Petra Bahr: Banalisierung verbaler Brutalität beenden

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Suizids der österreichischen Ärztin Lisa-Maria Kellermayr
© Tobias Sellmaier/pixelio.de

Angesichts des Suizids der österreichischen Ärztin Lisa-Maria Kellermayr hat die evangelische Theologin Petra Bahr vor der „Banalisierung verbaler Brutalität“ gewarnt. „Worte verändern. Sie zerstören“, schreibt die hannoversche Regionalbischöfin in einem Gastbeitrag für die „Zeit“-Beilage „Christ & Welt“ (Donnerstag). „Die Banalisierung verbaler Brutalität muss aufhören. Sie bedroht alle, die in Freiheit leben wollen – auch mit denen, die anderer Meinung sind.“

Hinter den Drohungen gegen öffentlich exponierte Personen stünden oft Gewaltfantasien, wie sie sich etwa „an Masken, an Impfungen oder an Einschätzungen zum Krieg gegen die Ukraine entzünden“. Indem die entsprechenden politischen Bewegungen versuchten, andere mundtot zu machen, gefährdeten sie das Gemeinwesen. Denn dieses sei darauf angewiesen, „dass der öffentliche Raum ein Ort ist, wo man gefahrlos laut denken kann“. Es dürfe nicht dazu kommen, dass „die, die abwägen, differenzieren oder um Haltung bemüht sind, gar nicht erst zu Wort kommen“, mahnte die Theologin. Es schade der Demokratie, „wenn öffentliche Orte, ob Akademieforen oder Internetforen, Kirchen oder Rathäuser, Orte der Furcht werden“ und wenn sich dort „nur noch die Aggressiven, die Selbstdarsteller und Narzissten tummeln“.

Kellermayr war wegen ihres Engagements gegen die Corona-Pandemie im Internet zum Hass-Objekt von Impfgegnern geworden. Am vergangenen Freitag war die 36-Jährige tot in ihrer Praxis aufgefunden worden. Medien liegen Abschiedsbriefe vor.

Wenn Sie daran denken, sich das Leben zu nehmen, oder jemanden kennen, der suizidgefährdet ist, suchen Sie Hilfe. Die Telefonseelsorge ist anonym, kostenlos und rund um die Uhr erreichbar. Die Telefonnummern sind 0800/1110111 und 0800/1110222. Auch ein Kontakt per Chat und E-Mail ist möglich: www.telefonseelsorge.de

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