Kirchenfrauen fordern Abschaffung des § 219a

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© Carlo Schrodt/pixelio.de

Die Frauendelegiertenkonferenz der Nordkirche hat die Abschaffung des Paragrafen 219a StGB gefordert. Auf ihrer Tagung am Sonnabend in Kiel verabschiedete sie eine entsprechende Resolution. Notwendig sei ein niedrigschwelliger Zugang zu sachlichen Informationen über medizinische Möglichkeiten und Folgen eines Schwangerschaftsabbruches. Gefordert werden Beratungsstellen für Schwangere in Konfliktsituationen. Notwendig seien auch Maßnahmen, um Belästigung und Stigmatisierung von betroffenen Frauen und Medizinern zu unterbinden.

Ein Schwangerschaftsabbruch sei für die Betroffenen das Ergebnis eines komplexen Entscheidungsprozesses, heißt es in der Resolution. »Eine Unterstellung, dass der freie Zugang zu Informationen über einen Schwangerschaftsabbruch diesen verharmlose, ist frauenfeindlich«, sagte Mary Herbst, Vorstandsmitglied der Konferenz.

Der Paragraf 219a regelt das Werbeverbot für Ärzte und Ärztinnen, die in ihren Praxen Abtreibungen durchführen. Aktueller Fall ist ein Strafbefehl über 6.000 Euro gegen die hessische Gynäkologin Kristina Hänel, den das Landgericht Gießen am 12. Oktober bestätigt hat. Sie hatte auf ihrer Homepage über die Möglichkeiten eines Schwangerschaftsabbruches informiert.

An der Konferenz nehmen Delegierte aus Kirchenkreisen, Gemeinden sowie Diensten und Werken der Nordkirche teil. Sie tagt zwei Mal im Jahr.

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    20 Lesermeinungen zu Kirchenfrauen fordern Abschaffung des § 219a
    Beobachter schreibt:
    24. Oktober 2018, 22:48

    LIeber Thomas, ich sehe es ganz genauso, wie Du! Wer muß denn heute noch "ungewollt2
    " schwanger werden? Ein Arzt sollte eigentlich Leben erhalten und nicht, zum Gelderwerb, zerschreddern!

    Johannes schreibt:
    23. Oktober 2018, 11:21

    Pardon: Dem Satz...

    Beobachter schreibt:
    23. Oktober 2018, 8:51

    Ja, lieber Irritierter, da kann man wirklich nur irritiertert den Kopf schütteln!
    "Ein Schwangerschaftsabbruch sei für die Betroffenen das Ergebnis eines komplexen Entscheidungsprozesses,"
    Warum ist eine Schwangerschaft hin heutiger Zeit ein Grund zur "Betroffenheit"?
    Im Gegenteil, (fast) jede Schwangerschaft kann doch heute das "Ergebnis eines komplexen Entscheidungsprozesses" und nicht nur unkrontrolliertes Triebausleben sein!
    Schwangerschaftsabbruch und damit Mord zu legimentieren sollte kein Anliegen einer christlichen Frauenorganisation sein. Das erinnert eher an so manche "Resolution" des "Bundes Deutscher Mädel"!

    Johannes schreibt:
    23. Oktober 2018, 17:59

    Lieber Beo,

    da liegen Sie nun aber völlig falsch: Der BDM hat mit Sicherheit keine Resolution verabschiedet, die Abtreibungen legalisiert. Im Gegenteil: Die Aufgabe der deutschen Frau war nach BDM-Ideologie, recht viele Kinder, besonders stramme Jungen, zu gebären...

    „Die Gleichberechtigung der Frau besteht darin, daß sie in den ihr von der Natur bestimmten Lebensgebieten jene Hochschätzung erfährt, die ihr zukommt […] Auch die deutsche Frau hat ihr Schlachtfeld: Mit jedem Kinde, das sie der Nation zur Welt bringt, kämpft sie ihren Kampf für die Nation.“ so der Gröfaz

    J.L.

    Beobachter schreibt:
    24. Oktober 2018, 11:44

    Das war mir schon beim Schreiben klar, das genau das von Ihnen kommt und er eigentliche Ansatz ist ja gar nicht der schlechteste.
    Gleichzeitig wurde aber von allen damaligen "Bünden" Mord als legitim befürwortet. Und Abtreibung ist nichts anderes als Euthanasie oder Schreddern wie bei Hähnchenkücken.
    Der Papst nennt es Auftragsmord, recht hat er!

    Johannes schreibt:
    25. Oktober 2018, 22:06

    Verehrter Beo,
    dass Sie mit Ihrem Satz "er eigentliche Ansatz ist ja gar nicht der schlechteste." der Frauenideologie der Gröfazzeit zustimmen, verwirrt mich nun doch. Obwohl: Wenn Sie sich in der Mediathek die heutige Monitorsendung ansehen, wird Ihnen auffallen, dass die heutigen Rechtspopulisten dieselbe Sprache sprechen wie diejenigen, die in der Weimarer Zeit das "System" bekämpften und letztendlich die Gröfaz-Diktatur heraufbeschworen haben. Ich wäre an Ihrer Stelle etwas vorsichtig mit der Äußerung, dass der eigentliche Ansatz nazistischer Frauenpolitik "ja gar nicht der schlechteste" ist.
    J.L.

    Beobachter schreibt:
    26. Oktober 2018, 8:50

    Sie sind sehr leicht zu "verwirren". Offenbar machen Sie das aber sehr bewußt und konstruiert! Was ist daran falsch, wenn sich ein Staaat ersteinmal grundsätzlich für möglichst vielen Nachwuchs einsetzt?
    Aus Versehen hatte ich mich zwischenzeitlich tatsächlich in den gestrigen "Schwarzen Kanal" eingeklickt, aber wie früher hieß bei mir wie früher Karl-Eduard von Klick!

    Gert Flessing schreibt:
    25. Oktober 2018, 10:00

    Nun ist man ja schon daran gewöhnt, das kirchliche Zusammenkünfte nicht unbedingt Kerne der Weisheit produzieren.
    Hier ist, von den Frauen der Nordkirche, all dem noch ein neuer Schwachsinn hinzugefügt worden.
    Ist man da oben, im Norden schon so weit gesunken, mit einem Schrei nach Werbung für Fötenmord, Aufsehen erreichen zu wollen?
    Arme Kirche!
    Wie meinte Jesus? "Lasset die Kindlein zu mir kommen und wehret ihnen nicht..."
    Nun ja und als Wiederholung: Wer kein Kind in die Welt setzen möchte, der soll VERHÜTEN.

    Aber das scheint nun wirklich von sehr vielen Menschen, beiderlei Geschlechts, nicht begriffen zu werden.
    Als Kirche stehen wir für die Bewahrung des Lebens. Damit sind, so denke ich, nicht nur Wölfe und gefährdete Vögel gemeint.
    Gert Flessing

    Beobachter schreibt:
    25. Oktober 2018, 12:34

    Danke für die klaren Worte eines (ehemaligen) kirchlichen Angestellten! Leider sehen längst nicht alle dieser Zunft so! Arme Kirche, armes Deutschland!

    Britta schreibt:
    26. Oktober 2018, 20:43

    Was wollen diese Frauen unter dem Dach der Kirche? Oder hat die Kirche nichts mehr mit der lebensbejahenden frohen Botschaft unseres Herrn Jesus zu tun, weil ihr die aktuelle Tagespolitik mit der sukzessiven Umwandlung der Gesellschaft auf vielen Ebenen wichtiger ist? Kein Wunder, daß die Austrittszahlen aus der Kirche steigen.
    Das Ziel ist natürlich der Paragraph 218, und ist erst 219a gefallen, dann ist der Weg frei. Parallelen zu dieser scheibchenweisen Transformation gibt es sowohl in Gesellschaft als auch in der Kirche (man bedenke den Pfarramtsbeschluß von 2001, der ja fast zwangsläufig weitere unbiblische Zugeständnisse forderte, obgleich m.W. damals versichert wurde, da. dies das letzte Zugeständnis dieser Art sei). Erschreckend, daß die Kirche nun auch bei der weiteren gesellschaftlichen Akzeptanz der Tötung ungeborenen Lebens aktiv mitwirkt.

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