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Theologin Käßmann: Differenzen zu Katholiken nicht leugnen

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Margot Käßmann
© Christoph Busse

Die Reformationsbotschafterin der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Margot Käßmann, fordert, auch angesichts ökumenischer Annäherung die bleibenden Unterschiede zur katholischen Kirche nicht zu leugnen. »In der konfessionellen Differenz liegt auch eine kreative Kraft«, sagte die 58-jährige Theologin dem Evangelischen Pressedienst (epd). »Eine Einheitskirche fände ich genauso langweilig wie eine Einheitspartei.«

Die ehemalige EKD-Ratsvorsitzende benannte das Papsttum, die Marienverehrung sowie das Verständnis von Kirche und Abendmahl als bleibende Differenzen. Im Festjahr zum 500. Reformationsjubiläum müsse es den Protestanten darum gehen, »die richtige Balance zu finden zwischen ökumenischer Ausrichtung einerseits und klarer evangelischer Grundhaltung andererseits«.

Im ersten Halbjahr des Jubiläumsjahres standen zahlreiche Veranstaltungen im Zeichen des ökumenischen Miteinanders. So gab es einen Versöhnungsgottesdienst von Katholiken und Protestanten in Hildesheim und die feierliche Verleihung der Luthermedaille an Kardinal Karl Lehmann bei der Eröffnung des Festjahres am 31. Oktober in Berlin. Zeitgleich feierte der Lutherische Weltbund mit Papst Franziskus einen Gottesdienst im schwedischen Lund. Zuvor waren die Spitzen von EKD und Deutscher Bischofskonferenz schon eine Woche lang auf einer Pilgerreise im Heiligen Land.

Der Höhepunkt des Reformations-Jubiläumsjahres, das noch bis Ende Oktober gefeiert wird, ist ein Gottesdienst am 28. Mai in Wittenberg, bei dem bis zu 200.000 Menschen erwartet werden. Er ist zugleich Abschluss des Deutschen Evangelischen Kirchentags, der ab dem 24. Mai in Berlin stattfindet, und von sechs regionalen Kirchentagen in Mitteldeutschland.

Weiterführende Informationen finden Sie unter www.r2017.org und www.ekd.de.

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3 Lesermeinungen zu Theologin Käßmann: Differenzen zu Katholiken nicht leugnen
Gert Flessing schreibt:
24. April 2017, 17:40

Geht es um die "Einheitskirche"?
Geht es um die eine Kirche?
Wir gehören, egal, ob Katholiken oder Evangelische, der einen Kirche an, die Jesus, der Christus, aus dieser Welt heraus gerufen hat, damit sie, von ihm, seinem Kreuz und der Hoffnung der Auferstehung her, in die Welt hinein wirkt.
Natürlich gibt es Unterschiede, die nicht zu leugnen sind.
Aber ist, z.B. die Marienverehrung etwas, was man nun als so furchtbar sehen muss? Es ist ein Stück Volksfrömmigkeit. Martin Luther war ein Fan der "Theotokos", der Gottesgebärerin.
Wir sagen, in den Einsetzungsworten des Abendmahles, das Jesus, über das Brot sagte: "Das ist mein Leib..." Meinen wir es nicht ernst damit? Als Lutheraner stehe ich bei denen, die nicht irgend ein Symbol für irgend etwas empfangen, sondern wahren Leib und wahres Blut Jesu, gebrochen und vergossen, zur Vergebung der Sünden.
In dieser Nähe, die Jesus schenkt, finden wir Gemeinschaft. Es ist also weniger die Frage, was wir empfangen, als einige andere Fragen, die sich um dieses Sakrament ranken, die noch trennend zwischen uns stehen.
Gert Flessing

Leserin schreibt:
25. April 2017, 18:24

Nö, die Maria finde ich auch verehrenswert. Aber die katholische Werksgerechtigkeit lehne ich ab. Die Rechtfertigungslehre will ich mir nicht nehmen lassen. Und zum Glück haben wir das Priestertum aller Laien, den Papst höre ich mir zwar interessiert an. Gerade meine Gemeinde hat gerade unter einer tonangebenden und alles vereinnahmenden Gast-Katholikin zu leiden, die mit Vorliebe Schuldgefühle verteilt und unbescholtene Bürger zur Beichte schickt. Da bin ich echt erleichtert bei Frau Käßmanns Worten.

Gert Flessing schreibt:
26. April 2017, 11:16

Liebe Leserin,
die katholische Theologie hat das "sola gratia" schon recht lange entdeckt. Bereits im Vaticanum II wurde davon gesprochen und in Schriften, nicht nur von Küng, findet sich dieser Gedanke.
Die Rechtfertigung aus dem Vertrauen in das Heilshandeln Christi, wollen sie uns gewiss nicht nehmen.
Es sind in der katholischen Kirche auch nicht "des Gesetzes Werke", sondern Werke der Liebe, die aus eben jener Rechtfertigung, die wir geschenkt bekommen, geboren werden.
Das es Christen gibt, die das nicht begreifen - nun die gibt es unter evangelischen auch.
Auch jene, die Schuldgefühle beschwören, wo es keinen Grund dafür gibt.
Das ist wohl eher im menschlichen Charakter, als in der Konfession begründet.
:-)
Gert Flessing

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