Demut will geübt sein
„Gott widersteht den Hochmütigen, aber den Demütigen gibt er Gnade.“ 1. Petrus 5, Vers 5b
Ich lese den Wochenspruch für diese Woche. „Na, ist doch klar!“, denke ich und freue mich. Wir haben einen großartigen Gott – einen, der nicht nach Macht und Reichtum strebt, der nicht auf der Seite egoistischer politischer Führungspersönlichkeiten steht, sondern bei den Kleinen und Demütigen ist, für sie einsteht und sich sogar selbst klein macht.
„Das feiern wir an Weihnachten“, kommt mir in den Sinn. Und dann: „Oh, nur noch vier Monate bis dahin.“ Das kann ich mir angesichts der 32 Grad in meinem Arbeitszimmer, während ich diese Andacht schreibe, nur schwer vorstellen.
Leise schleicht sich der nächste Gedanke in meinen Kopf: Wie ist das mit Hochmut und Demut eigentlich bei mir so? Ich überlege: „Bin schon eher demütig“, komme ich zu einem ersten Entschluss, als mir die aktuellen Nachrichten und unsere Weltlage einfallen.
Ich denke weiter nach: „Oh. Wie war das doch letztens auf dem Spielplatz? Zwei Momente haben gereicht, um festzustellen, dass ich auf jeden Fall eine bessere Mama bin als die da drüben.“#%Zugegebenermaßen fällt dieses Urteil fast ausschließlich aufgrund der getragenen Kleidung. Mist.
Und letztens in der Schule: Eine Meldung von nicht gerade meiner Lieblingsschülerin – und innerlich denke ich sofort: „Ach komm. Was möchte sie denn jetzt?“
Nach und nach fallen mir noch mehr Situationen ein. Ich glaube, im Demütigsein muss ich mich wohl doch noch üben. Vielleicht ist Demut nichts, was man besitzt, sondern etwas, das man einübt, immer wieder neu. Und doch: Ich muss es nicht allein tun. Denn ich darf mich verlassen – auf jenen Gott, der die Kleinen liebt. Der sich selbst klein macht. Der bei mir bleibt, auch wenn ich noch übe.
Impressionen vom Elbe-Tauffest
Impressionen vom Elbe-Kirchentag in Pirna