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Vorbereitet auf Flüchtlinge

Von Mandy Weigel
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Es war in den Medien einige Zeit beinahe still geworden um das Thema Flüchtlinge. Nun, kurz vor der Bundestagswahl, flammt es wieder auf. Hochbrisant sei die Lage angesichts der Menschen, die derzeit übers Mittelmeer kommen, appelliert die SPD. Die anderen Parteien reagieren mehr oder weniger heftig. Es gibt Kritik an Hilfsorganisationen und Diskussionen über einen Verhaltenskodex der Seenotretter auf dem Mittelmeer.

Ein Blick auf die aktuelle Situation macht deutlich: Ja, es kommen weiterhin viele Menschen nach Europa. Und es ist auch davon auszugehen, dass das in den nächsten Jahren anhält, wenn sie keine Zukunft in ihren Herkunftsländern haben.

Doch Ängste davor zu schüren, ist völlig unangemessen. Auf eine weitere »Flüchtlingswelle« sind wir besser vorbereitet als jemals zuvor. Wir haben freie Flüchtlingsunterkünfte, die Behörden sind inzwischen mit den Abläufen vertraut und bearbeiten Asylverfahren professioneller, es haben sich Netzwerke von Gruppen und Organisationen gebildet, die Menschen bei der Integration unterstützen – wie es in vielen Kirchgemeinden passiert –, Polizisten sind inzwischen sensibilisiert und vorbereitet.

Die Bundesregierung tut gut daran, weiter am Flüchtlingsabkommen mit der Türkei festzuhalten und sich für Rückführungsabkommen trotz schwieriger politischer Bedingungen in den verschiedenen Ländern einzusetzen. Das das nicht immer möglich ist in Krisengebieten, ist verständlich. Die Stabilisierung dieser Regionen wird nicht allein die EU stämmen können, aber sie muss das langfristige Ziel bleiben.

Bis dahin kann auch die Unterstützung von Flüchtlingslagern in direkter Nachbarschaft zu Syrien hilfreich sein. Hierzu kann jeder etwas beitragen und Geld spenden.

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7 Lesermeinungen zu Vorbereitet auf Flüchtlinge
Britta schreibt:
26. Juli 2017, 22:52

Es bestürzt, daß (auch hier) noch immer von "Flüchtlingen" gesprochen wird, obgleich selbst die UN feststellte, daß nur 2-3% einen asylbegründenden Fluchtgrund haben. Der Begriff "Flüchtlinge" definiert in der Genfer Flüchtlingskonvention oder auch im GG wird also wissentlich falsch eingesetzt für Wirtschaftsimmigranten, um eine moralische Verpflichtung für die hiesige Bevölkerung zu begründen. Somit ist richtig, die "Fluchtgründe" abzuschaffen, und das sind zuerst sämtliche Geldleistungen für die Einwanderer, die oftmals wesentlich höher sind, als durch Arbeit im entsprechenden Niedrigqualifikationssektor in ihren Heimatländern zu erwirtschaften, durch Sachleistungen zu ersetzen.
Ängste brauchen diesbezüglich nicht geschürt werden, jeder, der aufmerksam das Geschehen in diesem Land verfolgt, hat zumindest Sorgen: europäische Städte werden von nie gekannten Terrorwellen überzogen, die Vergewaltigungen und Körperverletzungen häufen sich, in Bad Kreuznach gibt es mittlerweile Ausgangssperren, Volksfeste fallen aus oder können nur noch mit extrem hohem Sicherheitsaufwand durchgeführt werden, es gibt neuerdings Gepäckkontrollen bei Stadtfesten und Konzerten, es häufen sich no-go-areale und islamische Forderungen... Auf der anderen Seite werden Gelder ausgegeben, die letztlich den Beitragszahlern des Sozialsystems fehlen, so daß die Altersarmut prognostiziert extrem steigen wird, trotz exorbitanter Lohnnebenkosten. Jeder Vernunftbegabte, der ökonomisch weiterdenkt, MUSS da Angst haben: besonders auch vor den zu erwartenden Verteilungskämpfen, wenn das Sozialsystem womöglich nicht mehr das leisten kann, was die menschen gewohnt sind.
Es wird Zeit, die verbal viel strapazierte Nächstenliebe auf dem umittelbar Nächsten zukommen zu lassen, und das sind die Einwohner dieses Landes. , im GG auch Souverän genannt, sind mehrheitlich gegen die Zuwanderung weiterer Wirtschaftsimmigranten.

Sonntagleser schreibt:
28. Juli 2017, 10:52

Unser Wohlstand ist kein eigenes Verdienst; ohne die Marshallplanhilfe der Amerikaner sähe es in Deutschland immer noch anders aus. Nächstenliebe definiert Jesus mit dem Gleichnis vom Barmherzigen Samariter (Lk 10). Da ist gerade der Fernste der Nächste. Der Nächste ist neutestamentlich eben nicht der "Volksangehörige", sondern der Mensch, der in Not ist. Vielleicht mal den Stoff aus der Christenlehre nachholen.

Johannes schreibt:
29. Juli 2017, 10:47

Dazu folgende Gedanken:
Es ist schon interessant: Jesus stellt zum Thema Nächstenliebe einen verachteten Samaritaner zum Vorbild hin. (Fromme Juden aus dem Norden machten auf ihrer Reise nach Jerusalem einen Umweg, um nicht durch den verachteten Landesteil Samaria reisen zu müssen!). Der Samaritaner hätte berechtigterweise denken können: Hier liegt einer, der mich womöglich verachtet; wieso soll ich ihm helfen? Aber genau das tut er nicht, sondern nimmt sich der Not an.
Und dann sollte man Jesu Frage ernst nehmen: Wer ist denn nun der Nächste dem unter die Räuber Gefallenen? (Hoppla: Jesus dreht plötzlich die Blickrichtung um!) Und es kommt zwangsläufig die richtige Antwort: Der, der geholfen hat... Dem Menschen in Not Nächster sein...Dabei spielt keine Rolle, ob die beiden Welten trennen!
Johannes Lehnert

Gert Flessing schreibt:
28. Juli 2017, 18:06

Unser Wohlstand wurde gewiss durch eine "Anschubfinanzierung" ermöglicht. Aber er war auch das Erfolgsergebnis von Fleiß, Sparsamkeit, Innovation und dem Wunsch, im eigenen Land etwas zum Guten zu bewegen.
In der Hinsicht unterschieden sich die Deutschen nicht, egal, auf welcher Seite der Grenze sie lebten. Hier, im Osten, fehlte nur die Anschubfinanzierung.
Deutschland hat Millionen, bis Milliarden, an "Anschubfinanzierung" nach Afrika gepumpt. Was ist dort daraus geworden? Es ist doch nicht allein die Schuld der Hähnchenteile, die von der Agrarindustrie dort hin geliefert werden, das die dort auf keinen grünen Zweig kommen. Es ist auch nicht die Dürre allein. Es ist die stets gegenwärtige Korruption, die selbstsüchtigen Politiker, der Tribalismus und dessen Folgen.
Das aber sind Dinge, die von den Menschen dort abgeschafft werden müssen. Wenn sie es nicht bald machen, wird die Situation irgendwann heikel werden.
Gert Flessing

Johannes schreibt:
29. Juli 2017, 10:34

Da passt ja nun die Beobachtung zu einem Nachbarland ganz gut dazu: Polen hat von der EU nicht nur Anschubfinanzierung erhalten, sondern eher mehr. Wenn es aber darum geht, sich auch an den Aufgaben der EU zu beteiligen, ist Polen (zusammen mit anderen Wyschehrad-Staaten) nicht nur nicht bereit, Asylsuchende aufzunehmen, sondern die PiS fordert nun von Deutschland weitere Gelder:
"Der Vorsitzende der polnischen Regierungspartei PiS, Jaroslaw Kaczynski, hat erneut Reparationszahlungen Deutschlands an Polen ins Gespräch gebracht. Deutschland entziehe sich seiner Verantwortung für den Zweiten Weltkrieg, sagte Kaczynski in einem Interview mit Radio Maryja, das in der Nacht zum Freitag gesendet wurde. "
Ist das das Europa, das wir für Frieden und Gerechtigkeit brauchen?
Johannes Lehnert

Gert Flessing schreibt:
29. Juli 2017, 12:57

Sie haben, in gewisser Weise Recht. Polen hat sehr von seiner EU Mitgliedschaft profitiert.
Ich kenne Polen, weil es eines meiner bevorzugten Urlaubsländer ist, bzw, nach der momentanen Entwicklung, war.
Der wirtschaftliche Aufschwung, den sogar der ländliche Bereich genommen hat, war sehr deutlich zu sehen. Die polnischen Menschen waren, jedenfalls nach meinen Erfahrungen im Lande, aufgeschlossen, deutschenfreundlich und offen für Europa.
Das, was Kaczynski gerade macht, ist ein Störfeuer, das niemand braucht und das gewiss nicht, für Polen, hilfreich ist.
Ja, es ist so. Niemand braucht das. Ich habe das Gefühl, das Europa gerade von manchen Europäern aufgegeben wird.
Das geschieht auf verschiedenen Ebenen. Bei uns, indem unsere Politik den Versuch macht, allgemeinen Nothelfer für die Armen der Erde zu spielen. Andere, indem sie, vielleicht auch mit dem Gedanken, das die Deutschen anscheinend eh zu viel Geld haben, mit sinnlosen Forderungen, ein Keil zwischen Staaten und Menschen zu treiben.
Gert Flessing

Britta schreibt:
29. Juli 2017, 15:28

Es ist seltsam, daß Kritik an der Reparationsforderung nur kommt, weil Polen sich dem Resettlement verwehrt. Ansonsten - wie z.B. im Fall Griechenland oder Namibia - sind doch die Kreise, die dies jetzt kritisieren, eher dafür, daß D. zahlen soll?! Ongleich ich die polnische Reparationsforderung als unverschämt sehe (aber wegen den riesigen völkerrechtswidrigen Annexionen -zuletzt Stettin mit ethnischer Säuberung und nicht wegen mangelnder "Solidarität") kann ich die Visegrad-Staaten nur neidisch beglückwünschen, daß sie sich dem unter "Flüchtlingen" oder "Schutzsuchenden" bemäntelten Resettlementprogramm bislang nicht unterordneten (bitte auf UN-Fluechtlingshilfe nachschauen). Denn dieses Programm dient nicht den Interessen der betroffenen Völker!
Völker haben eben keine Freunde sondern Interessen (lt de Gaulle), und die Demokratiestellvertreter eines Volkes haben gefälligst die Interessen ihres Souveräns zu vertreten. Da gehört Resettlement nicht dazu! Und da kann man die christliche Lehre noch somverbiegen, es gibt keine Rechtfertigung für die Wissentliche Schädigung des eigenen Volkes.

Tageslosung

Ihr sollt nichts dazutun zu dem, was ich euch gebiete, und sollt auch nichts davontun, auf dass ihr bewahrt die Gebote des HERRN, eures Gottes.

(5.Mose 4,2)

Jesus sprach zu ihnen: Meine Mutter und meine Brüder sind diese, die Gottes Wort hören und tun.

(Lukas 8,21)

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