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»Es gibt in dieser Lage keinen Spielraum«

Christoph Seele, Beauftragter der evangelischen Landeskirchen beim Freistaat Sachsen, sieht die Möglichkeiten für kirchliche Veranstaltungen zu Ostern ausgereizt
Uwe Naumann
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Christoph Seele, Beauftragter, Evangelisches Büro, Dresden
Christoph Seele ist Beauftragter der evangelischen Kirchen beim Freistaat Sachsen. © Steffen Giersch

Herr Seele, die Landeskirche scheint die einschneidenden Maßnahmen im kirchlichen Bereich einfach hinzunehmen, anfangs sogar im vorauseilenden Gehorsam zu vollziehen. Warum?
Christoph Seele: Wir erleben jetzt eine extreme Ausnahmesituation. Die Lage ist für alle vollkommen neu. Niemand kann dabei auf Erfahrungen zurückgreifen. Hier ist die Mithilfe aller gefragt. Als Kirchen stehen wir dazu von Anfang an im wechselseitigen Kontakt mit dem Freistaat. Die rechtlichen Vorgaben decken sich nicht durchweg mit unseren Erwartungen. Mancher erwogene Spielraum ist jedoch aus infektionsbedingten Gründen nicht möglich.

Trotzdem gibt es Ausnahmen, etwa für Beerdigungen.
Beerdigungen müssen zwangsläufig stattfinden. Die Konditionen dazu bewegen sich aus hygienischen Gründen in einem engen Grenzraum Auch die persönliche Seelsorge oder die Begleitung Sterbender wird prinzipiell nicht verwehrt und zu keinem Zeitpunkt mussten wir unsere Kirchen schließen – dafür sind wir sehr dankbar!

Sie wollten keine weiteren Ausnahmen?
Wir wollen eine Kirche inmitten der Gesellschaft sein. Das bedeutet zu allererst, solidarisch mit allen zu sein, die jetzt ebenfalls verzichten müssen. Auch wir erleben die Situation als schmerzhaft und teilen diesen Schmerz mit dem der ganzen Gesellschaft.

Das heißt, Sie sind zufrieden mit den Einschränkungen?
Nein, nur gibt es in dieser pandemischen Lage keinen Spielraum. Bei der Suche nach Möglichkeiten bewegen wir uns jetzt im Spannungsfeld von geistlicher Fürsorge einerseits und gesundheitlicher Vorsorge andererseits. Gerade mit Blick auf das Osterfest haben wir die Bedeutung gegenüber dem Freistaat sehr deutlich artikuliert. Was möglich ist, nutzen wir: Wir können in die offenen Kirchen gehen, beten, singen; aber wir laden zu keinen Zusammenkünften ein.

Nun leben Christen nicht vom Brot allein, heißt es in der Bibel. Lebensmittel können wir kaufen. Warum geht keine Verkündigung in der Kirche?
Ich bin dankbar für die vielen Möglichkeiten, die von unseren Gemeinden über Fernseh-, Radio- oder Internetgottesdienste hinaus bewundernswert vielfältig entdeckt und sehr kreativ genutzt werden. Was wir jetzt dabei erleben ist ein Gemeinschaftsgefühl, das uns ganz neue Erfahrungen machen lässt. Wenn wir diese Erfahrungen mitnehmen – dann bin ich voller Hoffnung auf die Zeit danach!

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