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Neue Vorwürfe gegen Landesbischof Rentzing

Problematische Texte aufgetaucht
epd/so
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Carsten Rentzing
Landesbischof Carsten Rentzing © Steffen Giersch

Nach dem gestern angekündigten Rücktritt des sächsischen Landesbischofs Carsten Rentzing sind neue Vorwürfe gegen den evangelischen Theologen öffentlich geworden. Nach Recherchen des Westdeutschen Rundfunks (WDR) sind Texte Rentzings aufgetaucht, die er zwischen 1989 und 1992 als Redakteur der Zeitschrift »Fragmente« verfasst habe, die sich an ein »rechtsintellektuelles Publikum« richten. Darin sei eine Verachtung für die liberale Demokratie sowie ein autoritär-elitäres und völkisches Staatsverständnis ausgedrückt worden, schreibt WDR-Korrespondent Arnd Henze auf der Internetseite »tagesschau.de«. Im 1991 erschienen Aufsatz über »Protestantismus und Konservativismus« heiße es: »Die neuzeitliche Frage nach den Menschenrechten ist unprotestantisch.« Immer wieder fänden sich rassistische und völkische Gedanken in seinen Aufsätzen, so Henze.

Die sächsische Landeskirche bestätigte auf epd-Anfrage die Existenz der Texte. Landeskirchensprecher Matthias Oelke sagte, er wisse davon, dass Texte kursieren, kenne aber deren Inhalte nicht. Der Bischof, der sich derzeit im Urlaub befindet, hat sich bisher dazu nicht offiziell erklärt.

Der 52-jährige Rentzing hatte am Freitagabend überraschend mitgeteilt, dass er sein Amt nach vier Jahren an der Spitze der Landeskirche »zum nächstmöglichen Zeitpunkt« niederlegen wolle, ›um Schaden von meiner Kirche abzuwenden‹«. Nach Informationen des WDR wurde er gestern von einem Pfarrer vertraulich mit den Texten konfrontiert und gebeten, sich öffentlich zu erklären. In der Stellungnahme des Bischofs findet sich aber nur der nicht näher konkretisierte Satz: »Positionen, die ich vor 30 Jahren vertreten habe, teile ich heute nicht mehr.« Auf WDR-Anfrage habe sich Rentzing selbst zu den Vorwürfen bisher nicht geäußert. Sein Sprecher habe auf die schriftliche Bitte um Kontaktvermittlung mitgeteilt, dass er als Sprecher des Landesbischofs unerreichbar sei.

Für Zeiten, in denen kein Bischof vor Ort sei, gebe es eine Vertretungsregelung, teilte das Landeskirchenamt mit. Nach Angaben von Synodenpräsident Otto Guse werde noch die aktuelle Synode einen neuen Bischof wählen. Die nächste Tagung ist für Mitte November terminiert. Möglicherweise wird eine Sondersynode zur Bischofswahl einberufen. Die neue Landessynode konstituiert sich erst im Sommer 2020.

Informationen des WDR: www.tagesschau.de/investigativ/bischof-rentzing-101.html

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