Dresdner Gedenkstätte Busmannkapelle bekommt Gelder aus SED-Vermögen

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Busmannkapelle Sachsen Dresden
Archivbild – Montage der Glasfenster 2016 © Busmannkapelle Dresden

Die Gedenkstätte Busmannkapelle für die Dresdner Sophienkirche soll mit Geldern aus dem DDR-Parteivermögen fertiggestellt werden. Das Erinnerungsprojekt im Stadtzentrum erhalte 874 000 Euro, sagte der frühere Oberlandeskirchenrat Harald Bretschneider am Mittwoch dem Evangelischen Pressedienst (epd) in Dresden. Mit dem Geld aus dem Parteivermögen soll der Innenausbau der Gedenkstätte realisiert werden. Bretschneider ist Vorstandsmitglied der Gesellschaft zur Förderung einer Gedenkstätte für die Sophienkirche Dresden.

Er sprach von »einer Art Wiedergutmachung des Unrechts«. Die Gelder würden helfen, »annähernd an die Fertigstellung heranzukommen«, sagte Bretschneider. Für die Innenarbeiten an der Gedenkstätte sind insgesamt 980 000 Euro veranschlagt. Es bedürfe also weiterer Spenden, um das Projekt letztlich zu vollenden.

Ein Probebetrieb der Gedenkstätte Busmannkapelle sei frühestens für Herbst 2019 vorgesehen, teilte die Fördergesellschaft mit. Bereits im Februar soll eine Glocke von 1480 aufgestellt werden. Sie gehörte zum Geläut der Sophienkirche und wurde aus dem Turm gerettet. Künftig soll sie stündlich läuten.

Die Dresdner Sophienkirche brannte bei den Bombenangriffen im Februar 1945 aus. 1962/63 wurden auf Geheiß der SED die Mauern abgetragen und die beiden Türme gesprengt. Der Ursprung der einst ältesten Kirche Dresdens liegt im 13. Jahrhundert, als an dieser Stelle ein Franziskanerkloster stand.

Im Jahr 1400 stiftete der Patrizier und Dresdner Bürgermeister Lorenz Busmann mit seiner Frau die nach ihm benannte Kapelle, ein Anbau an die gotische Kirche. Für die Gedenkstätte wurde die Seitenkapelle nachgebaut und mit einer Glasfassade umhüllt. Der Stadtrat hatte dem Projekt bereits 1994 zugestimmt. Immer wieder fehlte es jedoch an Geld. Zudem gab es mehrfach Verzögerungen aus bautechnischen Gründen. Die anfangs kalkulierten 2,6 Millionen Euro Baukosten sind unterdessen auf vier Millionen Euro gestiegen.

Der Freistaat Sachsen erhält insgesamt rund 62 Millionen Euro aus dem Vermögen der Parteien und Massenorganisationen der ehemaligen DDR. Allein in die Kulturförderung, darunter die Gedenkstättenarbeit, sollen 16 Millionen Euro fließen. Demnach bekommen unter anderem auch die KZ-Gedenkstätte Sachsenburg Frankenberg, der Gedenkort Kaßberg in Chemnitz sowie die Dresdner Gedenkstätte Bautzner Straße finanzielle Unterstützung.

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