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Sachsen lässt die Passionszeit musikalisch ausklingen

In den sächsischen Kirchgemeinden wird insbesondere in der zweiten Hälfte der siebenwöchigen Passionszeit zu zahlreichen kirchenmusikalischen Angeboten eingeladen.
(so)
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Bach-Statue vor der Leipziger Thomaskirche. In der Thomaskirche wird es am Gründonnerstag und Karfreitag drei große Aufführungen von J. S. Bachs Johannespassion mit dem Thomanerchor geben. © scholacantorum/Pixabay

Traditionell erklingen zum Ende der Passionszeit Aufführungen der Johannes- und der Matthäus-Passion von Johann Sebastian Bach, Heinrich Schütz und weiteren Komponisten. So stehen in Leipziger Kirchen in den Wochen vor dem Osterfest neben den Passionsmusiken von J.S. Bach bewegende Kompositionen von Telemann, Pergolesi, Händel oder Dvořák über das Leiden und Sterben Jesu auf dem Programm.

Bevor es zu den drei großen Aufführungen mit dem Thomanerchor mit J. S. Bachs Johannespassion am Gründonnerstag, 18. April, und Karfreitag in der Thomaskirche Leipzig kommt, gibt es weitere Aufführungen des Bachschen Werks am 7. April in Panitzsch mit Concerto Vocale, am 13. April in der Taborkirche Kleinzschocher mit der dortigen Kantorei und am Abend in der Universitätskirche St. Pauli (Augustusplatz) mit dem Leipziger Universitätschor.

Die Matthäuspassion erklingt am 13. April in der Martin-Luther-Kirche Markkleeberg-West mit der Kantorei Leisnig und der Kantorei Markkleeberg-West und abends in der Thomaskirche mit amici musicae, Chor und Orchester, Großer Kurrende der Singschule St. Thomas und den Thomaneranwärtern des forum thomanum. Die Markuspassion wird am Karfreitag, 19. April, in der Leipziger Nikolaikirche mit Solisten, dem BachChor und dem Festivalorchester Leipzig aufgeführt.

Weitere interessante Konzerte sind u.a. am 6. April G. F. Händels Brockes-Passion in der Peterskirche mit dem Leipziger Vokalkollektiv und einem Projekt-Orchester auf historischen Instrumenten, am 7. April »Stabat mater« von A. Dvořák in der Michaeliskirche sowie ein Werk gleichen Namens von G. B. Pergolesi am 13. April in der St. Laurentiuskirche Markranstädt. Tags darauf erklingen in der Kirche Baalsdorf die Kantate »Ach, Jesus geht zu seiner Pein« von J. B. König und Palmsonntagswerke von M. Bruch und F. Schubert.

In Dresden setzt der Kreuzchor am 6. April mit der Kreuzchorvesper den Auftakt, bevor in der Kreuzkirche am Gründonnerstag und am Karfreitag J. S. Bachs Matthäuspassion mit der Dresdner Philharmonie zur Aufführung kommt. Am 7. April erklingt das sorbische geistliche Oratorium »Korla Awgust KocorIsraelowa zrudoba a tróšt« (Israels Trauer und Trost) mit den sorbischen Chören »Lipa« und »Meja«, begleitet von der Sinfonietta Dresden. Am 13. April sind in der Vespermusik in der Kreuzkirche Motetten von H. Schütz, J. Kuhnau, J. N. David und F. Kiel zu hören.

In der Dresdner Frauenkirche wird der Bachzyklus u.a. mit »O Lamm Gottes, unschuldig« mit Frauenkirchenorganist Samuel Kummer fortgesetzt. Tags darauf am 14. April erklingt dort die Geistliche Sonntagsmusik mit W. A. Mozarts Missa in C und J. Heydns Sinfonie C-Dur. Im Vormittagsgottesdienst in der Diakonissenhauskirche werden Auszüge aus der Johannespassion zu hören sein. Am Nachmittag des Palmsonntag wird durch die Kantorei und die Sinfonietta Dresden in der Versöhnungskirche Dresden-Striesen die Markuspassion von G. A. Homilius aufgeführt.

Das selten zu hörende Oratorium »Das Sühneopfer des neuen Bundes« von Carl Loewe, dessen Geburtstag sich 2019 zum 200. Mal jährt, steht auf dem Programm des Passionskonzerts der Hochschule für Kirchenmusik am Dienstag, 16. April, in der Annenkirche Dresden. Am Gründonnerstag bringen Solisten, die Kantoreien der Marienkirche Großenhain und der Dresdner Auferstehungskirche mit dem Ensemble Charpentier in der Auferstehungskirche die Bachsche Johannespassion zu Gehör.

Weitere konzertante Aufführungen sind am Karfreitag in der Stephanuskirche Dresden-Zschachwitz, in der Schifferkirche »Maria am Wasser« in Hosterwitz, in der Diakonissenhauskirche sowie zur Sterbestunde Jesu (15 Uhr) in der Kirche Dresden-Briesnitz, der Lukaskirche, der Lutherkirche Radebeul, der Loschwitzer Kirche, in Hosterwitz sowie der Stadtkirche Radeberg, der Klosterkirche in Riesa und zuvor (14:30 Uhr) in der Matthäuskirche Chemnitz-Altendorf.

Auch an anderen Orten verdichtet sich am Wochenende vor Beginn der Karwoche mit Palmsonntag noch einmal das Konzertprogramm mit Chor-, Instrumental- und Orgelwerken in den Kirchen. Beispiel dafür ist am 13. April im Dom St. Marien in Freiberg die Aufführung von Reinhard Keisers Markus-Passion in der Fassung von J. S. Bach mit Solisten dem Freiberger Domchor und der Batzdorfer Hofkapelle. Am Palmsonntag tags darauf steht das Eröffnungskonzert der Sebnitzer Reihe MUSIK IN PETER-PAUL 2019 auf dem Programm. Zu erleben sind in der Stadtkirche Sebnitz Kompositionen zur Passionszeit von Johann Michael Haydn und der zeitgenössischen Komponistin Almuth Schulz. Ebenfalls um 17 Uhr wird in Chemnitz die Bachsche Johannespassion in der St. Markuskirche mit dem Vokal- und Instrumental-Ensemble Capella Trinitatis (auf historischem Instrumentarium), Solisten und den Kirchenchören St. Markus-Trinitatis-St. Andreas aufgeführt.

In Crimmitschau erklingt in der St. Laurentiuskirche mit der Sinfonie Nr.1 g-moll von Étienne-Nicolas Méhul ein selten gespieltes Werk. Dazu wird das Requiem op. 48 von Gabriel Fauré zu hören sein, das im Gegensatz zu anderen Requiemvertonungen zart und sanft anmutet. Am Karfreitag, 19. April, werden in der St. Laurentiuskirche »Die sieben letzten Worte Jesu am Kreuz« von H. Schütz mit den Kantoreien St. Johannis und St. Laurentius/Luther Crimmitschau aufgeführt.

In der Woche zwischen dem Sonntag Palmarum und dem Osterfest (Karwoche) werden die dunkelsten und die hellsten Erfahrungen der Menschheit spürbar – TOD und LEBEN. Seit Jahrhunderten lassen sich Musiker davon zu Werken von besonderer Tiefe und Ausdruckskraft inspirieren: Das zeigen weitere Aufführungen u.a. am Karfreitag in Crostau/OL von Reinhard Keiser und J. S. Bach die PASSIO SECUNDUM MARCUM (Markus-Passion), in Chemnitz in der Schlosskirche mit Pergolesis »Stabat mater« und am Abend in der Chemnitzer Kreuzkirche mit Bachs Markuspassion mit der Kantorei der Kreuzkirche und dem Chemnitzer Barockorchester. Im Vogtland erklingt in der Auerbacher St. Laurentiuskirche eine Passionsmusik und Bachs Johannespassion in Mylau. Im erzgebirgischen Annaberg-Buchholz wird in der Katharinenkirche die Matthäuspassion von H. Schütz und in Drebach »Die Sieben Worte Christi« von Théodore Dubois aufgeführt. Ebenfalls am 19. April ist auch in Bautzen in der Maria-und-Martha-Kirche die Bachsche Johannespassion zu erleben.

Für ein jüngeres Publikum gibt es am Karfreitag in der Zwickauer Pauluskirche die Johannespassion für Kinder und Jugendliche. Professionelle Sänger und Instrumentalisten tragen die relevanten Stellen des Oratoriums vor – bisweilen erinnert dieses Konzept an die wunderbaren Young People’s Concerts von Leonard Bernstein. In Zwenkau führt der Jugendchor Leipzig-Lindenau von Klaus Heizmann in der St. Laurentiuskirche das Passionsmusical »Dank für Golgatha« auf.

In Dresden wird die Johannespassion von J. S. Bach am Nachmittag in der Martin-Luther-Kirche mit Solisten, dem Dresdner Bachchor und der Sinfonietta Dresden sowie am Abend in der Frauenkirche durch Solisten, dem Kammerchor der Frauenkirche und dem ensemble frauenkirche dresden aufgeführt.

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