Kranzniederlegung in Auschwitz-Birkenau

Hunderte Kirchenvertreter kommen im September in Krakau zusammen – im nicht weit entfernten früheren Vernichtungslager Auschwitz gedachten Bischöfe jetzt der Opfer des Holocausts
(epd)
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Kranzniederlegung in Auschwitz-Birkenau
Im Rahmen des Besuchs fand eine Kranzniederlegung an der ehemaligen Erschießungsmauer des Stammlagers Auschwitz statt. Die stellvertretende Vorsitzende des DNK/LWB, Landesbischöfin Kristina Kühnbaum-Schmidt, legte den Kranz gemeinsam mit dem Leitenden Bischof der EAKP, Bischof Jerzy Samiec, nieder. Mit dem Kranz soll den Opfern deutscher Verbrechen und Gewalt gedacht werden. © DNK/LWB/F. Hübner

Leitende evangelische Bischöfe haben am Dienstag in der Gedenkstätte Auschwitz-Birkenau der Opfer des Holocaust gedacht. Die norddeutsche Landesbischöfin Kristina Kühnbaum-Schmidt und der Bischof der lutherischen Kirche in Polen, Jerzy Samiec, legten vor der auch Todeswand genannten Hinrichtungsstätte des ehemaligen NS-Konzentrationslagers Auschwitz einen Kranz nieder. Die deutschen Verbrechen des 20. Jahrhunderts dürften nicht in Vergessenheit geraten, mahnte Kühnbaum-Schmidt. „Wir müssen uns damit auseinandersetzen, wie es zu diesen Verbrechen kommen konnte, auch um unserer Gegenwart und Zukunft willen.“ Bischöfin Kühnbaum-Schmidt und mehrere ihrer Amtskollegen gehörten zu einer Delegation deutscher Kirchenvertreter, die seit Montag in Krakau tagt. Sie bereiten sich dort auf die Vollversammlung des Lutherischen Weltbundes (LWB) im September in der Stadt an der Weichsel vor. Bei dem Kongress wollen die knapp vierzig Delegierten das christlich-jüdische Verhältnis nach dem Holocaust diskutieren, auch wegen der Nähe zum ehemaligen Konzentrationslager Auschwitz.

In dem Vernichtungslager ermordete die SS zwischen 1940 und 1945 mindestens 1,1 Millionen Menschen, davon etwa eine Million Jüdinnen und Juden. „Auschwitz bleibt uns anvertraut“, sagte der leitende Bischof der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD), der hannoversche Landesbischof Ralf Meister, bei einer Gedenkzeremonie vor dem internationalen Mahnmal für die Todesopfer des Konzentrationslagers Auschwitz. Als Nachfahren der damaligen Täter dürften die Deutschen über die an diesem Ort verübten Verbrechen nicht schweigen. Christen müssten in Auschwitz erschüttert feststellen, „dass der christliche Glaube diese Verbrechen nicht verhindern konnte“, sagte Meister weiter. „Mehr noch: Kirchen und ihre Mitglieder haben an diesen Verbrechen mitgewirkt, Judenhass und Menschenverachtung unterstützt, Nächstenliebe und Gefühl außer Kraft gesetzt und damit Schuld auf sich geladen.“ Der Besuch endete am Gedenkplatz des Lagers Birkenau.

An der Zeremonie auf dem Lagergelände beteiligten sich der Landesbischof der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland (EKM), Friedrich Kramer, sowie der Vorsitzende des Deutschen Nationalkomitees des Lutherischen Weltbundes, der emeritierte württembergische Landesbischof Frank Otfried July. Dem 1947 gegründeten Lutherischen Weltbund gehören nach eigenen Angaben 149 Kirchen mit 77 Millionen Mitgliedern an. Gastgeberin der bevorstehenden Vollversammlung ist die lutherische Kirche in Polen.

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