Gemeinsam gegen Ausgrenzung

Gebet um Einheit: Vom 18. bis 28. Januar wird weltweit die Gebetswoche für die Einheit der Christen begangen. In diesem Jahr geht es um die Überwindung tiefliegender Spaltungen und Ungerechtigkeiten in Kirchen und Gesellschaften.
Von Stefan Seidel
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Wenn sich Christen rund um den Erdball in diesen Tagen im Gebet verbinden und nach Einheit und Versöhnung suchen, steht in diesem Jahr ein besonderes Anliegen im Mittelpunkt: Die Überwindung rassistischer Spaltungen in den Kirchen und Gesellschaften. Die Gebetswoche für die Einheit der Christen steht unter dem biblischen Motto »Tut Gutes! Sucht das Recht! Schreitet ein gegen den Unterdrücker! Verschafft den Waisen Recht, streitet für die Witwen!« (Jesaja 1,17). Die vom Rat der Kirchen im US-Bundesstaat Minnesota eingesetzte internationale und interkulturelle Vorbereitungsgruppe wählte diesen Vers, um einen Impuls zur Überwindung von Ungerechtigkeit, Ausgrenzung und Unterdrückung zu setzen.

In Minnesota gebe es seit Jahren große Rassenunterschiede, heißt es im Vorbereitungstext der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK), die die Gebetswoche in Deutschland durchführt. Hier, in Minnesota, sei es 1862 zur größten Massenhinrichtung der Geschichte der USA gekommen, als 38 Menschen des indigenen Volkes der Dakota (Sioux) gehängt wurden. Auch in jüngster Zeit sei Minnesota ein Brennpunkt von Rassenunruhen gewesen, insbesondere nach dem Mord an dem jungen Afroamerikaner George Floyd im März 2020 durch den Polizisten Derek Chauvin. Die Gebetswoche möchte nun den Zusammenhang zwischen dem Streben nach der Einheit der Kirchen und dem Streben nach der Überwindung trennender Mauern innerhalb der Menschheitsfamilie, wie den Rassismus, aufzeigen. Zur Einführung in das Thema heißt es: »Gerechtigkeit, Recht und Einheit entspringen Gottes tiefer Liebe zu jedem von uns; sie sind im Wesen Gottes selbst verwurzelt und sollen unseren Umgang miteinander bestimmen. Gottes Verheißung, eine neue Menschheit ›aus allen Nationen und Stämmen, Völkern und Sprachen‹ (Offb. 7,9) zu schaffen, ruft uns zu dem Frieden und der Einheit auf, die Gott seit Anbeginn für die Schöpfung will.«

Konkret ist von der Heilung der »Sünde des Rassismus« die Rede. Diese zeige sich in Vorstellungen oder Praktiken, die eine »Rasse« von einer anderen unterscheiden und ihr überordnen. Auch Christen seien mitschuldig geworden an der Aufrechterhaltung oder Unterstützung rassistischer Vorurteile und Unterdrückung. Und auch heute noch herrsche vielerorts diese tragische Spaltung zwischen Menschen und Kirchen. Darum wird mit den biblischen Propheten die Durchbrechung von Unterdrückungssystemen eingefordert: »Gerechtigkeit erfordert eine wirkliche gleiche Behandlung, um historische Benachteiligungen aufgrund von ›Rasse‹, Geschlecht, Religion und sozioökonomischen Status zu bekämpfen.« Es gehe darum, dass sich die Christen gemeinsam einsetzen »für diejenigen, deren Stimme nicht gehört wird, dass wir Strukturen abbauen, die Ungerechtigkeit schaffen und aufrechterhalten, und dass wir andere Strukturen aufbauen, die fördern und sicherstellen, dass alle fair behandelt werden und dass die ihnen zustehenden Rechte gewährleistet sind.«

Die Christen seien aufgerufen, hinauszugehen und auf die Schreie aller Leidenden zu hören. »Wenn die Kirchen ihre Stimme mit denen der Unterdrückten verbinden, wird deren Ruf nach Gerechtigkeit und Befreiung verstärkt.«

Am 22. Januar, 17 Uhr findet in Frankfurt/M. der zentrale Gottesdienst zur Gebetswoche in Deutschland statt. Er wird live übertragen unter:

www.gebetswoche.de

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