Abschied von Kurt Biedenkopf

Steinmeier würdigt den CDU-Politiker bei Trauerstaatsakt in Dresden
(epd)
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© Steffen Wachsmuth/Pixabay

Er war Sachsens erster Ministerpräsident nach 1990 und galt als streitbarer Politiker. Im August starb der CDU-Vordenker Kurt Biedenkopf im Alter von 91 Jahren. Am Freitag fand in der Dresdner Frauenkirche ein offizieller Trauerstaatsakt statt.

In einer bewegenden Trauerfeier in der Dresdner Frauenkirche haben am Freitag in Dresden rund 300 Weggefährten des verstorbenen sächsischen Ministerpräsidenten Kurt Biedenkopf Abschied von dem CDU-Poliliker genommen. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier würdigte den 1930 in Ludwigshafen geborenen Biedenkopf als „einen der anregendsten, im besten Sinn einflussreichsten und originellsten Politiker, die unsere Republik gekannt hat“. Er sei ein intellektueller Vordenker, ein Ideengeber gewesen.

Biedenkopf habe gewusst: „Wer die Zukunft gewinnen will, muss den Konflikt suchen, die Auseinandersetzung, den Wettstreit der Ideen.“ Das habe ihn glaubwürdig gemacht und ihm den Respekt auch entschiedener Gegner eingebracht. An dem Trauerstaatsakt nahm auch Biedenkopfs 90-jährige Ehefrau Ingrid Biedenkopf teil.

In Sachsen sei Kurt Biedenkopf mit seinen Fähigkeiten der richtige Mann zur richtigen Zeit gewesen, sagte der Bundespräsident: „Mit seiner unerschöpflichen Energie und seinen Visionen, mit seinem Zuspruch und seinem Vertrauen in ihre Leistungsfähigkeit gab er den Menschen hier Mut, die schwierige Gegenwart zu meistern und eine bessere Zukunft in Angriff zu nehmen.“

Biedenkopf war am 12. August im Alter von 91 Jahren in Dresden gestorben. Der CDU-Politiker war von 1990 bis 2002 Regierungschef in Sachsen und damit der erste sächsische Ministerpräsident nach der deutschen Wiedervereinigung. Er wurde im engsten Familienkreis auf einem Dresdner Friedhof beigesetzt.

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) würdigte ihn als „eine große Persönlichkeit, einen Demokraten, der immer für den Ausgleich eingetreten ist“. Er habe Demokratie gelehrt, ohne selbst belehrend zu sein. Die Freude am intellektuellen Diskurs habe ihn an Biedenkopf begeistert, sagte Kretschmer. Zudem habe er stets vorgemacht, respektvoll miteinander umzugehen.

Die beiden Dresdner Bischöfe verlasen Bibeltexte, darunter den Psalmtext „des Herrn Wort ist wahrhaftig, der Herr liebt Gerechtigkeit“. „Jeder Tod stellt unser eigenes Leben in Frage“, sagte der katholische Bischof Heinrich Timmerevers. Sachsens evangelischer Landesbischof Tobias Bilz hob hervor, dass die Frauenkirche dem Verstorbenen geistige Heimat gewesen sei.

„Auch heute, gerade heute, wo wir vor so vielen neuen Herausforderungen stehen, wäre er mehr als willkommen“, sagte der Bundespräsident: „Ein reflektierter Denker, der die Gesellschaft, in der er lebt, in ihren ganzen Facetten zu verstehen sucht, der aber auch im Praktischen weiß, was zu tun ist, wenn es auf ihn ankommt.“ Steinmeier sagte weiter „wir ehren ihn wohl am besten, wenn wir die Aufgaben angehen und in seinem Geist keine Angst vor der Zukunft haben“.

Der nordrhein-westfälische Ministerpräsident und CDU-Bundesvorsitzende, Armin Laschet, bezeichnete Biedenkopf als „intellektuellen Antreiber“. Sein Geist habe nie stillgestanden. Bis ins hohe Alter sei seine „große analytische Kraft“ geschätzt worden: „Er war ein Visionär, aber kein Fantast.“ Biedenkopfs politische Karriere hatte in den 1970er-Jahren in Nordrhein-Westfalen begonnen. Von 1973 bis 1977 war er zudem CDU-Generalsekretär.

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