»Bewahre uns vor Blutvergießen«

Am Montag wurde ein Friedensgebet für die Ukraine in der Nikolaikirche Leipzig gehalten (mit Fürbitte am Textende).
Birgit Pfeiffer
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Enno Haaks, Ukraine, Frieden, Russland, Gustav Adolf Werk
© Uwe Winkler

Gebete für die Ukraine und Russland standen im Mittelpunkt des Friedensgebets in der Leipziger Nikolaikirche am Montag. Eindringliche Zeugnisse von evangelischen und reformierten Kirchen aus der Ukraine und aus Russland überbrachte Pfarrer Enno Haaks, Generalsekretär des Gustav-Adolf-Werks in Leipzig (GAW), gemeinsam mit Nikolai-Pfarrer Bernhard Stief. Dass es nicht zum Krieg komme, »dafür beten wir mit den friedliebenden und glaubenden Menschen in der Ukraine, in Russland, in ganz Europa«, so Haaks. »Sie bitten uns: Betet für uns! Was dort geschieht, das betrifft uns alle!«

Von Dietrich Brauer, Erzbischof der Ev.-Luth. Kirche in Russland, wurde ein Brief aus Moskau verlesen: »Besonders erschreckend sind die neuesten Signale eines möglichen Kriegs. In diesem Moment verstummt alles in mir und an die Stelle tritt nur eines: Herr, erbarme dich! Bewahre uns vor politischer Willkür, vor der Macht des Bösen und vor Blutvergießen.« Und aus Kiew berichtete Pfarrer Matthias Lasi: Viele Menschen hätten Angst, aber man sei es gewohnt, mit Unsicherheit und Angst zu leben. Dennoch bereiteten sich die Menschen auf den Ernstfall vor: Erspartes werde in Euro umgetauscht, Notfallkoffer gepackt. »In dieser für uns alle sehr belastenden Situation danke ich allen, dass Sie an uns und unsere Geschwister in Russland denken«, so Lasi.

Pröpstin Olga Temirbulatowa aus Samara an der Wolga betet, »dass die Spannungen zwischen Russland und dem Westen eine friedliche Lösung finden.« Sie hoffe, dass Deutschland dazu beitragen könne.

Was können wir tun außer Beten? Haaks: »In den kirchlichen Strukturen die Kanäle nutzen, um auf Verantwortliche einzuwirken.« Dies sei schwer, da die Kirchen mit in die Konfliktlinien hineingenommen seien. Dennoch liefen große Bemühungen, »bei den Weltbünden und Ordensgemeinschaften wie St. Egidio«. 

Aus den Fürbitten:

»Großer Gott – Du weißt, wie klein unsere Kräfte sind, um dem Machtmissbrauch, der Korruption und der Gewalt standzuhalten. Siehe herab mit deinem barmherzigen Auge auf das Leid und die Klagen derer, die unter dem Krieg im Ostern der Ukraine leiden – und auf alle, die sich vor einem größeren Krieg fürchten.« »Stärke vor allem unseren Glauben, belebe unsere Hoffnung und lehre uns zu lieben. Bewahre uns vor der Willkür der Mächtigen dieser Welt und bringe sie zur Erkenntnis ihrer Grenzen. Segne uns mit deinem Frieden, damit wir gemeinsam Hand in Hand für eine freiere und gerechtere Gesellschaft Dir zur Ehre arbeiten!« Amen.

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