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Sebastian Feydt zum Superintendenten in Leipzig gewählt

Bezirkssynode Leipzig wählte Dresdner Frauenkirchenpfarrer mit großer Mehrheit zum neuen Superintendenten im Kirchenbezirk Leipzig
Uwe Naumann (mit epd)
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Pfarrer Sebastian Feydt
Der Dresdner Frauenkirchenpfarrer Sebastian Feydt wurde von der Leipziger Bezirkssynode zum neuen Superintendenten gewählt. © Thomas Schlorke

Der Dresdner Frauenkirchenpfarrer Sebastian Feydt wurde zum neuen Superintendenten in Leipzig gewählt. Die Kirchenbezirkssynode wählte den 53-Jährigen am Freitag in geheimer Abstimmung mit 57 Ja-Stimmen, 3 Nein-Stimmen und einer Enthaltung.

Feydt hatte sich als einziger Kandidat auf das Amt des Superintendenten beworben und den Leipziger Synodalen zur Wahl gestellt. Der derzeitige Leipziger Superintendent, Martin Henker, wird zum 31. Mai 2020 in den Ruhestand gehen.

Es sei ein Armutszeugnis, dass es für die Stelle des Superintendenten in Leipzig nur eine Bewerbung gab, sagte Sebastian Feydt bei seiner Vorstellung. Er habe größten Respekt vor seinem Vorgänger Martin Henker, der über zehn Jahre lang dieses Amt im größten Kirchenbezirk der Landeskirche ausübt. Stärker als in den vergangenen 15 Jahren sei es nötig, in der Stadt Gesicht zu zeigen und Position zu beziehen, sagte der Frauenkirchenpfarrer. Als künftiger Superintendent möchte Feydt die Kirche stärker in die Stadtgesellschaft führen. So fragte er nach Verbindungen der Kirche zum Fußballverein RB Leipzig, zur Industrie und den Personen, die diese Stadt prägen. »Es ist eine gefährliche Entwicklung, wenn sich Kirche nur noch mit sich selbst beschäftigt«, warnte er. Durch Bildungs- und Familienarbeit, durch Diakonie, Kirchenmusik oder Religionsunterricht gebe es viele Chancen, das Evangelium über die kirchlichen Grenzen hinaus zu tragen. »Bildungsarbeit halte ich nach wie vor für eine der stärksten Aufgaben, gerade im großstädtischen Kontext. Meinungsbildend zu sein, Menschen befähigen, vom Evangelium her eine Meinung zu entwickeln. Das möchte ich gern unterstützen«, sagte der Pfarrer. Religiöse Bildung habe zum Ziel, wahrhaftig glaubende Menschen kennenzulernen. Auch das Handy könne dabei eine missionarische Bedeutung gewinnen, regte der Pfarrer neue Formen von Bildungsarbeit an.

Angesprochen auf den Rücktritt des Landesbischofs sagte Feydt: »Ich glaube nicht, dass es stimmt, dass Liberale und Konservative an dieser Stelle gegeneinanderstehen.« Es sei vielmehr eine Frage des Umgangs miteinander. »Wir brauchen eine neue Kommunikationsstruktur«, so Feydt. Pfarrer aus Leipzig und dem Vogtland müssten sich verständigen, nicht nur einmal beim Pfarrertag.

Zwischen Landeskirchenamt und Gemeindeebene möchte Sebastian Feydt eine Vermittlerrolle einnehmen, gerade auch in strittigen Strukturfragen. In bestimmten Bereichen sei die Kirche zu formal und biete nicht für alle Herausforderungen die nötigen Möglichkeiten. Hier bedürfe es des Gesprächs, sagte Sebastian Feydt mit Blick etwa auf die Andreaskirchgemeinde, die trotz anstehender Strukturverbindungen selbstständig bleiben möchte.

Feydt ist seit 2007 Pfarrer an der Frauenkirche und Geschäftsführer der Stiftung Frauenkirche Dresden. Der 1965 in Cottbus geborene Feydt besuchte die Kreuzschule in Dresden und legte dort 1984 sein Abitur ab. Er studierte Evangelische Theologie an der Universität Leipzig. Als Mitglied des Stadtökumenekreises wirkte er vor und während der Zeit der friedlichen Revolution bei den Friedensgebeten in der Nikolaikirche Leipzig mit.

Feydt war Pfarrer an der Leipziger Bethlehemkirchgemeinde. Nach zwölfjährigem Gemeindedienst und einem Lehrauftrag an der Universität Leipzig wechselte er im April 2007 an die Frauenkirche Dresden.

Bevor Sebastian Feydt Superintendent in Leipzig werden kann, muss noch der Kirchenvorstand der Kirchgemeinde St. Nikolai-Heilig Kreuz zustimmen, wo der Superintendent die erste Pfarrstelle inne hat. Letztlich muss noch die Kirchenleitung der Wahl zustimmen und Sebastian Feydt zum Superintendenten ernennen.

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