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Leuchten statt Beleuchtung

Tomas Gärnter
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Für uns ist der Stress vorüber, für Maria und Josef mit dem Jesuskind hat er gerade begonnen. Wunder der Geburt, Verkündigung an die Hirten, Besuch der Weisen aus dem Morgenland, alles Schöne ist gelaufen – da, so berichtet der Evangelist Matthäus, muss die heilige Familie vor dem mordgierigen Machtpolitiker Herodes nach Ägypten flüchten.

Bei uns hingegen ist die Zeit der Ernüchterung angebrochen: Wo Weihnachtsmärkte im Lichterglanz strahlten, breiten sich leergefegte Pflasterflächen. Erwartungen haben sich anders erfüllt oder gar nicht, Konflikte beim Familienfest entladen. So ganz ohne nahende Ereignisse, ohne Anspannung und Hetzjagd nach Geschenken wird’s womöglich jetzt erst richtig schön.

Kein Wunder, wenn manche wenigstens den Nachglanz gerne verlängern. Wenn sie sich nicht beirren lassen davon, dass mit Epiphanias in der evangelischen Kirche und am ersten Sonntag nach Epiphanias in der katholischen die Weihnachtszeit offiziell vorüber ist. Ob Adventsstern, Weihnachtsbaum, Räuchermännchen, Engel und Bergmann bis Mariä Lichtmess bleiben dürfen oder man bis Ostern Stollen essen kann, wird eine ewige Streitfrage bleiben. Aber auch unabhängig davon, wann wirklich Schluss ist, kann man dieses Bedürfnis nach Verlängerung auch als Chance betrachten. Als eine Zeit ohne Druck und Hektik, die Gelegenheit zur Besinnung bietet. Womöglich kommt man dabei zu der Erkenntnis, dass es weniger auf die weihnachtliche Beleuchtung und mehr auf ein anderes Leuchten ankommt. Auf dieses »Fürchtet euch nicht!« – den eigentlichen Geist der Weihnacht. Folklore ist zweitrangig. Aber vielleicht lässt sich im Alltag, wo man Kollegen, Mitmenschen begegnet, eine sehr konkrete Zuversicht entgegensetzen.

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DER SONNTAG, Nr. 02 | 14.1.2018 Artikel drucken Artikel im ePaper anzeigen

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