
Das Beet vorbereiten, Blumen aussuchen, Erde besorgen, die Blumen pflanzen, wässern – das ist Gärtnern. So weit, so einfach. Dass es damit längst nicht getan ist, erlebte ich als Gartenanfängerin gleich am nächsten Tag. Wie viel Wasser brauchen die Pflanzen, und wann? Was ist, wenn es zu heiß ist? Wieso welkt das Blatt? Aus einpflanzen und genießen wird da schnell einpflanzen und sich sorgen. Einen Garten, ein Blumenbeet anlegen ist ein Schöpfungsakt. Als Gärtnerin trage ich Verantwortung für meine Pflanzen. So viel Verantwortung! Mit Argusaugen wird jede Knospe, jede Blüte, jedes Blatt täglich inspiziert. Schöpfung ist anstrengend. Wie Gott sich wohl gefühlt hat, nachdem er Leben geschaffen hat? Kein Wunder, dass er einen Tag Pause brauchte.
Als sich eines Morgens die erste Hibiskusblüte geöffnet hat, ist sofort aller Unmut vergessen. Stattdessen: Staunen. Die Blüte ist riesig, der Farbverlauf von Pink bis Weiß, wunderschön. Und das im eigenen Garten. Der Blick ins Beet ist nun voller Vorfreude: der Hibiskus hat reichlich Knospen.
Nicht nur ausgeruht hat Gott sich am siebten Tag, er hat auch sein Werk betrachtet, den Anblick genossen. Auch das ist Teil des Schöpferinnen-Daseins. Denn: Die nächsten Sorgen kommen bestimmt. Sieht so aus, als würde der Lavendel den Kopf hängen lassen ...
Mirjam Rüscher ist Redakteurin bei „Unsere Kirche“
Impressionen vom Elbe-Tauffest
Impressionen vom Elbe-Kirchentag in Pirna