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Koalition mit Afrika

Andreas Roth
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Jamaika, GroKo, Kokolores – die deutsche Politik beschäftigt sich seit zwei Monaten fleißig mit sich selbst. Das wäre kein Problem, würden da draußen in der Welt nicht ein paar drängende Fragen zu klären sein. Im Mittelmeer sind erst am letzten Wochenende wieder über 31 Afrikaner ertrunken und in Libyen werden Flüchtlinge als Sklaven verkauft, zum Beispiel. Auch da wäre eine neue Koalition nötig: Eine zwischen Europa und Afrika.

Der Gipfel zwischen Europäischer und Afrikanischer Union in diesen Tagen könnte sie schmieden. Doch die Aussichten sind eher mau. Dabei sind alle Seiten schon alarmiert genug: Über 3000 Flüchtlinge sind in diesem Jahr schon im Mittelmeer ertrunken, über 240 000 Afrikaner stellten im letzten Jahr einen Asylantrag in der EU – und die Bevölkerung des südlichen Nachbarkontinents soll sich bis 2050 verdoppeln. Inklusive Armut, Not und Konflikte, ist zu befürchten.

Die EU versucht hektisch, mit afrikanischen Staaten und vielen Millionen Euro ihre Mauern abzudichten. Dabei arbeitet sie auch mit fragwürdigen Herrschern und Milizen wie in Libyen zusammen, wo deutsche Diplomaten von KZ-ähnlichen Zuständen in Flüchtlingslagern berichteten. Hier wird die Würde des Menschen zur Verhandlungsmasse: Wenn es um Afrikaner geht, darf sie ruhig ein bisschen verletzt werden, um in Europa Ruhe an der Asyl-Front zu wahren.

Was Europa tun könnte: fairen Handel, Subventionen für Billig-Importe nach Afrika streichen, Demokratie und Unternehmertum fördern statt dubiose Herrscher – und sichere Fluchtwege eröffnen für die am schwersten Leidenden. Doch macht das Abendland so weiter wie bisher, hat es sich selbst um das Attribut christlich gebracht – ganz ohne Zuwanderer.

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1 Lesermeinungen zu Koalition mit Afrika
Gert Flessing schreibt:
30. November 2017, 22:25

Lieber Herr Roth,
wenn es den deutschen Politikern nicht gelingt, eine vernünftige Lösung für unsere Probleme zu finden, sprich, eine funktionierende Regierung zu installieren, müssen wir über die Probleme der Welt nicht tiefsinnig werden.
Ja, die meisten Menschen lauern darauf, das unsere Politik wieder handlungsfähig wird und zwar nicht so, wie es der, noch amtierende, Landwirtschaftsminister vorgemacht hat.
Dann kann auch wieder besser und vielleicht sinnvoller, in Brüssel mit gehandelt werden.
Ob dadurch weniger Flüchtlinge im Mittelmeer sterben, lasse ich mal dahin gestellt.
Das ist doch auch so ein Klischee.
Afrika ist, in mancher Hinsicht, ein schwarzer Kontinent. Nicht alles, was dort schief läuft, haben wir zu verantworten.
Ja, ich bin sehr für fairen Handel. Ich bin auch dafür, unsere Bauern nicht auf Kosten der dortigen Bauern zu fördern.
Wie man dort freilich Demokratie fördern kann, ist mir mehr als fraglich. Dazu kommt, das ich Demokratie nicht für alle Gegenden der Welt als Allheilmittel ansehe. Stammesgesellschaften eignen sich dazu nur bedingt und in einen völlig anderen Kontext, als wir das so kennen.
Gert Flessing

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