeitern der Staatssicherheit gut kontrollieren. Jochen Körner, per E-Mail

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